Elterntaxi führt zu Chaos

Aus Angst, ihrem Schützling könnte auf dem Schulweg etwas zustossen, fahren immer mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto in die Schule. Doch tun sie ihrem Kind damit wirklich etwas Gutes?

Immer viel los: Das Stedtli in Laufen ist um die Mittagszeit viel befahren – nicht zuletzt aufgrund der Elterntaxis. Foto: Melanie Brêchet
Immer viel los: Das Stedtli in Laufen ist um die Mittagszeit viel befahren – nicht zuletzt aufgrund der Elterntaxis. Foto: Melanie Brêchet

Auch an der Primarschule in Laufen ist das Wort «Elterntaxi» schon lange kein Fremdwort mehr. Täglich um acht Uhr morgens und um zwölf Uhr mittags herrscht regelrechtes Chaos rund um das ganze Schulhaus, denn rund 460 Schülerinnen und Schüler müssen in die Schule. Von allen Seiten strömen Kinder hinzu, unzählige Autos fahren um das Gebäude und laden ihre Kinder ab, der Verkehr stockt. Nach ein paar Minuten ist das Ganze auch schon wieder vorbei und die Glocke läutet den Unterricht ein.
Die meisten Eltern fahren ihre Kinder zur Schule, um sie zu beschützen. Sie haben Angst davor, auf dem Schulweg könnte etwas Schlimmes passieren. Doch wie wichtig ist der Schulweg für die Kinder eigentlich? Ein wichtiges Stichwort ist hier: Bewegung. Durch den Schulweg sind die Kinder schon am Morgen an der frischen Luft und bewegen sich. Dies fördert die körperliche sowie die geistige Entwicklung. Ausserdem bestätigt der VCS (Verkehrs-Club der Schweiz), dass Kinder, die zur Schule gehen, oft ausgeglichener in die Schule kommen, konzentrierter und leistungsfähiger sind.

Des Weiteren ist der Schulweg auch ein tolles Erlebnis für die Kinder. Man trifft sich mit seinen Freundinnen und Freunden, schmiedet Pläne, entdeckt gemeinsam die Umgebung, tauscht Neuigkeiten und Geheimnisse aus. Dies fördert das Sozialverhalten, welches für die Entwicklung und Zukunft des Kindes enorm wichtig ist.


Schulweg einüben
In der Schule lernen die Kinder das richtige Verhalten im Strassenverkehr. Um diese Herausforderungen Schritt für Schritt erlernen und üben zu können, eignet sich der Schulweg perfekt. Zuerst können die Kinder den Schulweg in Begleitung eines Erwachsenen gehen. Sobald die Kinder die Gefahren kennen und wissen, worauf sie achten müssen, kann man sie auch alleine oder in Gruppen losschicken. So lernen sie Verantwortung zu übernehmen und sie schätzen das Vertrauen der Eltern. Kinder, die immer zur Schule gefahren werden, kennen die Gefahren des Strassenverkehrs viel weniger, was später problematisch werden könnte. Und vor allem gefährden die vielen Autos um das Schulhaus die Kinder, welche täglich zu Fuss kommen.


Bitte beim Amtshaus parkieren
Vor einigen Jahren hat die Primarschule Laufen gemeinsam mit einigen Kindern, der Schulleitung, dem Schulrat, dem Stadtrat und der Polizei eine Arbeitsgruppe gegründet und die Aktion «Elterntaxi» gestartet. An vier Standorten rund um das Schulhaus haben die Kinder den Elterntaxis Flyer verteilt. Diese beschrieben, was sie am Schulweg toll finden. So sollten die Eltern motiviert werden, ihre Kinder auch zu Fuss in die Schule zu schicken. Die Aktion verbesserte die Situation leider nur kurzfristig.

Für die Eltern, die keine Alternative sehen, als ihre Kinder selbst in die Schule zu fahren, hat die Schulleitung ein Anliegen. Es wäre sinnvoll, wenn sie beispielsweise beim Amtshaus parkieren und ihre Kinder dort rauslassen. Von dort ist der Weg bis in die Schule sehr kurz und sicher, und die Verkehrssicherheit rund um das Schulhaus würde massiv steigen.

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