Ein Neubau für Kinder und Jugendliche

In Laufen wurde der Grundstein für den neuen stationären Bereich des Kinder- und Jugendheims gesetzt. Der Neubau soll ab Dezember 2017 dreizehn Jugendlichen einfamiliäres Umfeld bieten.

Wünsche für das zukünftige Heim: Claudia Weible Imhof, die Vizepräsidentin des Stiftungsrates Kinder und Jugendheim Laufen, bedeckte als eine der ersten die Kassette mit
Wünsche für das zukünftige Heim: Claudia Weible Imhof, die Vizepräsidentin des Stiftungsrates Kinder und Jugendheim Laufen, bedeckte als eine der ersten die Kassette mit

Bis Ende nächsten Jahres steht das neue Kinder- und Jugendheim an der Weststrasse in Laufen. Es wird die vier Einzelbauten aus dem Jahre 1972 ersetzen. Vor einigen Tagen fand auf dem Baugelände die Grundsteinlegung statt.

Im Boden ist eine kleine Grube ausgehoben, daneben steht eine zylinderförmige Kupferkassette. «Sie enthält die Baupläne, weitere Dokumente und eine Tageszeitung», sagte Claudia Weible Imhof, Präsidentin der Baukommission sowie Vizepräsidentin der Stiftung Kinder- und Jugendheim. Ein Bau müsse am rechten Fleck stehen, vollkommen ausgeführt und wohlbegründet sein, erklärte Weible Imhof. Diese drei Voraussetzungen habe der Dichter Goethe gestellt; alle drei träfen auf den Neubau des Kinder- und Jugendheims zu.

Seit 1908 hat es in Laufen ein Waisenhaus gegeben (im heutigen Pfarreiheim). Im Jahr 1972 wurde ein Ensemble von vier einzelnen Gebäuden errichtet, die Kindern und Jugendlichen familienähnliche Strukturen ermöglichten. Mit diesem pionierhaften Konzept will man mit dem Neubau fortfahren, allerdings in einem dreiteiligen Reiheneinfamilienhaus, wo 18 Kinder und Jugendliche mittel- und langfristig untergebracht und betreut werden können. Der Bau ist zweigeschossig mit einem zusätzlichen Attikageschoss. Vorgesehen ist, neben den beiden bisherigen Wohngruppen eine zusätzliche Wohngruppe für Jugendliche zu gründen, die eine besonders intensive Betreuung benötigen. Im Erdgeschoss, so Weible Imhof weiter, entstehen Therapie- und Gruppenräume, eine Werkstatt sowie eine Kriseninterven-tionsschule. Der Bau soll bereits Ende 2017 bezugsbereit sein und dürfte rund sieben Millionen Franken kosten. Daran zahlt der Bund knapp zwei Millionen Franken.

Der Architekt Jean-Philippe Stähelin zeigte sich überzeugt, dass das neue Haus für die nächsten fünfzig bis sechzig Jahre Kindern und Jugendlichen ein Zuhause mit Geborgenheit und Sicherheit bieten werde. Sehr zufrieden über den baldigen Bezug zeigte sich Heimleiter Stefan Köhli. Er hob einige Ereignisse aus der 108-jährigen Geschichte hervor, um zu zeigen, wie sich sowohl Konzept als auch Komfort im Heim geändert haben, welches bis 1996 von Ingenbohler Schwestern geführt wurde. «Das neue Heim wird ein Meilenstein sein», so Köhli weiter. Auch künftig werde man am Revolutionären aus den 70er-Jahren festhalten, welches weltweit Beachtung gefunden habe, nämlich familienähnliche Strukturen für Kinder und Jugendliche zu ermöglichen.

Dann wurde die Kupferkassette gefüllt mit Karten, auf denen die Anwesenden Wünsche und Erwartungen an das neue Heim niedergeschrieben hatten. Zusammen mit den andern Unterlagen wurde die Kassette vom Jugendlichen Joël versiegelt. Kurz nur glänzte sie in der Herbstsonne, bevor sie von Steinen zugedeckt wurde, über denen dann das neue Heim entstehen wird. Was mit den jetzigen Gebäuden des Kinder- und Jugendheims geschieht, sei noch offen, sagte Alex Kummer, Präsident des Stiftungsrates. Möglich sei eine Nutzung als Kindertagesstätte oder als Unterkunft für eine Pflegefamilie. «Jedenfalls sind die Gebäude in einem guten Zustand.»

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