Ein mörderisches Theater-Menü

Die Theatergruppe Blauen inszeniert das Stück «Zum schrägen Uhu» in der örtlichen Mehrzweckhalle. Das «mörderische Lustspiel» der Autorin Claudia Gysel verspricht einen Theatergenuss erster Güte.

Hotelgeschichten: Die abgehalfterte Schauspielerin Rebecca de Marniac im Gespräch mit dem Theaterkritiker Martin Frick mit der mitlauschenden Dreifachwitwe Veronica Ochsner. Foto: Isidor Huber

Im Zentrum der bisweilen turbulenten Handlung steht das Hotel «Zum schrägen Uhu». Dessen Portier Hugo Hanimann (Bruno Frossard) versucht zusammen mit seiner aufgestellten Lehrtochter Dani Roggenmoser (Alina Wüthrich), das Hotel von einem Zwei- zu einem Dreisternehotel zu promoten. Keine einfache Aufgabe, gibt es doch einige Gäste mit mehr als nur dubiosem Hintergrund.

Undurchsichtige Gestalten

Da wäre die ebenso eingebildete wie ­talentlose Schauspielerin Rebecca de Marniac (Ruth Höfler), die ihrer Spätkarriere als Darstellerin von Shakespeares Desdemona einen neuen Kick geben will. Dann tauchen nacheinander eine bereits dreimal verwitwete, distinguierte Veronica Ochsner (Alessandra Beeler), ein lebensmüder Theaterkritiker namens Martin Frick (Marc Eichenberger) sowie eine liebeslustige Sonja Göldi (Pia Frossard) und ein undurchsichtiger Sicherheitsberater Peter Friedrich Gerber (Roger Brencklé) auf. Die beiden Letzteren haben sich via Chat für ein Blind Date im Hotel verabredet, erkennen sich jedoch gegenseitig nicht, weil beide mit ihren Angaben zum eigenen Aussehen zu stark gemogelt haben…

Fragen über Fragen

In der Folge entwickelt sich ein verwirrliches und bisweilen turbulentes Spiel innerhalb dieser bunt gemischten Gästeschar. Ist es wahr, dass die selbstbewusste Frau Ochsner ihre drei verblichenen Gatten eigenhändig umgebracht hat? Was führt der undurchsichtige, mit französischem Akzent parlierende Monsieur Gerber im Schilde? Verwirklicht der lebensmüde, aber doch so junge Theaterkritiker Frick seinen Plan und bringt sich im Hotel um? Und, vor allem, was soll die Leiche, die man im vierten Stock entdeckt haben will? Fragen über Fragen, welche die beiden Hotelbediensteten bisweilen an den Rand des Nervenzusammenbruchs und das Publikum zum ­Lachen bringen. Die Auflösung des mit Intrigen, Lügen, Beschönigungen und falschen Identitäten durchsetzten Verwirrspiels erfolgt in einem grossen, finalen Showdown. Dieser rückt die Dinge wieder ins Lot: Die Guten werden belohnt und die Bösen wandern ins Kittchen. Ein Schauspielmenü mit einer satten Prise schwarzen Humors und dem verdienten Dessert!

Regiepremiere für Sarah Arnold

Regisseurin Sarah Arnold feiert in Blauen ein gelungenes Bühnendebüt. Sie hat es geschafft, die einzelnen Rollen ideal auf ihre Schauspieltruppe zu verteilen. Die einzelnen Parts werden überzeugend und mit hoher Rollenidentifikation dargeboten. Die Handlung spielt — wie in Blauen üblich — in einem sehr geschmackvollen Dekor und wird mit verschiedenen akustischen Einspielungen toll ergänzt. Das Theaterpublikum erwartet ein ebenso kurzweiliger wie genüsslicher Theaterschmaus — der Besuch lohnt sich!

Die Spieldaten in der Mehrzweckanlage Blauen: 25., 26., und 30. April sowie 2. und 3. Mai (jeweils um 20 Uhr). 27. April (15 Uhr).

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