Ein Juwel am Cello

Mit einer anspruchsvollen Darbietung gastierte das Orchester Laufental-Thierstein in der St. Katharinenkirche in Laufen. Chiara Enderle trat als Solistin im Konzert für Violoncello von Schumann auf.

Glanzlicht des Abends: Solistin Chiara Enderle im Orchester Laufental-Thierstein.   Foto: Jürg Jeanloz
Glanzlicht des Abends: Solistin Chiara Enderle im Orchester Laufental-Thierstein. Foto: Jürg Jeanloz

Zwanzig Jahre jung und schon eine gefragte Cello-Solistin im In- und Ausland, so an den Salzburger Festspielen oder im Tonhalle-Orchester Zürich. Am Samstagabend war die Zürcherin Chiara Enderle zu Gast beim Orchester Laufental-Thierstein und spielte in der St. Katharinenkirche das Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129 von Robert Schumann. Virtuos und konzentriert startete sie mit einem musikalischen Feuerwerk, wurde vom Orchester fein begleitet und steigerte sich zur instrumentalen Perfektion im ausdrucksstarken Werk des deutschen Komponisten. Bald leise und gefühlvoll, bald wieder kraftvoll und lebhaft. Die Künstlerin setzte Leidenschaft und Herzblut ein, um diesem Werk Gehalt zu verleihen. Mit rasender Geschwindigkeit fuhr sie mit dem Cellobogen über die vier Saiten und entlockte dem Instrument eine Fülle von fein austarierten Tönen. Die Wärme des Celloklangs und der Reichtum an Tönen wirkten auf die Gäste wie ein Lied ohne Worte. Vielfach begleiteten die Streicher die Solistin nur mit Zupfen der Saiten (Pizzicato) und erzeugten damit eine herrliche Klangwelt. Mit einem furiosen Finale beendete das Ensemble diesen unvergesslichen Vortrag. Tosender Applaus der Gäste in der voll besetzten Kirche, die sympathische Künstlerin nahm den Lohn dankbar und bescheiden entgegen.

Von Igor Strawinsky ertönte die Pulcinella-Suite, die modern und dann wieder barock daherkam. Streicher und Bläser wechselten sich immer wieder ab und gaben dem Werk Kraft und Farbe. Dirigentin Anneka Lohn verstand es ausgezeichnet, ihr 48-köpfiges Ensemble zu einer Einheit zu verschmelzen und die einzelnen Register ihre Finessen offenbaren zu lassen. Strawinsky, der eine kurze Zeit in der Schweiz weilte, wurde mit den Worten «Pulcinella war der Schwanengesang meiner Schweizer Jahre» zitiert. Pulcinella mit Buckel und Vogelnase war im süditalienischen Theater ein einfältiger und schlauer Diener; ihm zu Ehren hat Strawinsky eine wuchtige Ballettmelodie komponiert. Zum Schluss spielte das Orchester eine Ouvertüre von Anton Bruckner, die mit feinem Geigenspiel und Klarinetten-Intermezzi ausklangen. Ein eindrückliches Konzert mit vielen Facetten und aussergewöhnlichen Komponisten.

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