Drei Tage wildester Wildwesten im Grenzdorf

Es herrschte tatsächlich Ausnahmezustand dieses Wochenende hier im westlichsten Dorf des Baselbiets. Viel Volk genoss das Feeling des «wild, wild west» am Dorffest von Roggenburg.

<em>Rindertreiben:</em> Da fühlt man sich doch live dabei auf einer Farm in Texas. Fotos: Martin Staub

<em>Rindertreiben:</em> Da fühlt man sich doch live dabei auf einer Farm in Texas. Fotos: Martin Staub

<em>Fototermin: </em>Das Bild malte die Roggenburger Künstlerin Alenka Müller.<em/>

<em>Fototermin: </em>Das Bild malte die Roggenburger Künstlerin Alenka Müller.<em/>

<em>Kein Wäscheladen: </em>Hier gibts köstliche Apéros, die Appetit auf mehr machen.<em/>

<em>Kein Wäscheladen: </em>Hier gibts köstliche Apéros, die Appetit auf mehr machen.<em/>

Scheunen, Schuppen, Plätze und originelle Räume, alles in Privatliegenschaften, wurden von Einwohnerinnen und Einwohnern leer geräumt, für drei Tage umfunkioniert in Saloons, Bars, Steakhouses oder anderes. Und wo es nur Platz, aber keine Räumlichkeiten gab, haben die unzähligen Helferinnen und Helfer Zelte hingestellt, die aber als solche kaum mehr erkennbar waren. Die Roggenburger verstanden es, ihr Dorf mit gemalten Wildwestfassaden für drei Tage wie eine Kleinstadt in Texas aussehen zu lassen. Die Besuchenden genossen den Spaziergang durch die «Mainstreet» mit Beizli, einem interessanten Markt mit Handarbeiten und Kulinarischem und der Bewunderung von Werken der beiden regionalen Künstlerinnen Alenka Müller (Bilder) und Lara Oser (Skulpturen). Die regelmässig eingeschobenen Darbietungen und Präsentationen – alles natürlich themengerecht wildwestlich – machten aus dem Besuch des Rogenburger Dorffestes einen erlebnisreichen Aufenthalt. Da war zum Beispiel der Hufschmied Michel Meister aus Vicques, der vor Ort vorführte, wie ein Pferd beschlagen wird oder wie man aus einem Stück Eisen ein Gartenwerkzeug schmiedet. Als spannend und äusserst beliebt erwies sich das Rindertreiben. Die Reiterinnen und Reiter des Familienbetriebs «Quarterfarms R5» aus dem nahen Elsass demonstrierten, wie aus einer Herde Rinder ein bestimmtes Tier in nur zwei Minuten aus einem Gehege A in ein Gehege B getrieben wird.

Gemütlicher oder auch ungemütlicher – je nachdem, was Klein oder Gross gerade bevorzugte – gings beim Kinderschminken und beim Bullriding zu. Beansprucht wurden beide Aktivitäten weitgehend nahtlos.

Die Organisatorinnen und Organisatoren um Häuptling Gerhard (Fidi) Walther schienen an ihrem aufwändigen Fest genauso Spass zu haben wie die unzähligen Besucherinnen und Besucher, die aus der Region aber auch von weiter weg nach «Wild-West City» in Roggenburg pilgerten. Gut möglich, dass die hiesigen Cowgirls und -boys bald wieder in ihre Westernkluft steigen, um ein weiteres Grossereignis dieser Art auf die Beine zu stellen.

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