Diese wertvolle Begegnung darf nicht die letzte sein

Zurzeit ist bei Muslimen Fastenmonat Ramadan. Das bedeutet, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Danach wird gekocht und gespeist. Zum Iftar-Dinner (Fastenbrechen) lud eine in Laufen wohnhafte muslimische Familie hiesige Gäste ein.

Gastgeber: Familie Tosun (rechts, fünf Personen) mit helfenden Freunden. Foto: Martin Staub

«Regelmässig besucht Familie Tosun mit ihren drei Töchtern unsere Gottesdienste», erklärte Pfarrerin Regine Kokontis in ihrem Einladungsschreiben, welches an verschiedene Menschen mit kirchlichem, politischem oder christlich interessiertem Hintergrund ging. Die türkische Familie, die vor rund vier Monaten vom Kanton Aargau nach Laufen zog, gehört der Hizmet (Gülen)-Bewegung an, einer muslimischen Gruppe, die sich für Respekt, kulturellen und spirituellen Austausch sowie Menschlichkeit starkmacht.

Ismet Tosun lud am vergangenen Samstag mit Unterstützung von Pfarrerin Regine Kokontis rund hundert Personen zum Iftar-Nachtessen ins reformierte Kirchgemeindehaus ein. Ein Grossteil davon konnte der Einladung folgen. Man traf sich am frühen Abend. Die ausführliche Präsentation durch Hasan Taner Hatipoglu, Präsident der Stiftung Sera (Stiftung für Erziehung, Ausbildung und Integration), informierte nicht nur über den Brauch des Fastenmonats Ramadan, sondern über die muslimische Religion allgemein. Dieser kompakt präsentierte Vortrag wurde bei den Gästen ausnahmslos positiv aufgenommen. Darunter waren auch der Landratspräsident Peter Hartmann, weitere Parlamentsvertretende sowie Gäste aller drei Laufner Kirchgemeinden.

«Viele Menschen dieser Religion leben unter uns, und wir Andersgläubigen kennen Traditionen und Lebensweise gläubiger Musliminnen und Muslime kaum», sagte eine Besucherin, die das anschliessende Nachtessen wie alle anderen Gäste genoss. Familie Tosun, unterstützt durch zahlreiche muslimische Freundinnen und Freunde, kochte ein vorzügliches Iftar-Dinner: Kreationen mit Fleisch, Reis, Gemüse, Salat, Gebäck und vielem mehr konnten am reichen Buffet ausgewählt werden.

Genau um 18.51 Uhr — Sonnenuntergang an diesem Samstag in Laufen — begann Iftar, die Zeit nach dem Fasten, welche während 30 Tagen jeweils bis zum nächsten Sonnenaufgang dauert. Erst aber nach dem melodiösen Gebetsruf «Ezan» wurde das üppige Buffet eröffnet. Ein ausgebildeter Muezzin als Gast zelebrierte diesen traditionellen Aufruf zum Gebet eindrücklich.

Ismet Tosuns Familie freute sich über dieses besondere Fest, kündigte zudem an, dass sie diese Premiere des Iftar-Dinners als Begegnung mit der christlichen Bevölkerung gerne jährlich wiederholen würde. Pfarrerin Regine Kokontis fand das eine sehr gute Idee. Aber durch ihre kürzliche Wahl zur Kirchenratspräsidentin ERK BL (Evangelisch-reformierte Kirche Baselland) wird sie den Entscheid der Durchführung wohl ihrer Nachfolge überlassen müssen.

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