Botschafter der Denkmalpflege

Der Baselbieter Heimatschutz ehrt in diesem Jahr den Steinmetzverband Nordwestschweiz für seinen Einsatz zum Erhalt historischer Bauwerke und traditioneller Handwerkskunst.

Übergabe: Im Kreis ihrer Berufskollegen nimmt Steinbildhauerin Meret Gerber den Preis von Angelo Tomaselli in Empfang. Foto: Melanie Brêchet
Übergabe: Im Kreis ihrer Berufskollegen nimmt Steinbildhauerin Meret Gerber den Preis von Angelo Tomaselli in Empfang. Foto: Melanie Brêchet

Der Baselbieter Heimatschutz hat seinen Preis für gute Baukultur 2025 an den Steinmetzverband Nordwestschweiz verliehen. Die feierliche Übergabe fand am Mittwoch in der Schlosskapelle St. Oswald in Zwingen statt. Gewürdigt wurde der Verband stellvertretend für alle Steinmetzinnen und Steinmetze, die mit ihrem handwerklichen Können einen wichtigen Beitrag zum Erhalt historischer Bauten leisten.

Der Mensch und der Stein

In seiner Laudatio reiste Frank Pütz, stellvertretender kantonaler Denkmalpfleger, gedanklich weit zurück in der Menschheitsgeschichte. «Der Mensch und der Stein leben in einer Symbiose, seit es den Menschen gibt», sagte er. Schon in der Höhle habe der Stein Schutz geboten, später sei er Werkzeug und Baumaterial geworden. In Laufen sei mit dem Dolmengrab bis heute ein Relikt aus jener frühen Zeit sichtbar. Pütz spannte den Bogen bis ins 19. Jahrhundert, als mit der Erfindung des Portlandzements der Beton als «Putzstein» aufkam. Heute werde Naturstein vor allem im denkmalpflegerischen und restauratorischen Bereich, etwa bei Brücken, oder auch für Böden oder Grabsteine eingesetzt. «Steinmetze sind Botschafter der Denkmalpflege», betonte Pütz. Ohne ihre Kenntnisse historischer Techniken wäre der langfristige Erhalt vieler Bauten nicht möglich. Der Verband zeige, wie sich Fachwissen über Generationen weitergeben lasse. Mehrere Betriebe arbeiteten gemeinsam an Projekten, etwa an der Schlossbrücke Zwingen, der Bütschenbrücke Reigoldswil oder der Nepomukbrücke Dornach. Diese Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinweg ermögliche nicht nur eine hochwertige Ausführung, sondern auch die Weitergabe von Wissen an jüngere Berufsleute.

Ermando Imondi, Gemeindepräsident von Zwingen, zeigte sich erfreut, dass die Preisverleihung in der Schlosskapelle in Zwingen stattfand. Diese wurde 1714 erbaut und gehört seit 1994 wieder der Gemeinde. «Der Beruf des Steinmetzen ist etwas ganz Besonderes», sagte er. «Denkmalpflegerische Vorgaben sind anspruchsvoll und nicht immer einfach umzusetzen, aber sie sind notwendig, um unsere Geschichte zu bewahren.»

Im Grusswort des Verbandes sprach Meret Gerber, Steinbildhauerin und Vertreterin des Steinmetzverbands, über die Herausforderungen in ihrem Beruf. «Manchmal muss man Brücken ganz ab- und wieder aufbauen, manchmal genügt es, sichtbare Teile zu pflegen oder zu restaurieren», sagte sie. Solche Arbeiten seien nur in Teams möglich, denen nicht nur Steinmetze, sondern allerlei Berufsleute angehören: beispielsweise Strassenbauer, Taucher, Kranführer oder Schlosser. «Unsere Baustellen sorgen nicht immer für Begeisterung», fügte sie schmunzelnd an. «Manchmal gibt es rote Köpfe wegen Sperrungen. Da sind aber auch Anwohnende, die uns regelmässig Getränke und etwas zu essen bringen.»

Würdigung für gelebte Baukultur

Zum Abschluss der Feier überreichte Angelo Tomaselli, Präsident des Baselbieter Heimatschutzes, die Urkunde an Meret Gerber. «Als uns von der Denkmalpflege der Steinmetzverband Nordwestschweiz als möglicher Preisträger des diesjährigen Heimatschutzpreises vorgeschlagen wurde, war sich der Vorstand schnell einig», erklärte er. Der Verband engagiere sich aktiv für das Natursteingewerbe, bilde Lernende aus und schaffe eine Plattform für den fachlichen, technischen und künstlerischen Austausch, heisst es in der Würdigung weiter.

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