Kahlschlag für mehr Biodiversität

Im Gebiet Flühmatt oberhalb von Blauen führt die 145 kV-Stromleitung der IWB durch. Seit einigen Wochen sieht es dort unter der Leitung ziemlich kahl aus. Markus Schmidlin und Meret Halter erklären das ökologische Strom-strassenprojekt.

Projektverantwortliche: Meret Halter, Projektleiterin, und Markus Schmidlin, Revierförster, begleiten diese wichtige Etappe hier in Blauen. Foto: Martin Staub
Projektverantwortliche: Meret Halter, Projektleiterin, und Markus Schmidlin, Revierförster, begleiten diese wichtige Etappe hier in Blauen. Foto: Martin Staub

Mit dem Projekt «Mittlerer Brandel» auf Gemeindegebiet Kleinlützel, das vor rund dreieinhalb Jahren abgeschlossen wurde, startete das mehrstufige Projekt von Pro Natura Baselland und der IWB (Industrielle Werke Basel), Besitzerin der erwähnten Stromleitung. Auch hier waren damals unter forstlicher Aufsicht verschiedene schwere Maschinen im Einsatz, die unter der Stromleitung auf rund 300 Metern Länge gezielt Bäume und Sträucher zurückschnitten. So wurde ein 20000 Quadratmeter grosses Gebiet für mehr Artenvielfalt freigemacht. «Seither wurden entlang dieser Stromleitung schon einige identische Projekte zur Förderung der Artenvielfalt und der Biodiversität abgeschlossen», sagt Meret Halter, Projektleiterin Pro Natura.

Vor wenigen Wochen wurde das mehrteilige ökologische Stromstrassenprojekt «Blauen Südhang» unter der Leitung von Markus Schmidlin im Gebiet Flühmatt an die Hand genommen. «Während zweier Wochen waren mehrere Maschinen, unter anderem ein sogenannter Schreitbagger, für die Rodung von rund sechs Hektaren im Einsatz», erklärt Schmidlin, der mit seinem Team nur noch wenige Stellen, wo die Maschinen wegen Steilheit nicht hinkamen, bearbeiten musste. Nur einzelne, vom Revierförster speziell gekennzeichnete ökologisch wertvolle Bäume und Sträucher, wie Wildrosen, Weissdorn und Mehlbeere, blieben stehen. Ansonsten wurde auf rund 50 Metern Breite alles zurückgeschnitten. «Im oberen Bereich wird eine Magerwiese, im unteren Abschnitt eine Feuchtwiese mit Hochstaudenflur entstehen», erklärt Schmidlin und Meret Halter ergänzt: «In dieser parkähnlichen Landschaft werden auch zwei Weiher angelegt.»

Dass die Artenvielfalt und die Biodiversität auch hier im grossen Stil profitieren werden, zeigt das Erstprojekt in Kleinlützel deutlich. Zahlreiche Pflanzen und Insekten, die vorher nicht da waren, können hier bereits beobachtet werden.

Fortsetzung folgt

Das Konzept für diese über mehrere Jahre dauernden Teilprojekte wurde in Zusammenarbeit mit Pro Natura Baselland und IWB erarbeitet. Beide übernehmen auch einen Teil der Kosten. «Den restlichen Betrag tragen Swisslos BL und SO sowie Stiftungen und andere Geldgeber», informiert Meret Halter, die auf eine Fortsetzung der Projekte und weitere geplante Etappen hinweist. Namentlich nennt sie die Fortsetzung der Leitung auf Dittinger- und Röschenzerboden bis zur Fläche Mittlerer Brandel in Kleinlützel.

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