Die Sprühdrohne vom Rebberg Hard

Seit dem 1. Januar 2025 betreiben Gina und Jan Hänggi aus Nunningen den Rebberg Hard oberhalb von Zwingen. Am 1. Mai demonstrierten sie erstmals eine Sprühdrohne, mit welcher der Rebberg auf biologisch-dynamischer Basis besprüht wird.

Demonstrationsflug: Die Sprühdrohne im Einsatz zur Information der Anwohner innen und Anwohner.

«Wir arbeiten biologisch beziehungsweise biodynamisch. Für beste Traubenqualität braucht es für unsere empfindlichen Sorten konsequenten Pflanzenschutz», erklärte Gina Hänggi. Die studierte Agronomin bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Mann Jan mehrere Rebenparzellen im Laufental und Schwarzbubenland. Auch der Rebberg Hard in Zwingen gehört dazu, welcher zwei Hektaren umfasst. «Wir wollen mit dem heutigen Anlass der Drohnendemonstration zusätzlich die ­Bevölkerung informieren, damit alle Bescheid wissen, wenn unsere Sprühdrohne am Hang fliegt», erzählte sie weiter.

Die Sprühdrohne mit den Massen 2,7 m mal 2,6 m wiegt 55 Kilogramm und wirkte tatsächlich eindrucksvoll. Jan Hänggi hatte sie auf dem Fahrweg über den Rebstöcken vorbereitet und platziert, wo sie regungslos auf ihren kurzen Demo-Flug wartete. Den in der Mitte platzierten Sprühtank umfassten rundherum schwarze Eisenhalterungen und auf der Oberseite waren vier Propeller im Viereck montiert. Man fühlte sich etwas mulmig an die «Schwarze Spinne» von Jeremias Gotthelf erinnert. Der Tank umfasse 20 Liter, sagte Jan Hänggi, für die Demo sei nur Wasser eingefüllt. Der Feldweg über den Reben wurde für die Zuschauer ­abgesperrt. Die Drohne könne mit ihren Propellern ohne weiteres dicke Äste von den Bäumen holen, meinte der studierte Chemiker. «Ich habe den gesamten Drohnenflug vorhin programmiert», führte er aus. Er drücke deshalb für die Demo nur noch auf den «Start»-Knopf, alles Weitere erledige die Drohne nach Programm, inklusive der Landung.

Um 14 Uhr erfolgte der Start. Die ­Zuschauer, nicht wenige an der Zahl, zückten ihre Handys und filmten den Flug aufmerksam mit. Die Drohne flog zweimal den Rebberg hinunter und wieder herauf, versprühte das Wasser aus dem Tank und landete anschliessend auf dem Weg. Währenddessen war ein gemässigtes Surren der Drohnenpropeller zu hören, im Wettstreit mit dem Strassenlärm, welcher von der ­Talsohle heraufschallte.

Gina und Jan Hänggi befinden sich in diesem Jahr in der Umstellung auf das Demeter-Label. Es bedingt, dass beim Besprühen noch weniger Kupfer als beim biologischen Weinanbau eingesetzt werden dürfe, meinte Gina Hänggi. Weitere Anpassungen seien im Weinkeller vorzunehmen; hier seien die Vorschriften deutlich strikter als beim biologischen Anbau. Der Akku der Drohne werde mit Solarpanels geladen, welche sich auf dem Dach des kleinen Winzerschopfs befinden. «Wir verwenden also grünen Strom», sagte Jan Hänggi. Die aktuellen Weine bestehen noch aus den Trauben vom letzten Jahr und sind biologische Weine. Mit den eigenen biodynamisch produzierten Weinen wollten sie sich preislich in der oberen Mitte positionieren, sagte Jan Hänggi. «Wir probieren in erster Linie, guten Wein zu machen, für die Allgemeinheit gut zugänglich, mit einer preislichen Spitze nach oben. Diese wird aber noch ein paar Jahre benötigen, bis sie auf dem Markt ist», so Hänggi.

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