Die Region als Selbstversorgerin

Es geht um ein Pionierprojekt: Die GASAG möchte Erdgas durch Biogas ersetzen, welches in der Region hergestellt wird. Gefragt sind nun die Landwirte.

Wollen die Landwirte zum Mitmachen gewinnen: Linde Meneghin, Geschäftsführerin der GASAG, sowie Thomas Boillat (l.) und Matthias Hänggi von der BOHA AG. Foto: Bea Asper
Wollen die Landwirte zum Mitmachen gewinnen: Linde Meneghin, Geschäftsführerin der GASAG, sowie Thomas Boillat (l.) und Matthias Hänggi von der BOHA AG. Foto: Bea Asper

Die Erdgas AG Laufental-Thierstein (GASAG) möchte eine Biogas-Anlage bauen und Hand bieten, dass die Landwirte in Zukunft Jauche aufs Feld führen, welcher das Ammoniak entzogen wurde. Das grüne Projekt zur Sicherung des Gasnetzes (für die nächsten 100 Jahre) befindet sich noch ganz am Anfang. «Wir evaluieren im Moment, mit welchen Landwirtschaftsbetrieben wir an den Start gehen können», erklärt Linde Meneghin, Geschäftsführerin der GASAG. «Die Region profitiert doppelt. Zum einen würde das Gas, das für die Wärmegewinnung in das Netz eingespeist wird, hier produziert anstatt aus dem Ausland bezogen. Zum andern fällt beim Ausbringen der Jauche der Ammoniak-Gestank weg.» Daraus geht hervor: «Das Projekt steht oder fällt mit dem Mitmachen der regionalen Landwirtschaft», gibt Meneghin zu bedenken.

Fragebogen an Landwirte

Zur Unterstützung hat die GASAG die Unternehmung BOHA AG aus Dittingen beigezogen. Der frühere Standortförderer Thomas Boillat und sein Geschäftspartner Matthias Hänggi führen nun bei den Landwirten eine Evaluation durch. «In einer ersten Phase klären wir bei 35 Landwirten ab, die sich nah am Netz der GASAG befinden, in welchem Rahmen sie die Pläne der GASAG unterstützen. Dazu haben wir den Betroffenen einen Fragebogen zugesandt», erklärt Boillat. «Steht der Landwirt einer Zusammenarbeit offen gegenüber, werden die Abklärungen vertieft.» Zum einen gehe es um die Berechnung der Menge, die Transportmöglichkeiten, aber auch um die Frage, wo die Biogas-Anlage gebaut werden soll, erläutern Boillat und Hänggi und betonen: «Wir sind zuversichtlich, dass unsere Region der richtige Ort ist für dieses Zukunftsprojekt. Hier herrscht Pioniergeist.» Die GASAG schätzt das Potenzial für Biogas in der Region auf 200 Gigawattstunden pro Jahr. Dies entspricht zehnmal mehr Wärmeleistung, als im Laufental-Thierstein mit Gas verbraucht wird.

Nachhaltige Versorgung

Die GASAG, die 1993 gegründet wurde, hat sich vorgenommen, den Anteil an Biogas bis ins Jahr 2030 um 30 Prozent zu steigern. 2050 soll der Anteil dann 100 Prozent betragen. «Damit erhalten die von der GASAG versorgten Gemeinden und Industriebetriebe (zum Beispiel auch die Ricola) eine nachhaltige Versorgung, welche die Klimaziele des Bundes erfüllt», verspricht die Geschäftsführerin.

Ab 2024 speist die GASAG rund zehn Prozent Biogas ins Netz ein, welches sie von der Biopower AG in Pratteln bezieht. Diese Anlage gewinnt das Biogas aus der Vergärung von biogenen Abfällen.

Biogas

bea. «In einem Umwandlungsprozess kann aus Jauche Biogas gewonnen werden, das dieselben Eigenschaften besitzt wie Erdgas, das aus dem Ausland eingekauft werden muss», sagt Linde Meneghin, Geschäftsführerin GASAG Laufental-Thierstein. Gülle und Mist von Kühen, Pferden, Schweinen und Hühnern dienen als Inputmaterial. Die Stoffe werden mechanisch zerkleinert und im Fermenter unter Ausschluss von Sauerstoff in Gas umgewandelt. Das Biogas kann dann in das Gasnetz eingespeist und in den Haushaltungen zur Wärmegewinnung genutzt werden. «Es ist ein Kreislauf», erklärt Meneghin. «Das Gärgut (Restmaterial aus dem Fermenter) geht als hochwertiger Dünger zurück an die Landwirtschaftsbetriebe.» Da dieser bereits vergoren ist, ist er geruchsneutral. Der Dünger hilft, dass wieder neue Produkte auf den Feldern wachsen.

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