Die ARA Zwingen kostet weniger und reinigt trotzdem sauberer

Ökonomie und Ökologie müssen sich nicht ausschliessen. Die ARA in Zwingen investiert laufend, spart gutes Geld und reinigt zudem besser.

Gut gemacht: Markus Lisser, Hans Herter, Jolanda Lisser und Daniel Scholer konnten von
Gut gemacht: Markus Lisser, Hans Herter, Jolanda Lisser und Daniel Scholer konnten von

Der ARA Zwingen gelang es letztes Jahr wiederum, das Abwasser so zu reinigen, dass die gesetzlichen Vorschriften erfüllt sind, erläuterte Hans Herter, Vorstandspräsident des Zweckverbandes Abwasserregion Laufental-Lüsseltal den 34 anwesenden Delegierten. Die Budgetversammlung fand letzte Woche in Wahlen statt.

Ein richtiges Erfolgserlebnis gibt es bei der Nitritbelastung zu vermelden. Nitrit ist ein Zwischenprodukt, das bei der gewünschten Umwandlung von Harnstoff aus dem menschlichen Urin in Nitrat entsteht. 2011 hatte der Kanton bemängelt, dass der Richtwert für Nitrit im Abwasser häufig überschritten wurde. Im Frühling 2012 startete die ARA eine aufwendigen Untersuchungskampagne, um die Ursachen zu finden. Dabei wurden die Messgeräte neu geeicht, die Abwassermengen und die Sauerstoffzufuhr gemessen, die Trübwässer überwacht, und sogar im Labor ein kleines Belebungsbecken nachgebaut. Schlussendlich wurde die Schlammentwässerung verbessert und siehe da: Die der Richtwert für die Nitrit-Konzentration im Wasser, das in die Birs eingeleitet wird, kann seither überwiegend eingehalten werden. Und dies, ohne dass es mehr kostet.
Die Anlage zur Schwammentwässerung wurde aufgerüstet und wird nun in Eigenleistung betrieben. Allein dadurch konnten letztes Jahr 40 000 Franken eingespart werden. Weitere grössere Einsparungen gab es beim Unterhalt der Maschinen und beim Personal, weil dank der effizienteren Maschinen und Abläufe weniger Leute angestellt sind. Zusammen mit diversen anderen Einsparungen konnte das Budget total um 270 000 Franken unterschritten werden, freute sich Herter. Insgesamt betragen die Betriebskosten 1,7 Millionen Franken, Tendenz sinkend. Die Kapitalkosten sind seit fünf Jahren nahezu stabil und betragen 0,8 Millionen Franken.

Gemäss provisorischer Werte beträgt die Deckungslücke bei der Basellandschaftlichen Pensionskasse 0,7 Millionen. Ob die Sanierung der Deckungslücke über den Kanton oder durch die Gemeinden erfolgen wird, ist noch offen.
Grössere Kosten kommen auf die Gemeinden zu, weil das Fremdwasser nach und nach reduziert wird, sagt Herter. Teilweise dringt Grundwasser in die Abwasserkanäle. Dieses Fremdwasser senkt die Reinigungsleistung der ARA. Der Kanton verlangt deshalb eine Sanierung.

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