«Das sind alles meine Kinder hier»

Mit der letzten Badisaison endete in Laufen auch die Zeit der Beizli-Wirtin Therese. Sie blickt auf spannende elf Jahre zurück und geht auch mit etwas Wehmut in Pension.

Für alle einfach nur «Therese»: Therese Selimis geht in Pension und gibt die Badi-Beizli in andere Hände weiter. Foto: Melanie Brêchet
Für alle einfach nur «Therese»: Therese Selimis geht in Pension und gibt die Badi-Beizli in andere Hände weiter. Foto: Melanie Brêchet

Als Erstes muss ich nachfragen, wie eigentlich ihr Nachname lautet. Denn wie für alle anderen — ob gross oder klein — ist sie für mich auch einfach nur «Therese». Nur ein älteres Paar aus Zwingen nenne sie tatsächlich Frau Selimis.

Elf Saisons lang war Therese das Herzstück des Badi-Beizlis in Laufen. Bereits zuvor arbeitete sie unter ihrem Vorgänger im Café Zemp und im Badi-Beizli und konnte in der Badi schliesslich seine Nachfolge antreten. Der damalige Leiter der Technischen Dienste, Ueli Fritschi, habe sie dazu ermuntert, sich zu bewerben, und sie hatte Erfolg damit.

An ihr erstes Jahr erinnert sich Therese gut: «Es war ein anstrengendes Jahr mit viel schönem Wetter, ich wurde gleich gefordert.» In dieser Zeit habe sie die Badi ein wenig anders erlebt als heute. Früher hätten viele Familien ihre Sommerferien in der Badi verbracht, sie packten Kind und Kegel ein und blieben den ganzen Tag. Dann kam Corona, eine einschneidende Phase. «Meine Stammgäste haben mich in dieser Zeit sehr unterstützt, dafür bin ich ihnen bis heute dankbar.» Auch Preissteigerungen für Externe hätten später Veränderungen gebracht — «ich verstehe beide Seiten», sagt sie dazu nur.

Besonders ans Herz gewachsen seien ihr die Kinder. «Wenn ich im Stress war oder mich über etwas ärgerte, reichte ein Blick von einem Kind am Kiosk und alles war wieder gut. Das sind alles meine Kinder hier.» Auch mit Jugendlichen habe sie so gut wie nie Probleme gehabt. «Wir waren ja alle auch mal so alt. Wir loteten damals auch Grenzen aus.» Neben den Stammgästen prägten auch der Schwimmklub, ihre Kolleginnen und Kollegen im Baditeam und nicht zuletzt ihre eigene Familie ihren Alltag. Ihr Mann unterstützte sie und brachte neue Ideen ein — «ich bin die Arbeiterin, er war der Ideengeber», erklärt sie.

Kulinarisch waren Pizza, griechischer Salat und natürlich Pommes die Renner — alles frisch zubereitet notabene —, den Pizzateig machte sie immer selbst, wie sie betont. «Wir haben in meinen Augen auch die beste Selbstbedienungslinie aller Schwimmbäder in der näheren Umgebung», sagt sie mit einem Lächeln und nicht ohne Stolz. Doch das Geschäftliche allein sei für sie nie das Entscheidende gewesen. «Mir sind die Leute wichtig, nicht ihr Geld. Ich wollte immer wissen, wie es ihnen geht.» Gerade an ruhigeren Tagen nahm sie sich Zeit für Gespräche. «Manchmal war ich fast eine Psychologin, habe zugehört und mit den Leuten geredet.»

Und auch wenn es einmal zu Ärger kam, fand sie ihren Umgang damit. Eine kleine Anekdote erzählt sie noch heute mit einem Schmunzeln: Ein Mann griff statt zum Schinkengipfeli zum Nussgipfeli, bemerkte es zu spät und war so verärgert, dass er das Gipfeli an die Wand warf. «Und das war ein Erwachsener!», betont Therese. Herausforderungen im Job habe es viele gegeben: Hitze, Stress, der Anspruch, Gäste schnell zu bedienen, und die Hygiene, die ihr besonders am Herzen lag. «Ich wollte weder Glacestengel noch Pommes am Boden zwischen den Tischen liegen haben.» An Regentagen nutzte sie die Zeit zum Putzen und Aufräumen.

Nach elf Jahren fällt Therese der Abschied nicht ganz leicht. «Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber ich darf gar nicht zu sehr daran denken, sonst tut es zu weh.» Dennoch möchte sie jungen Leuten die Chance geben, das Geschäft zu übernehmen. Und sie hat auch gleich einen Rat an ihre Nachfolge: «Wer Kinder nicht mag oder sich über Jugendliche schnell aufregt, ist im Badi-Beizli am falschen Ort.»

Künftig möchte Therese insbesondere in den Sommermonaten mehr Zeit in Griechenland verbringen, in der Heimat ihres Mannes. Im Winter wird sie aber auch weiterhin in der Gegend anzutreffen sein, sie wohnt seit zwei Jahren in Kleinlützel.

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