Chessiloch Wappen bald in neuem Glanz

Die Felsmalereien und Steine im Chessiloch werden 100 Jahre alt. Gemeinderat und Verschönerungsverein von Grellingen lassen die verwitterten Bildwerke im Sommer fachmännisch restaurieren.

Federführend für Restauration: (v.l.) Stephan Pabst und Alex Hein, Gemeinderäte von Grellingen   Foto: Jürg Jeanloz
Federführend für Restauration: (v.l.) Stephan Pabst und Alex Hein, Gemeinderäte von Grellingen Foto: Jürg Jeanloz

Es war im ersten Weltkrieg, als die Armee während vier Jahren ein Landwehrbataillon im Chessiloch stationierte, um die beiden Eisenbahnbrücken über die Birs Tag und Nacht zu bewachen. Die Juralinie, die damals mit Dampflokomotiven betrieben wurde, war eine wichtige Verbindung zu den Grenztruppen in der Ajoie und musste gegen Sabotage geschützt werden. Falls die Kriegsmächte die Schweiz besetzt hätten, wären die verminten Brücken sogar gesprengt worden.

Gegen 60 verschiedene Einheiten absolvierten im Chessiloch bei Wind und Wetter Wachdienst. Die Soldaten hausten in Baracken und begannen aus Langeweile, die Felsen und Steine zu bemalen. 60 Wappen, Kennzeichen und Bilder sind in dieser Zeit von künstlerisch begabten Soldaten entstanden. Sogar Skulpturen von General Wille und Oberst Sprecher wurden erstellt.
Der Zahn der Zeit hat den Wappen arg zugesetzt, weshalb der Gemeinderat und der Verschönerungsverein beschlossen, die Wappen zu restaurieren. Grellingen ist in der glücklichen Lage, dem bekannten Dekorationsmaler und Restaurator Stefan Buess im eigenen Dorf dieses Projekt zu übertragen. Er überwacht und dokumentiert alle Arbeiten, sorgt für die richtigen Hilfsmittel und steht in Kontakt mit der Denkmalpflege. Ende Juni werden die Wappen sauber gereinigt. Nach einer zweiwöchigen Trocknungsperiode werden sie angemalt und versiegelt. Selbstverständlich werden vorgängig Sträucher und kleinere Bäume gefällt und wo nötig auch die Felsen gereinigt.

Die Kosten der Renovation sind mit 25 000 Franken budgetiert. 10 000 bezahlt die Gemeinde, 5000 – 8000 Franken soll der Verschönerungsverein beisteuern, der Rest wird durch Sponsoren und Fonds gedeckt. Spenden werden gerne entgegengenommen. Am 30. August soll im Chessiloch ein grosses Einweihungsfest steigen, das vom Verschönerungsverein unter Präsident Stephan Pabst organisiert wird. Militär- und Unterhaltungsmusik sind angesagt, Suppe mit Spatz und Grilladen werden serviert. «Das Denkmal im Chessiloch geniesst nationale Bedeutung und hat es verdient, dass es mit der Auffrischung angemessen gewürdigt wird», meint der zuständige Gemeinderat Alex Hein.

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