Brandheisser Abend in der Biomill

Die Osterrockkonzerte in der Biomill in Laufen haben bereits Tradition. Von Rock war aber am Auftaktkonzert am Gründonnerstag weit und breit nichts zu hören oder zu sehen

Ausgelassen: Brandhärd aus Allschwil sorgten in Laufen für eine ausveraufte Biomill. Foto:Melanie BrÊchet
Ausgelassen: Brandhärd aus Allschwil sorgten in Laufen für eine ausveraufte Biomill. Foto:Melanie BrÊchet

Der Abend gehörte den Rappern von Brandhärd. Wo das kultige Trio aus Allschwil und Schönenbuch auftaucht, lässt sich das Publikum nicht zwei Mal bitten: Das Konzert war restlos ausverkauft, auch an der Abendkasse gab es keines der heissbegehrten Tickets. Obwohl Brandhärd bereits seit sagenhaften 20 Jahren die Bühne zum Glühen bringen, war es das erste Mal, dass die Band in der Biomill in Laufen spielte. Vorzustellen braucht man Brandhärd – wenn man so will, die wahre Allschwil Posse – längst nicht mehr. Seit dem Jahrtausendwechsel sind die Herren Fetch, Fierce und Johny Holiday im Geschäft und haben sich vom kleinen Basler Szene-Act zu einer der wichtigsten Stimmen im Schweizer Hip-Hop hochgearbeitet. Die drei sind mittlerweile Juristen, Journalisten und Familienväter, ihr orchestraler und grossartig produzierter Hip-Hop bohrt sich aber immer noch geradewegs in die Gehörgänge und fliesst von da aus direkt in die Füsse, welche in Folge dessen nicht mehr stillhalten können. So wippten denn pausenlos Köpfe und Hände rhythmisch mit den wahrlich fetten Bässen mit. Die Biomill tauchte ein in die Welt des Mundart-Hip-Hops und wurde erst gut 70 Minuten später wieder in die Realität entlassen. Wer nun moniert, dass dies eine sehr kurze Spieldauer sei, dem sei gesagt, dass das Trio auf der Bühne eine beachtliche sportliche Leistung ablieferte: Fast pausenloses Rappen und dazu permanente Bewegung ist eine Höchstleistung, umso mehr, als dass die Jungs von Brandhärd auch nicht mehr 20 sind. Das vornehmlich junge Publikum war gespickt mit Fans der ersten Stunde und solchen, die es jetzt spätestens nach dem Gig in Laufen sind. Im Vorprogramm wurde das Publikum von einer weiteren Hip-Hop-Band aus der Region angeheizt: Illa und Akim tauften unter dem Pseudonym Poem ihre Debüt-CD. Nachdem das einheimische Rapper-Duo im Januar 2016 in der Biomill seinen ersten Gig überhaupt spielte. Und auch Poem konnte überzeugen und wird mit Sicherheit dafür sorgen, dass der regionale Hip-Hop auch in Zukunft eine Stimme hat. Nach dem Konzert war noch längst nicht Schluss: An der Afterparty mit S-Gee durfte noch bis in die frühen Morgenstunden getanzt und gefeiert werden.

Weitere Artikel zu «Laufental», die sie interessieren könnten

Im Hintergrund geht es vorwärts: Das Bewilligungsverfahren für den geplanten Pavillon beim Kulturzentrum Alts Schlachthuus läuft. Im besten Fall soll im Sommer 2027 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Bild: zVg
Laufental07.10.2026

Der Pavillonanbau ist nach Verzögerungen wieder auf Kurs

Seit dem Ja zur Verlegung der Naubrücke ist die entscheidende Hürde für den Bau des Pavillons beim Kulturzentrum Alts Schlachthuus beseitigt. Seither ist es…
Friseursalon auf dem Dachboden: Christopher Spain verpasst seinem Freund Benjamin Aemisegger einen neuen Haarschnitt. Foto: Mark Riklin
Laufental07.10.2026

Der Barber von Blauen

Lenz’ Frisur ist überfällig. Sie spriesst in alle Richtungen, dort, wo noch ein Restbestand an Haaren übrig ist. Im Laufental erhält er einen Insider-Tipp: In…
Hervorragende Qualität: Die Riesling-Sylvaner-Trauben versprechen einen guten Jahrgang. Foto: Simon Jermann
Laufental07.10.2026

Grosse Vorfreude auf den neuen Jahrgang

Der Rekordsommer 2026 mit Hitze, Trockenheit und einer ungewöhnlich frühen Reife beschert den Winzerinnen und Winzern im Laufental, Thierstein und…