Blick auf Körperund Augentäuschungen

Einer Vielfalt von Themen widmeten sich auch dieses Jahr die Matura-Arbeiten am Gymnasium Laufental-Thierstein. Das Wochenblatt hat zwei Präsentationen besucht.

Optische Illusionen: Eda Gücer.

Optische Illusionen: Eda Gücer.

Faszination Fotografie: Julia Gunti. Fotos: Thomas Immoos

Faszination Fotografie: Julia Gunti. Fotos: Thomas Immoos

Zu den Prüfungen, die die Maturanden zu absolvieren haben, gehört jeweils ein selbstgewähltes Thema. Darüber haben die Schülerin, der Schüler vor dem betreuenden Lehrer, vor einem Experten und vor den Augen von Schulkameradinnen und -kameraden sowie von Angehörigen zu referieren. Vergangene Woche war es für den Matura-Jahrgang 2016 soweit.

Für ihren 15-minütigen Vortrag vertiefen sich die Maturanden in Bereiche der Naturwissenschaften ebenso wie sie sich mit ästhetischen Fragen beschäftigen. Auf den Vortrag folgt jeweils eine Runde, in der die Prüflinge Fragen der Experten zu beantworten haben.

Optische Täuschungen

Das Thema von Eda Gücers Arbeit lautete «Trompe l’œil – das Spiel mit Licht und Perspektive». Dabei geht es um optische Illusion, indem etwas zu sehen ist, was in dieser Form nicht vorhanden ist. Mit perspektivischer Darstellung wird Dreidimensionalität vorgetäuscht. Solche Täuschungen sind etwa die verzerrten Warnzeichen mit aufgemalten Radfahrern oder Schulkindern, wie die Schülerin ausführte.

Eda Gücer hat für ihre Arbeit nicht nur theoretische Grundlagen vorgetragen, sondern anhand einer eigenen Zeichnung gezeigt, wie die Augentäuschung funktioniert und wie ein Künstler vorgehen muss, damit diese dreidimensionale Wirkung entsteht. Wichtig dabei seien Licht und Schatten, weshalb sich Schwarz-Weiss-Kontraste eher anböten als farbige Zeichnungen.

Die Maturandin zeigte verschiedene Etappen ihrer Zeichnung, wobei gut erkennbar wurde, wie die Illusion schliesslich entsteht.

Licht und Schatten

Ebenfalls eines ästhetischen Themas angenommen hat sich Julia Gunti. «Licht- und Schattenspiel auf dem weiblichen Körper», mit andern Worten: weibliche Aktfotografie. Die Maturandin schilderte ihre Faszination für die Fotografie. Als Vorbilder nannte sie die Schweizer Fotografin Hannah Villiger und den deutschen Fotografen Günter Rössler.

Für die praktische Arbeit suchte Julia Gunti ein Modell, das – wie sie selber – noch nicht über grosse Erfahrung mit diesem Thema und doch ein «natürliches, ungezwungenes Verhältnis zu ihrem Körper hat». Sie schilderte auch die Schwierigkeiten, die sich stellen, wenn es darum geht, ein Atelier für die Aufnahmen zu mieten. Das habe sie gezwungen, im Voraus besser zu planen und effizienter zu arbeiten. Was ja im Rahmen einer Matura-Arbeit durchaus auch von Nutzen sein kann. Für ihre Fotografien wählte sie, wie Villiger, quadratische Formate. Neben dem fotografierten Ausschnitt liess die junge Fotografin viel leere Fläche, um eine grössere Wirkung zu erzielen, wie sie in ihrem Referat ausführte. Um eine bessere Licht-Schatten-Wirkung zu erzielen und den Kontrast zu verstärken, wählte sie schwarz-weiss und insbesondere einen komplett schwarzen Hintergrund. Weil auf den Fotos die Struktur des schwarzen Vorhangs dennoch zu erkennen war, bearbeitete die Fotografin die Bilder nach, damit der Hintergrund auch wirklich ganz schwarz war. Aus Kostengründen musste Gunti allerdings auf grossformatige Abzüge verzichten.

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