Artenvielfalt auf Trockenwiesen und -weiden

Am Mittwoch letzter Woche präsentierte ein Team der Uni Basel die Studie «Artenvielfalt auf Trockenwiesen und -weiden im Schweizer Jura». Untersucht wurden 60 Flächen in den Kantonen Baselstadt, Baselland, Solothurn und Jura.

Artenvielfalt am Wegrand: Ursina Studer (vorne l.) findet mithilfe von Teilnehmenden auf engstem Raum eine erstaunliche Artenvielfalt. Im Hintergrund Projektleiterin Jasmin Lepper (2. v. l.). Foto: Martin Staub

Im letzten Jahr wurden zwischen Frühjahr und Spätsommer auf Trockenwiesen und -weiden zwischen Bettingen und Delémont rund 60 hundert Quadratmetergrosse Flächen abgesteckt und von einem Team der Universität Basel auf Artenvielfalt untersucht. «Bereits um 1950 wurde ein solches Inventar erstellt und seitdem viermal wiederholt», erklärte Jasmin Lepper, Projektleiterin dieser letzten Studie im Jahr 2024.

Zahlreiche Vertreter von Burgergemeinden, Waldbewirtschafter, Förster, Landwirte und Fachpersonen liessen sich bei der Schemelschopfhütte in Dittingen am Mittwochnachmittag vor einer Woche informieren und lieferten selbst Impulse zur Werterhaltung und -steigerung solcher Biotope.

Eine Begehung ganz nah beim Ort des Informationsanlasses zeigte bereits, wie vielfältig die Natur auf solchen nährstoffarmen Magerwiesen agiert. Mittlerer Wegerich, Ehrenpreis, Orchideen, Zittergras, Schlaffe Segge und die ganze Vielfalt an Gräsern und Pflanzen zeigte Ursina Studer, Mitarbeiterin des Projektes. «Es wird einem erst wieder bewusst, wie ahnungslos und unwissend wir an all dieser Vielfalt von Pflanzen vorbeigehen», staunte eine Besucherin auf der Feldbegehung.

Jasmin Lepper und ihr Team steckten vor Ort ein zehn auf zehn Meter grosses Feld ab, um zu zeigen, wie klein jeweils die 60 untersuchten Flächen waren. «Und damit wir später bei einem zweiten Rundgang diese Flächen wieder exakt orten konnten, haben wir an den Ecken spezielle Magnete vergraben, welche mittels GPS wieder gefunden wurden», lüftete Ursina Studer das Geheimnis.

Das Ergebnis der Studie zeigte Erstaunliches. «378 verschiedene Pflanzenarten entdeckten wir an den abgesteckten Standorten», informierte Jasmin Lepper und fügte an, dass auf einer einzelnen untersuchten Fläche 50 bis 65 Arten ­bestimmt wurden. Festgestellt wurde ­zudem, dass die Artenvielfalt auf extensiven Weiden um rund zehn Arten grösser ist als auf gemähten Magerwiesen. Die Projektleiterin zeigte sich erfreut, dass Landwirte und Waldbewirtschafter ­anwesend waren, die Wesentliches zum Erhalt solcher wertvollen Biotope beitragen können.

«Leider hat der Bestand an Trockenwiesen und -weiden seit dem Zweiten Weltkrieg um rund 95 Prozent abgenommen, bedauerte Jasmin Lepper, freute sich aber andererseits, dass die Artenvielfalt seit 1980 wieder leicht zugenommen hat. Möglicherweise auch deshalb, weil in den 1990er-Jahren ein grosser Teil dieser seltenen Wiesen und Weiden unter Schutz gestellt wurde.

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