Laufen
18.03.2020

Die Situation ändert täglich, ja stündlich

<em>Eine saubere Sache: </em>Ein Teil der bestehenden Landi AGRO wurde abgerissen und durch einen gefälligen Holzbau ersetzt; hier der ebenerdige Zugang zur AHP.<em>Foto: Benildis Bentolila</em>
<em>Beat Gisin</em>

Eine saubere Sache: Ein Teil der bestehenden Landi AGRO wurde abgerissen und durch einen gefälligen Holzbau ersetzt; hier der ebenerdige Zugang zur AHP.Foto: Benildis Bentolila

<em>Eine saubere Sache: </em>Ein Teil der bestehenden Landi AGRO wurde abgerissen und durch einen gefälligen Holzbau ersetzt; hier der ebenerdige Zugang zur AHP.<em>Foto: Benildis Bentolila</em>
<em>Beat Gisin</em>

Beat Gisin

Die Einweihung der Agrarhandelsplattform der Landi Laufen (AHP) und das Frühlingsfest der Landi Laufen sind abgeblasen. «Aber wir machen weiter», sagt der Geschäftsführer.

Von: Benildis Bentolila

Die ankündigte Einweihung der Agrarhandelsplattform (AHP) der Landi Laufen am Donnerstag, 12. März, abends musste wegen der Entwicklung um die Ausbreitung des Coronavirus abgesagt werden. Anstelle dieses Abends lud die Geschäftsleitung ein, am Samstag, 28. März, von 9 bis 17Uhr das Landi-Laden-Frühlingsfest zu besuchen und gleichzeitig bei der AHP reinzuschauen, die seit Montag, 16. März, für die Kunden geöffnet ist. So könnte sich auch die nicht bäuerliche Bevölkerung ein Bild machen vom modernen Holzbau. Das war der Stand am letzten Wochenende. Inzwischen ist alles anders und vor allem in den Kantonen noch nicht einheitlich geregelt.

Das Wochenblatt hat dem Geschäftsführer Landi Reba, Beat Gisin, im Zusammenhang mit der aussergewöhnlichen Situation einige Fragen gestellt.

Wochenblatt: Welche Einschränkungen spürt Ihr Personal im Landi-Alltag?

Beat Gisin: Wir haben klare Verhaltensregeln für unsere Mitarbeitenden: Sitzungen werden möglichst als Telefonkonferenzen geführt, die Reinigungsintervalle wurden intensiviert, und wir versuchen, wo möglich Arbeitszeit und Arbeitsort flexibel zu gestalten.

Sind diese Massnahmen mit Mehrarbeit verbunden?

Ja, so ist es. Ich selbst investiere viel Zeit in Gespräche mit der Konzernleitung und den Behörden, auch am Wochenende und abends, genau wie alle Mitglieder der Geschäftsleitung und Kadermitglieder. Auf Stufe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es Mehrarbeit durch zusätzliche Reinigungen und veränderte Arbeitsabläufe. Das Personal ist teilweise durch die stets ändernden Vorgaben verunsichert und muss mehr nachfragen und abklären. Niemand will einen Fehler machen; die Situation ist zu ernst.

Wie machen Ihre Angestellten und die Kunden mit bei Vorsichtsmassnahmen?

Wirklich alle haben viel Verständnis und versuchen, die Vorgaben umzusetzen. Natürlich stossen wir an Grenzen, beispielsweise beim Abstand von zwei Metern von einer Person zur anderen, der beim Zahlungsvorgang an der Kasse kaum einzuhalten ist. Auch braucht es vonseiten des Personals zwischendurch Geduld, um Anordnungen zu erklären und durchzusetzen.

Gibt es noch Leute, die glauben, Vorsichtsmassnahmen seien übertrieben?

Ich bin überzeugt, dass seit ein paar Tagen alle den Ernst der Lage erkannt haben und einsehen, dass wir nur gemeinsam diese Herausforderung stemmen können.

Können Sie, kann überhaupt jemand voraussehen, wie es weitergeht? Hat die Pressekonferenz des Bundesrats am Montagnachmittag Klarheit gebracht?

Teilweise, ja, doch – wie wir es in der Schweiz allgemein kennen – haben Kantone auch eigene Regeln. Hier geht etwas noch durch, dort nicht mehr. Bei der Landi-Fenaco-Gruppe die schweizweit Lebensmittel, Tierfutter und Artikel des Grundbedarfs sowie Zier- und Nutzpflanzen, Haushaltartikel, Geräte und Kleider für die Landwirtschaft verkauft, wird es schwieriger. Es taucht beispielsweise die Frage auf, ob Servietten oder Leuchten für Lampen zum Grundbedarf gehören … Am Montag – Sie erinnern sich, es war warm, und das prächtige Wetter lockte nach draussen und in die Gärten – war der Umsatz bei Erde und Gemüsesetzlingen hoch. Nun gibt es jene, die sagen, aber diese Artikel gehören nicht zum Grundbedarf. Die anderen meinen, eben doch, schliesslich müssen wir jetzt setzen, was wir später ernten wollen für die Selbstversorgung. Diese und noch viele Fragen sind nicht geklärt. Hier braucht es weitere Gespräche zwischen der Regierung und den Anbietern.

Wenn klar ist, was Sie bei Landi verkaufen dürfen und was nicht, wie zeigen Sie das der Kundschaft?

Wir sind gehalten, Sektoren, die zurzeit für den Verkauf tabu sind, abzutrennen. Nicht einfach! Unser Personal ist am Ausprobieren, wie wir das am einfachsten bewerkstelligen können. Von Herzen wünscht das ganze Team unseren Kundinnen und Kunden gute Gesundheit, Geduld und – eben – Hoffnung. «Die Hoffnung hilft uns leben», sagte schon Johann Wolfgang Goethe vor rund 250 Jahren.

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