Laufen
02.06.2021

In der Schachlete ist es zu einer Einigung gekommen

«Hier entsteht nun die Anlage der Zukunft»: Bauschutt wird aufbereitet anstatt deponiert und die Zusammenstellung der Baustoffe erfolgt in einer unterirdischen Dosieranlage. Das Beladen der Lastwagen erfolgt nicht mehr über die Fahrzeugschaufel sondern über ein Förderband, das mit Gummi eingekleidet ist. Foto: Bea Asper

«Hier entsteht nun die Anlage der Zukunft»: Bauschutt wird aufbereitet anstatt deponiert und die Zusammenstellung der Baustoffe erfolgt in einer unterirdischen Dosieranlage. Das Beladen der Lastwagen erfolgt nicht mehr über die Fahrzeugschaufel sondern über ein Förderband, das mit Gummi eingekleidet ist. Foto: Bea Asper

Noch vor kurzem waren die Fronten verhärtet. Anwohner wehrten sich gegen das lärmverursachende Gewerbe, während dieses Ausbaupläne verfolgt. Trotz gegensätzlicher Vorstellungen hat man sich gefunden.

Von: Bea Asper

Die Pläne der Burgerkorporation Dittingen, aus dem Steinbruch Schachlete ein modernes Gewerbeareal zu machen, sind seit langem im Zonenplan zugrunde gelegt. Den Aufschrei über die Zulässigkeit der hohen Grenzwerte beim Lärm bekamen die Stadt Laufen und die Burger vor allem im letzten Jahr zu hören. Lärmklagen aus dem Laufner Wohngebiet Bromberg beschäftigten über Monate mehrere Ämter im Kanton Basel-Landschaft, parallel dazu führten Einsprachen gegen das Baugesuch der Antag Recycling AG dazu, dass sich Massnahmen zur Reduktion von Lärm verzögerten. Die Anspruchshaltungen lagen entgegengesetzt. Das zugezogene Gewerbe möchte Grosses erreichen, die Anwohner wollten keinen Lärm mehr in Kauf nehmen und Erholungssuchende pochten auf die herbeigesehnte Ruhe in der neben dem Steinbruch liegenden naturgeschützten Landschaft. Der Burgerrat war sich der schwierigen Situation bewusst. Er hatte eine Begleitgruppe ins Leben gerufen, in der sich die verschiedenen Interessensvertreter zum gegenseitigen Austausch trafen. Doch weil die Vorstellungen auseinanderdrifteten, bahnte sich ein langwieriger Rechtsstreit an. So hatte das Bauinspektorat die Einsprachen gegen das Erweiterungsgesuch der Antag Recycling AG zwar abgelehnt, doch dieser Entscheid wurde von Anwohnern weitergezogen vor die Baurekurs­kommission (das «Wochenblatt» berichtete). Bevor diese ein Urteil sprechen musste, kam es nun zu einer aussergerichtlichen Einigung. Dies bestätigt das Baudepartement des Kantons Basel-Landschaft auf Anfrage. «Es wurde unter der Leitung des Bauinspektorats eine Einigungs- und Verständigungsverhandlung durchgeführt. Im Nachgang haben die Parteien (Bauherrschaft und Beschwerdeführende) eine Einigungsvereinbarung unterzeichnet und die Beschwerde gegen das Baugesuch wurde daraufhin zurückgezogen. Die Baurekurskommission hat das Verfahren damit als erledigt abgeschrieben.» Die Antag Recycling AG werde in den nächsten Tagen die Baubewilligung erhalten, da kein Rechtsmittel mehr hängig sei und alle Grenzwerte eingehalten seien. So bestätigt die Medienstelle des Baudepartements, dass es keinen Anlass gibt zu Beanstandungen: «Die gesetzlich vorgesehenen Massnahmen zur Reduktion des Lärms sind in den Auflagen der Bau- und Betriebsbewilligung enthalten.»

Gemäss Roger Borer von der Antag Recycling AG sind damit die Voraussetzungen gegeben, dass sich mit dem Bau der unterirdischen Dosieranlage der Geräuschpegel wesentlich verringern wird. Sie ist die Optimierung der vor drei Jahren bewilligten Recyclinganlage für Bauschutt. Die neusten Technologien machen es möglich, dass der auf Baustellen entnommene Aushub nicht mehr in weit entfernte Deponien gefahren werden muss, sondern im neuen Pionierwerk in der Schachlete gewaschen und in seine Ursprungskomponenten aufgeteilt werden kann. Antag will die Anlage diesen Sommer in Betrieb nehmen. «Es wird ein Tag der offenen Türe geplant und zu einem späteren Zeitpunkt kommuniziert», sagt Borer. Bei der Dosieranlage kam es wegen der Einsprachen zu einer Verzögerung. «Wir rechnen damit, dass diese erst im nächsten Jahr laufen wird», meint Borer. Sie sorgt dafür, dass die Baustoffe unterirdisch über Förderbänder in die Lastwagen gelangen und nicht mehr wie heute mittels Radlader.

In den Verhandlungen konnten die Beschwerdeführer weitere Zusagen herausholen. Antag zeigt sich bereit, eine 135 Meter lange, vier Meter hohe Beton-Legomauer zu errichten als zusätzliche Lärmschutzmassnahme. Ausserdem wird der Einfülltrichter der Recyclinganlage mit Gummi ausgekleidet und bei den Radladern wird das Warnsignal beim Rückwärtsfahren vom heutigen Piepen durch ein (Suva konformes) Rauschen ersetzt werden.

Längerfristig dürfen sich Anwohner und Erholungssuchende auf einen naturnahen Wall rund um das Gewerbeareal freuen, falls dieser bewilligt wird, sagt Burgerratspräsident Ueli Jermann. «Die Burger hatten dafür einen Kredit von 400000 Franken gesprochen und die Verhandlungen dazu laufen mit allen Beteiligten auf Hochtouren.»