Neue Kulturoase in Mariastein

Mit dem Ausstellungsort «Choice» hat der KunstRaumRhein Dornach an der Metzerlenstrasse 1 in Mariastein eine Dependance erhalten. Eröffnet wurde sie mit einer Ausstellung der Künstlerin Stella Radicati.

Achtung bissig: Dorothee Deimann, Pater Peter von Sury, Stella Radicati, Simon Mugier (v.l.); vorne Tochter von Stella Radicati. Fotos: Thomas Brunnschweiler

Dorothee Deimann und Simon Mugier vom KunstRaumRhein arbeiten seit 2019 mit dem Kloster Mariastein zusammen. Damals waren Bilder von Stella Radicati in der Basilika des Klosters Mariastein zu sehen. 2022 kam es zu einer weiteren Zusammenarbeit bei der Einquartierung von ukrainischen Geflüchteten im Restaurant Post. Nachdem klar war, dass die «Post» umgebaut werden würde, suchte man eine andere Lösung. Räumlich bot sich die ehemalige Schlafklinik an der Metzerlenstrasse an. Relativ schnell ­ergab sich mit dem Immobilienfachmann und Juristen Theo Seckinger die Umsetzung. Die ukrainischen Menschen sind mehrheitlich geblieben, wobei sie jetzt von der Gemeinde betreut werden. Der KunstRaumRhein erweitert das Kulturprogramm am neuen Ort. Der Name «Choice» (Wahl, Alternative, Wahlmöglichkeit) für den Ausstellungs- und ­Begegnungsort steht für die Diversität der Angebote. Dorothee Deimann spricht von einem «Cultural Warehouse», einem Begriff, der nicht fest definiert ist. Es kann eine Art Kulturfabrik sein, aber auch ein Ort für Ausstellungen, Konzerte, Workshops und soziokulturelle Veranstaltungen.

Die 1985 in Italien geborene Künstlerin Stella Radicati schloss mit dem Master in Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Carrara ab. Sie lehrt neben ihrer vielseitigen künstlerischen Tätigkeit Kunstgeschichte. Seit 2016 ist sie eine vom Kulturministerium Luxemburg ­anerkannte unabhängige Künstlerin. Sie zeichnet sich durch ihre vielfältigen Ausdrucksformen aus: von der Malerei über Performance bis zur Installation. Die mehrheitlich monochromen Werke der Serie «Ecce Ancilla Domini», ein Marienzyklus, sind wie alle ihre Werke dem fotorealistischen Stil verpflichtet. Der ­Einfluss der italienischen kirchlichen Bildsprache ist unverkennbar; provokativ sind diese Szenen aus der biblischen Tradition nicht. Drei schwarz-weisse ­Bilder zeigen jeweils eine Kombination von Ausschnitten des Gemäldes «Guernica» von Picasso und schmerzverzerrte Gesichter aus dem Gaza-Krieg. Wo bei biblischen Motiven das zeichnerische Moment vorherrscht, verzichtet die Künstlerin bei ihrem Zyklus «Childhood» auf grafische Medien, um sich ganz auf die Ölmalerei zu konzentrieren. Die Serie, die auf Holz gemalt wurde, zeigt bewusst leichte, ­unwirkliche und oft auch ironisierende Sujets. Hauptthema ist das Spiel und der Kontrast zur Krisenhaftigkeit der Zeit. Auf dem Ölgemälde «Snake on the Beach» ist ein Kleinkind zu sehen, das neben einer Schlange spielt. Dieses Motiv ist — wie auch in «Blue for a Tiger» und «Riding a Shark» — ein symbolisch-spiritueller Hinweis auf Jesaja 11, wo die Vision eines Friedensreichs skizziert wird. Bei Radicati verbinden sich ästhetische Komposition und thematischer Tiefgang, oft reizvoll surrealistisch, oft fast etwas zu plakativ. Ein Besuch der Ausstellung, die bis am 4. Mai dauert, lohnt sich auf jeden Fall.

Öffnungszeiten: Sa, 14–17 Uhr; So, 11–16 Uhr; freier Eintritt. www.kunstraumrhein.ch.

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