Millionenfund in Hofstetten

Die Theatergruppe des Musikvereins Hofstetten präsentiert in der Mehrzweckhalle Mammut das Lustspiel «Verruckts Gäld» von Ray Cooney. Bei der Premiere hatte das starke Ensemble die Lacher auf seiner Seite.

Der Kantonspolizist Rüfenacht (Roman Küry) macht alle nervös: (v. l.) Heinz Binder (Martin Wetzel), Rolf Jorns (Raphael Schwitter) und Bettina Jorns (Sonja Häner). Foto: Thomas Brunnschweiler
Der Kantonspolizist Rüfenacht (Roman Küry) macht alle nervös: (v. l.) Heinz Binder (Martin Wetzel), Rolf Jorns (Raphael Schwitter) und Bettina Jorns (Sonja Häner). Foto: Thomas Brunnschweiler

Die Mehrzweckhalle in Hofstetten war am letzten Samstagabend voll besetzt. Die Helferinnen und Helfer servierten noch die letzten Bestellungen, die Spannung stieg. Etwas verspätet ging der Vorhang auf.

Eine Wohnung mit einer Treppe und drei Türen ist zu sehen. Heinz Binder kommt völlig aufgeregt nach Hause. Er hat im Bus seine Aktentasche gegen eine andere vertauscht und ist plötzlich im Besitz von zwei Millionen Franken. Auswandern, denkt er, schnell weg. Aber Jeanette, seine Frau, ist schwer von Begriff und denkt gar nicht daran, zum Flughafen zu fahren. Da tauchen plötzlich Besucher auf, die einer Abreise im Wege stehen. Der merkwürdige Kantonspolizist Rüfenacht verdächtigt Binder moralischer Abwege. Die Taxifahrerin Brigitte wird langsam fast wahnsinnig, weil niemand mitfahren will. Das befreundete Paar Rolf und Bettina Jorns kommt auch immer mehr in die Bredouille. Wer ist eigentlich nun wer?

Die Missverständnisse häufen sich. Und als noch Kommissarin Schlatter erscheint und Heinz Binder mitteilt, er sei gestorben, entgleitet den Anwesenden die Kontrolle völlig. Der Schluss wird hier natürlich nicht verraten, auf jeden Fall bleibt es bis zum Ende spannend und — vor allem lustig.

Famose Gesamtleistung

Regie führen Ruedi Erdin und Kurt Gschwind, welche die Rollen gut besetzt und auf das richtige Tempo angeschlagen haben. Es kommt nie Langeweile auf. Erdin und Gschwind sind auch für die Kulisse und die Requisiten verantwortlich. Martin Wetzel spielt den hyper­nervösen Heinz Binder souverän. Olivia Schwyzer taucht tief in die Rolle der Jeanette Binder mit ihren Alkoholexzessen ein, sodass man mit ihr sogar richtiges Mitleid entwickelt. Sonja Häner spielt Freundin Bettina Jorns mit Leidenschaft und bringt die Ausgekochtheit der Figur gut über die Rampe. Raphael Schwitter gibt die Rolle von Rolf Jorns ebenfalls mit einer tüchtigen Prise Berechnung, was den Millionenbetrag betrifft. Der etwas schlaksige Roman Küry ist die perfekte Besetzung für den undurchsichtigen Kantonspolizisten Rüfenacht. Sandra Gschwind hat sich die Rolle als ausgeschlafene Taxifahrerin prächtig angeeignet und wirkt in ihrer Empörung glaubwürdig. Die Kommissarin Schlatter wird von Brigitte Stöckli mit einer Mischung aus kühler Beamtenmanier und langsam sich steigernder Entnervtheit gemimt. Schliesslich taucht Mathias Bieri noch kurz, aber impulsiv als «Fussgänger» auf. Nach der Coronapause wurde in Hofstetten endlich wieder Theater gespielt, und das Publikum dankte es der Theater­gruppe, zu der auch die Souffleuse Verena Schaub gehört, mit lang anhaltendem Applaus.

Seit September 2022 war die Theatergruppe des Musik­vereins Hofstetten am Proben. Es hat sich gelohnt!

«Verruckts Gäld», Mehrzweckhalle Mammut, Hofstetten, Samstag, 28. Januar, 20 Uhr (Essen ab 18.30 Uhr möglich). Reservationen: 079 179 57 45 (19–20 Uhr) oder theater2023@mvhofstetten.ch

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