Ein olfaktorisches Erlebnis

Nach mehrmonatiger Bauzeit hat Rodersdorf endlich seinen Duftgarten zurück. Ein Kurzbesuch bei der Tramschleife lohnt sich.

Kennt im neuen Duftgarten jedes Pflänzchen: Peter Steiger vom Verein Duftgarten Rodersdorf. Foto: Melanie Brêchet
Kennt im neuen Duftgarten jedes Pflänzchen: Peter Steiger vom Verein Duftgarten Rodersdorf. Foto: Melanie Brêchet

Der Duftgarten besteht eigentlich schon etliche Jahre. Im europäischen Naturschutzjahr 1995 reifte bei Reto Locher (heute Geschäftsführer der Stiftung Natur und Wirtschaft), dem mittlerweile in Rodersdorf lebenden Landschaftsarchitekten Peter Steiger und einigen Freunden die Idee, die Rasenfläche in der Tramschleife sinnvoller zu gestalten. Schon bald war die Idee eines Duftgartens geboren und wurde mit dem Segen der Landbesitzerin, der BLT, umgesetzt. Seither pflegen zahlreiche Freiwillige, die sich zu einem Verein formiert haben, den Duftgarten. Zahlreiche Tiere finden im Garten, der zu 80 Prozent biodivers gestaltet ist, einen Lebensraum, darunter auch bedrohte Schmetterlingsarten.

Im Zuge von Bauarbeiten der BLT, um die Tramschleife hindernisfrei umzubauen, musste der Duftgarten vorübergehend weichen. Der Verein entschied sich dazu, einen Teil der Pflanzen zwischenzulagern und diese anschliessend im neu angelegten Duftgarten wieder zu integrieren. Fast alle Bäume, Sträucher und Stauden aus dem alten Duftgarten konnten so wieder eingepflanzt werden. «Ob alle Gehölze beim Umzug genügend Wurzeln mitbekommen haben, um gut wieder anzuwachsen, wird sich bald zeigen», sagt Peter Steiger. Vor allem bei Bäumen von mehreren Metern Höhe sei das kritisch. Die Bedingungen seien zum Zeitpunkt der erneuten Pflanzung ideal gewesen, das trockene Sommerwetter erfordere zurzeit aber regelmässiges Giessen. Bereits blüht es im neuen Duftgarten wieder und feine Duftnoten liegen in der Luft.

Da die BLT wegen Bundesvorgaben zur Biodiversitätsförderung einen Teil ihrer Bahnböschungen naturnah und biodivers wertvoll pflegen muss, sind die beiden Böschungen unterhalb der Tramremise an der Dammstrasse und zwischen Stockackerstrasse und Buskehrplatz ebenfalls neu bepflanzt. Bisher waren diese Flächen nur grasbewachsen. Damit wurde das ganze naturnah gestaltete BLT-Areal bezüglich Biodiversität und Gestaltung massiv aufgewertet. Für den Verein bedeutet das auch einen deutlichen Mehraufwand, denn diesem obliegt die Pflege des Duftgartens und der Böschungen. «Im Moment zählen wir 70 Mitglieder. Wir freuen uns aber über jedes neue Mitglied, das mitanpacken kann — nicht nur aus Rodersdorf.»

Peter Steiger betont die gute Zusammenarbeit mit der BLT. Gemeinsam sei es möglich gewesen, den Rodersdorfer Duftgarten zu erhalten. Für den Frühling 2024 ist ein Einweihungsfest geplant, bis dahin wird schon einiges gewachsen sein.

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