Amphibienrettung in Seewen

Von Mitte/Ende Februar bis Ende April sind Frösche, Kröten und Molche zum Laichen unterwegs und müssen manchmal Strassen überqueren. In Seewen hilft ein Team von 16 Freiwilligen und trägt viele Tiere sicher über die Strasse.

Freiwillige am Baslerweier: (v. l.) Mauro, seine Mutter Joy Lehmann, Biologin Maja Kopp, Paola Luminati und Koordinator Chris Schelker, mit Radkappe als Deckel für Froscheimer, retten Amphibien. Foto: Carlo Lang

Beim Baslerweier in Seewen, auf einer Strecke von über einem Kilometer Länge, sind in den nächsten gut zwei Monaten nachts freiwillige Helferinnen und Helfer unterwegs und tragen die gesammelten Amphibien über die Strasse. 2023 konnten an dieser Stelle 1195 Tiere sicher über die Strasse gebracht werden. Nur 131 Amphibien wurden überfahren. Unter den geretteten 1195 Amphibien waren 1132 Erdkröten, 60 Grasfrösche und drei Bergmolche. Die Amphibien wandern zum Laichen zum Weier, dann gehen sie von dort wieder zurück.

Auf dem dortigen Strassenabschnitt, auf der Bretzwilerstrasse entlang des Weiers, darf normalerweise mit 80 Stundenkilometer gefahren werden. Während der Laichzeit ist der Abschnitt auf 50 Stundenkilometer beschränkt. Für die insgesamt 16 Helferinnen und Helfer ist diese Geschwindigkeit immer noch sehr hoch, wenn sie mit in Eimern gesammelten Amphibien die enge und kurvenreiche Strasse überqueren. Das ist nicht ganz ungefährlich. Aus diesem Grund tragen sie Warnwesten und sind mit einer Taschenlampe ausgerüstet, um besser auf sich aufmerksam zu machen. Ausserdem werden Warndreiecke und Blinklichter entlang der Strasse aufgestellt.

Einführung von Freiwilligen

Letzten Sonntagnachmittag lud Koordinator Chris Schelker interessierte Freiwillige zu einem Infospaziergang entlang der grünen, 30 Zentimeter hohen Blachen an der Bretzwilerstrasse ein. Drei Frauen, eine davon mit einem ihrer Kinder, kamen und liessen sich von Schelker die nächtliche Arbeit erklären: «Auf einem Teilstück gibt es drei Amphibienunterführungen und eine fixe Einrichtung, an der Amphibien bis zu einer Unterführung entlanggehen können. Oberhalb der Felsen, dorfauswärts links, gibt es eine rund 200 Meter lange Blache mit Eimern alle 15 Meter. Diese müssen jede Nacht geleert und die Tiere über die Strasse getragen werden. Des Weiteren müssen auch Tiere direkt von der Strasse aufgelesen werden, da nicht auf der ganzen Strecke Blachen und Durchgänge vorhanden sind.» Die kleine Gruppe an neuen Freiwilligen spazierte die fixen Installationen und alle Eimer ab, die übrigens diese Woche geöffnet werden, falls die Wanderungen beginnen. Bereits eine tote Kröte lag am Sonntagnachmittag am Strassenrand. Für sie kam leider jede Rettung zu spät.

Freiwillige willkommen

Auf dem Spaziergang erzählte Joy Lehmann, eine der neuen Freiwilligen, dass sie bereits vor 30 Jahren hier Frösche gerettet habe. Die Strasse sei in der Laichzeit voller toter Amphibien gewesen. Von der Schule aus wurden Rettungsaktionen durchgeführt, bis der Kanton begann, das Leben der Tiere mit baulichen Massnahmen zu schützen. Als sie hörte, dass Freiwillige gesucht werden, habe sie sich spontan gemeldet und gleich einer ihrer beiden Söhne zum abenteuerlichen Info-Spaziergang mitgenommen. Chris Schelker ist seit acht Jahren engagiert dabei und koordiniert die freiwilligen Helferinnen und Helfer. Beim Pensionär dürfen sich weitere Freiwillige zum Schutz von Amphibien gerne melden.

www.pronatura.ch/de/amphibienwanderung

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