Von Superman bis Lion King

Die Musikgesellschaft Konkordia Reinach lud am Freitag und Samstag zur «Musical Night».Dabei überzeugte das Blasorchester der Musikschule ebenso wie die bewährte Konkordia.

Zusammen gehts besser: Beim «Phantom of the Opera» wurde generationenübergreifend musiziert.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Zusammen gehts besser: Beim «Phantom of the Opera» wurde generationenübergreifend musiziert. Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Das Musical ist ein Kind der Stadt New York, ein Mix von Musiktheater, Drama, Operette, Variété und moderner amerikanischer Unterhaltungsmusik. Viele Ohrwürmer stammen aus Musicals und durch die Verbreitung des Musicalfilms verbinden sich auch Bilder mit der Melodie. Diese kulturelle Produktivität des Musicals machte sich die Konkordia Reinach zunutze und stellte ihren Abend unter das Thema «Musical Night».

Zuerst aber brachte das Blasorchester der Musikschule unter der swingenden Leitung von «Evergreen» Thomas Wenger ihr Programm zu Gehör. Die Formation wusste bereits im schmissigen Marsch «The A-Team» zu gefallen. Aber auch die klangmalerische Hektik von «Cityscapes», das Medley aus «Tarzan» und «The Baron of Dedem» von Carl Wittrock waren geprägt von einem satten, ausgeglichenen Klang, in dem die Perkussionsgruppe eine wichtige Rolle spielte.

Konkordia und Blasorchester auf Augenhöhe
Nach der Pause wurden Jubilare und Veteranen geehrt, bevor die Konkordia unter der Leitung von Ueli Kipfer mit dem bombastischen «Superman March» an den Film von 1978 erinnerte. Nachwuchstalent Lukas Mayr dirigierte überzeugend ein Medley aus dem Musical «Sweeney Todd», das nach düsterem Anfang in faszinierende Interferenzen von Blech- und Holzbläsern übergeht, dissonante Akkorde und eine attraktive Saxofonkantilene enthält.

Zu gefallen wusste «The Wizard of Oz» aus dem berühmten Musicalfilm von 1939, in dem Judy Garland «Somewhere over the Rainbow» sang. Diese Melodie interpretierte die Konkordia mit ansehnlichem Volumen und runder Musikalität. «The Bells of Notre Dame» mit ihrem Fanfarenklänge imitierenden Anfang und der fulminanten Coda sorgte dafür, dass man sich am Tisch an den Film «Der Glöckner von Notre Dame» mit Anthony Quinn in der Rolle des Quasimodo erinnerte, wie überhaupt viele Melodien für Reminiszenzen an Theater- und Kinoabende sorgten.

Wohl für viele eine musikalische Entdeckung waren die «Highlights from Chess» von Benny Andersson und Björn Ulvaeus. Die beiden Abba-Musiker zeigen sich auch in den Kompositionen dieses Schach-Musicals als Meister des Effekts. Sowohl Rhythmik wie Melodik wirken hier sehr Abba-nah. Die Konkordia vermochte auch im Pianissimo Puls und Präzision zu halten.

Bezüglich der Wahl der Werke wenig originell, dafür durch die Präsentation spektakulär war der Abschluss des Konzerts, bei dem sich MG Konkordia und Blasorchester generationenübergreifend zusammenschlossen. Es erklangen zwei Stücke aus dem «Phantom of the Opera» von Andrew Lloyd Webber und ein Medley aus «The Lion King» von Hans Zimmer und Elton John. «The Lion Sleeps Tonight» wurde übrigens schon 1939 vom Südafrikaner Solomon Linda komponiert. Mit der rockigen Zugabe «Fame» endete das viel beklatschte Konzert. Die Blasmusik in Reinach lebt, und dies auf hohem Niveau.

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