Die Schülerinnen und Schüler von heute sind die Lernenden von morgen
Bereits zum siebten Mal fand die Mini-Berufsschau an der Sekundarschule in Reinach statt. 20 Betriebe stellten ihren Beruf vor und rangen um die Talente der Zukunft.

Rund 60 Schülerinnen und Schüler aus drei Schulklassen stehen vor der Turnhalle Bachmatten in Reinach bereit. Sie erhalten noch die letzten Instruktionen von Christoph Gnos, Berufswahl- und Laufbahnberater der Sekundarschule Reinach. Er erklärt ihnen, dass sie neugierig sein und viele Fragen stellen sollen, schliesslich hätten sich die Firmen die Zeit genommen und die Mühe gemacht, diesen Freitagnachmittag nach Reinach zu kommen.
In der Turnhalle warten Vertreterinnen und Vertreter von 20 lokalen Betrieben. Bewaffnet mit Infoblättern, Süssigkeiten und sonstigen Goodies stehen sie bereit für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Reinach – und damit für die Lernende der Zukunft.
Unterschiedliche Erfolgsbilanzen
Ein kurzer Austausch mit den Ausstellern zeigt: Die Betriebe konnten teilweise schon mehrere Lernende an diesem Anlass für sich gewinnen, wie ein Mitarbeiter der Feigenwinter AG bestätigt. Weniger erfolgreich war bisher die Schreinerei Wenger. Sie ist seit sieben Jahren dabei, konnte an der Mini-Berufsschau jedoch noch keine Lernende für sich gewinnen. Trotzdem sei man weiter gerne und mit Überzeugung dabei, schliesslich suche man händeringend nach jungen Handwerkerinnen und Handwerkern.
Der Eindruck, dass die Handwerksberufe von den Schülerinnen und Schülern «links liegengelassen» werden, kann an diesem Freitagnachmittag zumindest teilweise entschärft werden. Bei sämtlichen Betrieben stehen kleine Gruppen Jugendlicher und hören den Berufsleuten mal interessierter und mal weniger interessiert zu.
Leon steht in der vordersten Reihe und schreibt eifrig auf sein Notizblatt. Der 14‑Jährige geht in die 8. Klasse und sucht eine Lehrstelle für den Sommer 2028. Er möchte etwas mit Medizin machen, ist sich dabei aber noch nicht ganz sicher. Die Berufsschau findet er «spannend, weil man hier verschiedene Berufe kennnenlernen kann». Endre und Stefan wollen Informatiker werden und hören beim Stand von Endress+Hauser gespannt zu. «Wir haben den Kontakt für eine Schnupperlehre erhalten», sagen sie freudig.
So hat es auch bei Leo angefangen. Er wurde den anwesenden Betrieben von Laufbahnberater Gnos als Erfolgsbeispiel der Mini-Berufsschau angepriesen. Er war vor kurzem noch Schüler an der Sekundarschule in Reinach und lernte an der Berufsschau seinen heutigen Lehrbetrieb Hatebur kennen, wo er aktuell eine Berufslehre absolviert.
«Es bringt wirklich etwas»
An diesem Freitagnachmittag nehmen 18 Klassen teil. Jeweils drei Klassen dürfen gleichzeitig für 30 Minuten in die Turnhalle. Damit die Jugendlichen auch wirklich ins Gespräch kommen mit den Betrieben, haben gewisse Klassen von ihren Lehrpersonen Arbeitsaufträge und vorformulierte Leitfragen erhalten. Das Interesse der Jugendlichen variiert stark, einige sind sehr interessiert, für andere scheint es eher eine mühsame Pflichtaufgabe zu sein. Laufbahnberater Gnos gibt zu bedenken, dass die Berufsschau dieses Jahr zum ersten Mal nach der grossen Berufsschau in der St. Jakobshalle stattfindet. Daher wirke das Ganze für die Schülerinnen und Schüler natürlich weniger spektakulär. Es ist aber weiter überzeugt vom Nutzen der Veranstaltung. «Was wir hier machen, bringt wirklich etwas», sagt Gnos. Erfolgsbeispiele wie Leo seien dafür der lebende Beweis.
Drei Stunden dauert die Berufsschau an diesem Freitagnachmittag in der Turnhalle Bachmatten. Rund 400 Jugendliche nehmen daran teil und kommen mit den lokalen Betrieben ins Gespräch. Dabei werden auch Schnupperlehren vereinbart. Und damit dürften weitere Erfolgsgeschichten auf die von Leo folgen.


