Erleben und Entdecken

Wie alle drei Jahre ruft der Naturschutzdienst Baselland am Sonntag zum Erlebnistag in die Reinacher Heide. Exkursionen und Erlebnisstände vermitteln spannende Einblicke in die Natur

Sein Revier: Ranger Yannick Bucher erzählt den Besucherinnen und Besuchern von der Geschichteund den Aufgaben des Naturschutzdienstes. Foto: zvg
Sein Revier: Ranger Yannick Bucher erzählt den Besucherinnen und Besuchern von der Geschichteund den Aufgaben des Naturschutzdienstes. Foto: zvg

«An meinem Beruf schätze ich, dass Naturschutz konkret wird», sagt Yannick Bucher, leitender Ranger beim Naturschutzdienst Baselland. Als Geowissenschafter hätte er sich der Forschung widmen können, doch es sei ihm wichtiger gewesen, an der Basis, vor Ort etwas zu tun. «Zudem bin ich gerne an der frischen Luft und in Kontakt mit Menschen», erzählt der 37-Jährige. Kernaufgaben des anno 2003 gegründeten Naturschutzdienstes sind die Sensibilisierung der Bevölkerung zu spezifischen Naturthemen und Kontrollgänge in den drei Naturschutzgebieten Talweiher, Wildenstein und Reinacher Heide. Auftraggeberin ist der Kanton. Auf ihren Kontrollgängen haben die Rangerinnen und Ranger ein Auge darauf, ob die Naturschutzregeln eingehalten werden.

«Die Reinacher Heide wird von sehr vielen Menschen als Erholungsraum genutzt. Angesichts dessen ist erfreulich festzustellen, dass es relativ wenig Regelverstösse gibt. Wir treffen zum Beispiel nur selten auf Leute, die ein Picknick mitten in einer Wiese veranstalten», sagt Bucher. Die Reinacher Heide habe aber etwas den «Charakter eines Stadtparkes», weshalb Littering immer ein Thema sei. Auch komme es vor, dass Leute an Orten badeten oder ein Feuer machten, wo dies verboten ist. «Als Ranger ist es unsere Aufgabe, da einzugreifen.»

Tiefe Einblicke

Am kommenden Sonntag lädt der Naturschutzdienst Baselland nun zum Erlebnistag in die Reinacher Heide ein. «Wir führen diesen im Wechsel mit den Naturschutzgebieten Talweiher und Wildenstein durch. Er findet in der Reinacher Heide also alle drei Jahre statt», sagt Bucher. «Der Erlebnistag in Reinach ist jeweils jener mit der grössten Anzahl an Besucherinnen und Besuchern. Reinach ist im Gegensatz zu den anderen zwei Naturschutzgebieten sehr einfach zu erreichen.»

Am Erlebnistag haben Interessierte Gelegenheit, die Reinacher Heide in einem Erlebnisparcours zu entdecken, Tiere aus nächster Nähe anzuschauen und an Exkursionen teilzunehmen. Die drei von Fachpersonen geführten Exkursionen gehen seltenen Pflanzen, dem Biber, Libellen, Tagfaltern und Heuschrecken nach – sie vermitteln einen vertieften Einblick in die Naturwelten. Auch verschiedene Partnerorganisationen sind mit eigenen Ständen vor Ort: Das Wasserwerk öffnet eines seiner Pumpwerke, das Forum Würth verbindet Natur und Kunst, der Fischereiverein gibt Einblick in den Wasserlebensraum der Birs und die Abteilung Natur und Landschaft des Zentrums Ebenrain macht Lust auf mehr Natur im eigenen Garten. Der Erlebnistag wie auch die Führungen sind kostenlos und finden bei jedem Wetter statt. Die Stände sind von 11 bis 17 Uhr durchgehend betreut und befinden sich entlang der Spazierwege in der Reinacher Heide.

Am Montag findet übrigens ein zusätzlicher Erlebnistag speziell für Schulklassen statt. «Die Schulen zeigen jeweils grosses Interesse. Es dauert nach Bekanntgabe des Datums jeweils keine 24 Stunden, bis wir ausgebucht sind», sagt Bucher. Zwölf Schulklassen mit über 200 Kindern aus der Umgebung werden teilnehmen.

Naturoase in der Agglomeration

Die Reinacher Heide bietet eine grosse Artenvielfalt: Auf kleiner Fläche wachsen seltene Orchideen, finden Amphibien und Reptilien Lebensraum, und seit einigen Jahren hinterlässt eine Biberfamilie sichtbar ihre Spuren. Auch der seltene Eisvogel – Vogel des Jahres 2026 – ist an der Birs zu Hause. In der Schweiz ist er auf der roten Liste als «verletzlich» klassiert. Bird Life Baselland hat im laufenden Jahr ein Projekt gestartet, um mögliche Brutplätze für den Eisvogel entlang der Birs zu eruieren und aufzubauen. Die Reinacher Heide gilt mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten als Oase in der zusammengewachsenen Agglomeration des Birsecks. Das Gebiet ist seit 1994 ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung.

Weitere Informationen: www.naturschutzdienst-bl.ch

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