Der alte «Ochsen» erwacht zu neuem Leben

Das Restaurant Ochseneck hat im Juni seine Tore geöffnet. Wirtin Christine Krieg freut sich darauf, das frisch sanierte Haus zu beleben.

Auf geht’s: (V. l.) Wirtin Christine Krieg, Stephanie Krieg (Service) und Fabian Karlen (Küche) freuen sich 
auf die neue Heraus­forderung im «Ochseneck». Foto: Caspar Reimer
Auf geht’s: (V. l.) Wirtin Christine Krieg, Stephanie Krieg (Service) und Fabian Karlen (Küche) freuen sich auf die neue Heraus­forderung im «Ochseneck». Foto: Caspar Reimer

Das 1761 erbaute, historisch als Gasthof Ochsen bekannte Gebäude im Reinacher Ortszentrum ist am 7. Juni unter dem Namen «Restaurant Ochseneck» in eine neue Ära gestartet. Seit dann bewirtet Christine Krieg, die mit ihrem Team vom Restaurant Predigerhof gekommen ist, die Gäste. Ihre Begeisterung für das neu eröffnete Lokal ist ansteckend: «Es ist wirklich sehr schön geworden. Die Mischung aus Alt und Modern macht einen besonderen Reiz aus», sagt die 53-Jährige. Auf der kleinen, aber feinen Speisekarte, die das Team in regelmässigen Abständen erneuert, steht eine zeitgenössische Küche mit regionalen Produkten, also das, was heutzutage unter einem guten Restaurant verstanden wird – keine Dorfkneipe, aber auch kein Luxusrestaurant.

Rund 50 Gäste finden im Erdgeschoss Platz und im Gartenrestaurant zur Hauptstrasse hin können Christine Krieg und ihr Team bis zu 40 Menschen bewirten. Für spezielle kleinere Anlässe kann auch die «Schigge Stube», die mit Bildern des Reinacher Künstlers Pierre Riche alias Beda Flury versehen ist, gemietet werden. Der Name «Ochseneck» wurde auch deshalb gewählt, weil sich das Gartenrestaurant um die Ecke hin zur Hauptstrasse zieht.

Umfassende Sanierung

Die Besitzer des alten Hauses, das Ehepaar Christoph Meury und Gabriela Grellinger, beide Reinacher Bürger, wollten im Rahmen der Aufwertung des Ortskerns «Reinach etwas zurückgeben», wie Christoph Meury es im Wochenblatt vor Beginn der umfassenden Sanierungsarbeiten im vergangenen Jahr sagte: «Es war schon länger angezeigt, dass das Gebäude saniert und den heutigen Anforderungen für einen Wohn- und Gewerbebau angepasst werden musste.»

Die Gastroflächen im Erdgeschoss wurden instand gesetzt und insbesondere die Küche und die sanitären Einrichtungen erneuert. Architektonisch sollten sich Alt und Neu ergänzen. Mit punktuellen Eingriffen wurden zeitgenössische Akzente gesetzt, so etwa mit vergrösserten Fensteröffnungen zur Hauptstrasse und zur Kirchgasse. Im Innern wurden spätere Einbauten und Verkleidungen zugunsten der ursprünglichen Bausubstanz rückgängig gemacht. Für die Sanierung und die betriebliche Neupositionierung hatten die Eigentümer die Ochseneck GmbH gegründet und die Planung für den Umbau an das Architektenbüro Nussbaumer und Trüssel aus Basel in Auftrag gegeben.

Die früheren Gästezimmer im zweiten Stock werden durch Wohnungen ersetzt. Äusserlich bleibt das Gebäude der klassischen Bauweise aus dem 18. Jahrhundert treu und markiert damit, wie auch die auf der anderen Strassenseite geplante Überbauung Stadthof, den Übergang zum historischen Dorfkern.

Viele Möglichkeiten

Vor dem Umbau hatte die Familie Huynh im alten «Ochsen» ein chinesisches Restaurant betrieben und den ersten Stock als Wohnung genutzt. Mit den neuen Mietern erwacht der erste Stock zu neuem Leben, denn neben dem Büro und einer Umkleidekabine stehen interessierten Gesellschaften der «Grosse Ochsensaal» oder ein Salon zur Verfügung. Dieser ist mit zahlreichen Einrichtungsgegenständen, die nebenbei auch durch die Gäste erworben werden können, ausgestattet. Der jeweils eigene Charakter der unterschiedlichen Räume regt die Fantasie für eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten an. «Als Wirtin ist es schön, die Räume bespielen zu können», sagt Krieg. Es brauche aber Zeit, bis die Gäste das Haus kennen und selbst Ideen entwickeln.

Verschiedene Stationen als Wirtin in grösseren und kleineren Gastrobetrieben hatten Krieg nach Reinach gebracht. Darüber hinaus hatte sie etwa bei «Job Factory» die Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt verantwortet. «Auf längere Sicht planen auch wir im ‹Ochseneck›, integrative Arbeitsplätze anzubieten. Doch im Moment fehlt uns dafür noch die Zeit.»

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