Dadi Wirz erhält den Spartenpreis Kunst

Ende Mai wurden die vier Preisträgerinnen und Preisträger des Kulturpreis BL 2021 verkündet. Der Spartenpreis Kunst geht an den 90-jährigen Künstler Dadi Wirz aus Reinach. Das «Wochenblatt» publiziert die Laudatio.

Internationale Lebensgeschichte: Dadi Wirz zog es schon früh in die Welt hinaus. Foto: ZVg / Matthias Willi
Internationale Lebensgeschichte: Dadi Wirz zog es schon früh in die Welt hinaus. Foto: ZVg / Matthias Willi

Die Biografie von Dadi Wirz liest sich wie ein Abenteuerroman, als das Reisen noch ein wagemutiges Unterfangen war, gespickt mit einer Tour d’Horizon durch die Kunstgeschichte. Als Sohn des Ethnologen Paul Wirz in Muttenz geboren, bereist er schon in den ersten Lebensjahren über ein Dutzend Staaten in Afrika und Asien und verbringt seine Kindheit auf einer Insel in Sri Lanka. Später zieht die Familie in die Dominikanische Republik. Diese Eindrücke und Perspektivenwechsel werden seine Kunst und seinen weiteren Lebensweg prägen.

Voller Freude schildert der heute 90-jährige Künstler und Sammler seine zahlreichen Stationen und die damit verbundene künstlerische Arbeit. Nach einer Fotografenlehre in Basel zieht es ihn in die Welt hinaus. Dank dem Künstler Serge Brignoni, einem Freund der Familie, schickt ihn sein Vater zum Kunst-Studium nach Paris. Er erhält einen Lehrauftrag und lernt Künstler wie Alexander Calder, Max Ernst, Alberto Giacometti oder Jean Arp kennen. Nach einem längeren Aufenthalt in Neuguinea zieht er Mitte der 50er-Jahre in die USA. Dort lehrt er während 15 Jahren in Ohio, Providence und Houston Kunst. Danach folgt er dem Ruf der Schule für Gestaltung in Basel. Seine Reisetätigkeit gibt Dadi Wirz dessen ungeachtet nie auf.

Er interessiert sich jetzt vor allem für Drucktechniken. Geografische Bezüge sind ihm wichtig. Bereiste Flussläufe werden zu Reliefs, die Umrisse der französischen Atlantikküste dienen als Grundlage für eine Objektserie. In seiner «Wandskulptur Baselbieter Gemeinden» von 2019 werden die Umrisse und Höhenlinien einzelner Gemeinden zu einem abstrakten dreidimensionalen Bild.

Objekte und Objets trouvés prägen sein Werk immer stärker, seine Sammeltätigkeit kommt ihm dabei zugute. Ob Stalin-Büsten aus Moskau, Schiefertafeln oder Schubladenkästen aus ehemaligen Fabriken – alles wird zusammengetragen. Die Sammlung in seinem Haus in Reinach zeugt davon, sie umfasst neben Alltagsgegenständen auch wunderschöne traditionelle Objekte aus Papua-Neuguinea. Der Austausch zu anderen Künstlerinnen und Künstlern und Kulturen bleibt für ihn von grosser Wichtigkeit. Mit Dieter Roth verbindet ihn eine lange Freundschaft.

Trotz seiner internationalen Lebensgeschichte bleibt der Kanton Basel-Landschaft die Heimat von Dadi Wirz. Gleichzeitig ist er ein Botschafter und trägt immer ein Stück Baselbiet in die Welt hinaus.


* Dominique Mollet ist Präsident des Kulturrats Baselland

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