Ein Held für Gross und Klein

Mit «Maximilian, der Held» hat Fabio Costacurta eine neue Figur für «Das Luftschloss» entwickelt. Das von Sylvia Bossart inszenierte Stück besticht durch Poesie, Humor und hervorragende mimische Leistung.

Erst hochmütig, dann einsichtig: Die angehende Elfe Tamesis (Smadar Goldberger) lehrt Maximilian (Ayhan Sahin) das wahre Heldentum.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Erst hochmütig, dann einsichtig: Die angehende Elfe Tamesis (Smadar Goldberger) lehrt Maximilian (Ayhan Sahin) das wahre Heldentum. Foto: Thomas Brunnschweiler

Der mutige Maximilian ist das, was man heute wohl einen Macho nennen würde. Andere Männer sind für ihn Hohlköpfe und die Frauen Püppchen. Maximilian möchte ein Held werden. Dafür muss er einige Prüfungen bestehen. Der König schickt ihn auf eine abenteuerliche Reise. Maximilian muss mit einem Vampir, einem Ritter, einer Hexe, einem Drachen und einem Dämonen kämpfen. Tamesis, die eine richtige Elfe werden will, hilft ihm dabei. Aber in seinem Hochmut, seiner frechen und vorlauten Art verprellt der Möchtegern-Held Tamesis immer wieder. Schliesslich verhilft die gute Hexe Maximilian zu einer Vision, in der Tamesis ihm das wahre Heldentum erschliesst.

Hoher künstlerischer Wert

Fabio Costacurta trug das Heldenmotiv schon lange im Hinterkopf mit sich herum. Eines Tages sagte ihm ein Jugendlicher: «Ich möchte gerne einmal eine Heldengeschichte sehen.» Der Junge heisst Maximilian. Und so begann alles. Für Costacurta sind Fussballer oder andere Spitzensportler keine Helden. «Ein Held ist jemand, der sich selbst zurückstellt und anderen hilft, selbst unter Einsatz seines Lebens», sagt der Autor. So schwingt auch in diesem Stück ein pädagogisches Anliegen mit, ohne dass die moralische Keule ausgepackt wird. Die Liste von prominenten Sponsoren zeigt, dass diese den künstlerischen Wert der Produktionen und auch deren Beitrag an die Gemeinschaft erkannt haben. «Das Luftschloss» ist weit mehr als Laientheater, obwohl nicht alle Mimen eine schauspielerische Ausbildung haben.

Humorvoll, musikalisch und poetisch

Vier Mitwirkende spielen in Doppelrollen. Luzia Soliva gefällt als singende Erzählerin und als vermeintliche Prinzessin. Ayan Sahin, der zum ersten Mal mitspielt, interpretiert den erst hochmütigen, dann einsichtigen Maximilian mit viel Energie und Verve. Smadar Goldberger, die in dieser Saison erstmals im Fauteuil mitspielte, ist mit ihren graziösen Bewegungen und ihrem schauspielerischen Talent die perfekte Besetzung für die Elfe Tamesis. Marcel Mundschin, der König, Vampir und Knappe verkörpert, riss am letzten Sonntag das Publikum im vollbesetzten Gewölbekeller im Gemeindehaus immer wieder zu Lach-stürmen hin. Auch Fabio Costacurta interpretiert die Rollen des Dieners, des Ritters und des Drachens auf witzige Weise. Inge Rüppel überzeugt sowohl als Elfenkönigin wie als Hexe. Regie führte wie schon in den letzten Jahren Sylvia Bossart. Zu erwähnen ist das einfache, aber effektive Bühnenbild in Form mobiler Stellwände. Die Kostüme wurden liebevoll von Marianna Costacurta hergestellt, die eingängige Musik von Balz Aliesch komponiert. Das Stück, das viel Sprachwitz und Slapstickeinlagen enthält, kann Kindern von 5 bis 95 empfohlen werden.

 «Das Luftschloss»: Maximilian, der Held. Gemeindezentrum, Hauptstrasse 10, Do 14., Sa 16., So 17. Februar, jeweils um 14.30 Uhr, Einlass ab 14 Uhr. Reservation: <link mail>info@dasluftschloss<link mail>.ch oder Tel. 061 511 60 00.

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