Knackiges Klangspektrum und Kaiserwetter

Das 22. Jazz Weekend Reinach erfreute sich idealer Wetterbedingungen und eines riesigen Zulaufs der Freunde des Jazz, Dixie, Blues, Country, Soul, Latin, Funk und Rock. Vereine sorgten für die Verpflegung.

Von Swing bis Bossa Nova: Sabine Hänni von Just Jazz brillierte mit ihrer starken Stimme. Foto: Thomas Brunnschweiler
Von Swing bis Bossa Nova: Sabine Hänni von Just Jazz brillierte mit ihrer starken Stimme. Foto: Thomas Brunnschweiler

Nach zweijähriger Pause fand am letzten Wochenende das 22. Jazz Weekend Reinach statt. Mit der allmählichen Zunahme von Schattenplätzen füllten sich die Tische. Obwohl der Anteil an Jazz nur einen Viertel beträgt, lockt das Label «Jazz Weekend Reinach» viele Musikfreunde in die Stadt vor der Stadt. In diesem Jahr gab es positive Neuerungen.

Ivan Kartschmaroff, der musikalische Leiter, erklärte: «Auf allen vier Bühnen spielen drei Bands, eine Opener-Band (je 45 Minuten) und zwei weitere Bands (je 100 Minuten). Dazu sind die Zelte höher, damit alle Besuchenden freien Blick auf die Bühne haben. Jede Bühne ist mit vier weissen Scheinwerfern beleuchtet, und überall gelten dieselben Wechselzeiten.» Rund 125 Musizierende präsentierten Jazz, Funk, Rock, Country Rock, Blues und Fusion.

Queen, Funk Show und Drummersolo

In ihren Uniformen wusste die Castle Groove Festival Brass Band zu gefallen. Auf dem Gemeindehausplatz brillierten die Bands Nameless und Wordless der Musikschule Reinach. Viel Applaus erntete Wordless mit Hits von Queen. Shades of Purple, die erste echte Schweizer Deep Purple Tribute Band, spielten in Annäherung an die Kultband deren Blockbuster. Custard Pie aus dem Elsass sorgte zusammen mit ihrer Gastsängerin und -tänzerin mit Vintage-Funk für mitreissenden Groove.

Der ebenfalls volle Angensteinerplatz gehörte dem Blues, Shuffle, Bluesrock, Rock und der Modern Country Music. Dezibelstark trumpfte The Southern Projekt auf und hämmerte rockig-bluesige Beats über die Rampe. Mit ihrer Vorliebe für dreistimmigen Harmony-Gesang und die Modern Country Music legten die sechs Musiker einen vielfältigen Klangteppich aus. Unvergesslich: das lange Solo des Meisterdrummers Martin Markus. Den Abschluss auf dem Angensteinerplatz machten die 6 Handful of Blues mit Herzschmerz, Ekstase und Liebesschwüren.

Der Feigenwinterplatz war dem frühen Jazz vorbehalten: New Orleans, Dixie, Swing und Bossa Nova. Just Jazz bot einen Mix von überlegten Arrangements und Improvisation. Die stimmgewaltige Sängerin Sabine Hänni begeisterte mit ihren seelenvoll interpretierten Jazzsongs. In der Tradition von Sidney Bechet stehen Wizard of Creole Jazz. Sie verzauberten das eher ältere Publikum mit ihren Klarinetten- und Saxofonsoli.

Abschluss mit einem Jazzgottesdienst

Gegen Ende des Anlasses trat die Bourbon Street Jazz Band auf. Die sieben Musiker vereinen pure Spielfreude, Improvisation und Humor. Die stimmungsvolle Bühne bei der Schreinerei Wenger war der Hotspot für die Jungen; aber auch Golden Agers liessen sich mitreissen, zuerst von Anissa Damali & The Genius. Die brillante Jazzsängerin überzeugte mit Fusion von Samba und Afro-Brazil-Jazz. Einen exquisiten Hörgenuss bereitete der Spitzengitarrist Michael Oertel mit seiner Band. Er vereint die Qualität Mark Knopflers mit der Vielfalt eigener Kreationen. Den Abschluss machte Token, eine Coverband, die Rockmusik der 70er- bis 90er-Jahre interpretierte.

Am Sonntagmorgen sang Let’s Gospel beim Gemeindehaus. Florence Develay und Marek Sowulewski gestalteten den Jazzgottesdienst. Danach spielte die SMB Big Band bis 14 Uhr Swing, Latin, Funk, Blues und Dixie.

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