Highlight für Gross und Klein

Die Theatergruppe Reinach führt den gestiefelten Kater in der Weiermatthalle auf. Kinder sind besonders willkommen.

Träumen von einem besseren Leben: (v. l.) Der Müllerssohn Peter (Jürg Kyburz), der gestiefelte Kater (Tanja Wüest) und der Sohn des Hofschusters Hans (Benedikt Stark). Foto: Michael Wolf/zVg
Träumen von einem besseren Leben: (v. l.) Der Müllerssohn Peter (Jürg Kyburz), der gestiefelte Kater (Tanja Wüest) und der Sohn des Hofschusters Hans (Benedikt Stark). Foto: Michael Wolf/zVg

Vor der Bühne der Weiermatthalle sind kleine Bänke platziert. Hier können die Kleinen – ganz ohne Erwachsene – sitzen und das Schauspiel aus nächster Nähe mitverfolgen. Wenn sich der Vorhang dann hebt, schauen die Kinder allerdings nicht bloss teilnahmslos zu, sondern lassen sich auch mitreissen. Wenn etwa der gestiefelte Kater im Schloss des Zauberers die falsche Taste auf der Zaubermaschine drücken will, rufen sie laut dazwischen.

«Es ist toll, auf der Bühne zu stehen und für Kinder zu spielen», sagt Erwin Schmidt, Präsident der Theatergruppe Reinach. Dass die Kinder mitmachen und auch dazwischenrufen, stört ihn kein bisschen. «Das üben wir auch. Beim Proben schwatzen die, die gerade nicht auf der Bühne stehen, extra drein.» Das Stück wird zudem auf Schweizerdeutsch aufgeführt, was es für die Kinder auch leicht zugänglich macht. «Wir wollen den Kindern etwas Gutes tun», sagt Schmidt. Ansonsten gibt es nicht viele Kindertheater in der Region. «Im Kanton Basel-Landschaft und im angrenzenden So­lothurn sind wir die Einzigen, die das ­machen.» Die Aufführung ist aber nicht ausschliesslich für Kinder gedacht. So gibt es auch eine spezielle Abendvorstellung am kommenden Freitag ab 20 Uhr. Nach der Aufführung gibt es sowohl Kaffee und Kuchen als auch Alkohol an der ­Cüplibar. «Das ist dann ein etwas anderes Ambiente», schmunzelt Schmidt. Bei der Veranstaltung geht es aber nicht nur um das Vergnügen, sondern auch um einen guten Zweck: Der Erlös geht nämlich an den gemeinnützigen Verein Herzensbilder. Dieser macht kostenlose Familienfotos von Familien, bei denen ein Mitglied von einer schweren Krankheit betroffen ist.

Nachwuchs gesucht

Die Theatergruppe Reinach wurde 1965 gegründet. Obwohl einige der Mitglieder schon über vierzig Jahre mitmachen, ist von den Gründungsmitgliedern keines mehr dabei. Die Schauspieler und Schauspielerinnen gehen ihrer Leidenschaft ehrenamtlich nach. Die einzige Person, die für ihre Arbeit entlohnt wird, ist der Regisseur Georges Wolf. «Er ist jetzt schon das fünfzehnte Mal bei uns. Er war früher Schauspieler, Regisseur, Bühnenbildner. Der hat alles schon mal gemacht.» Die restlichen Mitglieder der Gruppe gehen allerdings nicht ganz leer aus. Sie werden mit einem Ausflug belohnt. Wohin es dieses Jahr gehen wird, steht allerdings noch nicht fest. In vergangenen Jahren war die Gruppe schon auf dem Fernsehturm der Chrischona oder in Stuttgart, um dort ein Musical zu schauen. Mittlerweile sind die Ausflüge allerdings etwas bescheidener geworden, da die Zuschauerzahlen eher rückläufig sind – obwohl die Aufführung immer noch gut besucht werden. Ein weiteres Problem, mit dem die Theatergruppe zu kämpfen hat, ist der Nachwuchs. «Es ist schwierig, Nachwuchs zu finden», sagt Schmidt. Viele Junge zwischen achtzehn und fünfundzwanzig seien mit der Ausbildung beschäftigt. Andere kriegen Kinder und haben deshalb keine Zeit. Vielleicht werden ja einige der Zuschauer am kommenden Freitag inspiriert und schliessen sich der Gruppe an. Erwin Schmidt würde es freuen.

www.theatergruppereinach.ch

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