«Wir haben das beste Curling-Turnier in Europa»

Das Team Klima aus Tschechien gewinnt den diesjährigen Swiss Cup Basel in Arlesheim.

Siegerlächeln: Die Gewinner aus Tschechien posieren nach dem Final für das Siegerfoto. Foto: Roland Beck

Weil die Halbfinals länger als erwartet gedauert haben, beginnen der grosse und der kleine Final im Curlingzentrum in Arlesheim mit etwas Verspätung. Knapp drei Dutzend Leute haben sich auf den Zuschauerrängen eingefunden, die meisten von ihnen mit bester Sicht auf Rink 5, wo das Schweizer Team Hösli gegen die Norweger vom Team Ramsfjell um Platz 3 spielt und schliesslich mit 10:3 gewinnt.

Auf der mittleren Spielfläche duellieren sich die Teams Waddell und Klima um den Turniersieg am 21. Swiss Cup Basel. Eine überraschende Paarung, im Teilnehmerfeld mit 23 Teams aus zwölf Ländern waren die Schotten an Rang 5 und die Tschechen gar nur an Rang 11 gesetzt. Das Team Waddell war zudem Teil des epischen Viertelfinals gegen das Team Muskatewitz (Deutschland), das im Extra-End mit einem ultraknappen Sieg der Schotten endete. Die relevanten Steine lagen weniger als einen Zentimeter auseinander, entsprechend lange wurde im Publikum darüber diskutiert. «So etwas habe ich noch nie gesehen», war der meistgesprochene Satz an diesem dritten von drei Turniertagen.

Im Endspiel herrscht

 

Spannung pur

Auch der Final ist hochklassig und besonders gegen Ende spannend. Ein Double-Takeout der Tschechen im 4. End sorgt für Applaus und den (scheinbar) entscheidenden Vorteil. Mit einem Punkt Vorsprung geht das Quartett um Lukas Klima ins 8. End. Doch nach einem Fehlstein liegen plötzlich drei schottische Steine im roten Ring. Immerhin gelingt es den Osteuropäern, mit dem letzten eigenen Stein zwei davon zu entfernen und sich ins Zusatz-End zu retten. Dort nutzen sie den Vorteil des letzten Steins, bugsieren zwei schottische aus dem Kreis und platzieren zwei eigene. Nach fast zweieinhalb Stunden geht der Sieg mit 6:4 ans Team Klima.

Nach dem Siegerfoto verlassen die meisten die Halle, nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Spieler. Für einige der Teams steht bereits in zwei Tagen der Grand Slam in Kanada an und sie müssen zum Euro Airport. Der vom Veranstalter organisierte Shuttle-Service zum Flughafen wird entsprechend geschätzt.

«Wir haben das beste Curling-Turnier in Europa», sagt Rolf Jermann. Der Präsident des Trägervereins Swiss Cup Basel tätigt diese Aussage nicht durch die rosarote Veranstalterbrille, sondern weil er sie in den letzten zwei Jahrzehnten von unzähligen Teilnehmern gehört hat. «Wir haben gutes Eis, Vollservice mit Verpflegung und zwei Hotels in Gehdistanz», nennt Jermann die Hauptargumente, weshalb die Curling-Elite Jahr für Jahr im Herbst nach Arlesheim kommt.

Die 35 freiwilligen Helfenden, die seit Freitagmorgen dafür sorgen, dass alles reibungslos abläuft, sind bestimmt auch ein Faktor. In diesem Jahr sind 13 der besten 20 Teams Europas am Start. Hier gibt es wertvolle Punkte für die Grand-Slam-Qualifikation zu holen und das Preisgeld von 10 000 Franken kann sich ebenfalls sehen lassen. «Viele interes­sante Spiele» habe es auch an der 21. Ausgabe des Traditionsanlasses gegeben, findet der OK-Chef. Spätestens ab den K.‑o.-Spielen liess das Gebotene auf dem Eis keine Wünsche offen. Rolf Jermann entschuldigt sich kurz, um ein Team zu verabschieden. «Wir wollen ja, dass alle im nächsten Jahr wiederkommen.»

Weitere Artikel zu «Region», die sie interessieren könnten

Wird zu Hause behandelt: Norbert Woithe in seiner Wohnung in Aesch. Foto: Nicolas Blust
Region11.03.2026

Spital in den eigenen vier Wänden

Die Klinik Arlesheim bietet in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Baselland (KSBL) medizinische Behandlungen zu Hause an, die sonst einen Spitalaufenthalt…
Wird es nicht mehr geben: Die Haltestelle Loogstrasse wird aufgehoben. Foto: Kenneth Nars
Region11.03.2026

Sieben Monate ohne Tram: Der Umbau der 11er-Linie geht in die dritte Runde

Seit drei Jahren läuft die etappenweise Renovierung der 11er-Linie bereits. In der kommenden dritten Bauphase werden Aesch, Reinach und Münchenstein vom…
Geheime Wortzeichen: im 17. Jahrhundert eine Möglichkeit, Botschaften verschleiert weiterzugeben. Foto: zvg / Staatsarchiv Solothurn
Region04.03.2026

Das Ancien Régime – eine Zeit voller Geheimnisse

Anlässlich der Vortragsreihe des Historischen Vereins des Kantons Solothurn referierte die Berner Historikerin Debora Heim über geheimdienstliche Aktivitäten in…