Von Frauen für Mädels – die «Happy Oase»kehrte zurück nach Reinach

Am vergangenen Samstag fand die zweite Happy Oase dieses Jahres im Reinacher Jugendhaus statt. Die Veranstaltung richtet sich gezielt an Mädchen und beinhaltet verschiedene Workshops und Tätigkeiten.

Frauenpower: das OK-Team der Happy Oase. Fotos: zVg/Zoé Weyeneth

Frauenpower: das OK-Team der Happy Oase. Fotos: zVg/Zoé Weyeneth

Weihnachtlich: Beim gemeinsamen Anfertigen von Floristikgestecksind schöne Adventskränze entstanden.

Weihnachtlich: Beim gemeinsamen Anfertigen von Floristikgestecksind schöne Adventskränze entstanden.

Der Verein Offene Kinder- und Jugendarbeit Baselland und Region (OKJA-BL) organisiert zweimal jährlich die Happy Oase, eine Veranstaltung, die sich an junge Mädchen ab 11 Jahren aus der Region Baselland und angrenzendem Raum Solothurn und Aargau richtet. Die Happy Oase reist dabei durch die Region und wird jeweils in verschiedenen Jugendhäusern durchgeführt. Am vergangenen Samstag erreichte die Happy Oase nun wieder das Jugendhaus Palais noir in Reinach.

Die Veranstaltung sei innert kürzester Zeit ausgebucht gewesen, schreibt der OKJA-BL auf seiner Internetseite. Ein Umstand, über den auch die Mädchen vor Ort zu berichten wissen. Die 11-jährige Mia erklärt: «Ich habe mich eigentlich innert der ersten fünf Minuten des Anmeldefensters angemeldet. Trotzdem war ich nicht schnell genug.» Eigentlich habe sie sich für den Workshop zum Vertikaltuch anmelden wollen. Dieser sei jedoch so schnell ausgebucht gewesen, dass sie sich dann doch zum Kerzenziehen meldete. Das habe ihr trotzdem auch grossen Spass gemacht, berichtet sie. Die ebenfalls 11-jährige Caroline-Aimée erklärt dagegen, dass sie von ihren beiden älteren Schwestern auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht worden sei und sich im Vorfeld der Veranstaltung gerade auf das Kerzenziehen am meisten gefreut habe.

«Wollen ein Safe Space sein»

Auf die Frage hin, womit sie sich die grosse Begeisterung in der jugendlichen Bevölkerung für die Happy Oase erklären, antwortet Zoé Weyeneth: «Ich denke, es ist einfach dieses Unter-Mädchen-Sein. Wir sind auch nur Frauen im OK und wollen ein Safe Space sein für junge Mädchen, in welchem sie neue Hobbys auskundschaften und einen tollen Tag geniessen können.»

So lange die Geschichte der Jugendarbeit zurückreiche, habe es eigentlich schon immer Veranstaltungen speziell für Mädchen gegeben. Die Namen der Eventreihen hätten somit über die Zeit zwar gewechselt, aber das Bedürfnis nach einem Raum nur für Mädchen sei geblieben. Auch dass alle ungefähr im selben Alter seien, trage dazu bei, dass die Mädchen ohne Angst davor, beurteilt zu werden, neue Dinge ausprobieren. «Manchmal wollen auch die Mädchen selbst einen Workshop anbieten – etwas, das wir natürlich immer unterstützen», ergänzt Weyeneth.

Von Jugendfeuerwehr über Luftakrobatik zum Kerzenziehen

Insgesamt neun verschiedene Workshops wurden am vergangenen Samstag in Reinach für 80 Teilnehmerinnen angeboten. Darunter das gemeinsame Anfertigen eines adventlichen Floristikgestecks, Kerzenziehen, das Kennenlernen der Grundlagen des Auflegens als DJ oder das Anfertigen eines eigenen Pingpongschlägers und mehr.

Dabei ging das OK explizit auf die Wünsche der Mädchen ein, die sie vorab einholten. «Danach richten wir uns, wenn wir Leute für die Workshops suchen. Wir versuchen bestmöglich zu organisieren, was sich die Mädchen wünschen, aber manches gestaltet sich leider auch schwer», führt Weyeneth aus. So werde seit Jahren immer wieder der Wunsch nach Workshops mit Tieren geäussert, aber man habe in der Region bereits verschiedene Höfe angefragt und bislang keine Möglichkeit gefunden, diesem Wunsch nachzukommen.

«Und dann gibt es auch Dinge, die zwar nicht gewünscht werden, von denen wir jedoch finden, es wäre super, wenn die Mädchen das Angebot kennenlernen», führt die Mitorganisatorin aus. Bei diesem Event habe man sich für die Jugendfeuerwehr entschieden – ein potenzielles Hobby, das das OK sichtbar machen wollte.

Im Anschluss an die verschiedenen Workshops fanden ab 17 Uhr Ateliers statt. Ein Format, bei dem das OK den Fokus insbesondere darauf legte, dass sich die Mädchen frei bewegen und das machen konnten, wonach ihnen der Sinn stand. Das Angebot umfasste Bastel- und Schminkmöglichkeiten sowie das Upcycling von alter Kleidung, bei welcher die Mädchen Näheres zu Fast Fashion erfahren konnten.

Ganz besonders prominent war die Kleidertauschbörse, bei der eine Vielzahl an verschiedenen Kleidungsstücken zusammenkam, die fleissig getauscht und anschliessend mit nach Hause genommen wurden. Abgerundet wurde das Programm zuletzt von einer Party. Insgesamt zeichnete sich eine ausgelassene Stimmung bei den Teilnehmerinnen ab, von denen viele angaben, dass sie beim nächsten Mal gerne wieder dabei sein würden.

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