Sport aus einer Box – Baselland bietet gratis Trainingsgeräte an

Das Sportamt Baselland hat eine neue Aktion für Kraft-, Fitness- und Freizeitsport lanciert. Gleich in drei Birsecker Gemeinden steht das neue Angebot zur Verfügung.

Stellen die neuen Sportboxen vor: Regierungspräsidentin Monica Gschwind (l.) und die Münchensteiner Gemeindepräsidentin Jeanne Locher. Fotos: Simon Tschopp

Stellen die neuen Sportboxen vor: Regierungspräsidentin Monica Gschwind (l.) und die Münchensteiner Gemeindepräsidentin Jeanne Locher. Fotos: Simon Tschopp

Outdoor-Sport: Die Trainingsgeräte können kostenlos genutzt werden.

Outdoor-Sport: Die Trainingsgeräte können kostenlos genutzt werden.

Acht Baselbieter Gemeinden dürfen sich glücklich schätzen. Sie wurden aus 20 Kommunen, die sich beworben haben, ausgelost als Standorte für das neuste Breitensportangebot des kantonalen Sportamts: Sport­boxen und BoxUp-Stationen für jegliches Alter. Finanziert wird das Projekt aus dem Swisslos-Sportfonds Baselland.

In Sportboxen befinden sich schubladenweise unterschiedliche Utensilien für Kraft- und Fitnesstraining, die man während maximal einer Stunde benutzen kann. Die Box kann via heruntergeladene Smartphone-App, auf der man sich registrieren muss, reserviert und geöffnet werden. Auf dieser sind zudem Trainingsanleitungen und Videos abrufbar. Sport­boxen stehen künftig in Aesch (Löhrenacker), Binningen (Spiegelfeld) und Münchenstein (Welschmatt).

Die BoxUp-Stationen funktionieren ähnlich, sind aber anders konzipiert. Sie beinhalten sechs Schliessfächer, in denen sich diverses Sport- und Freizeitmaterial befinden. Sie können nur einzeln gemietet und die Sportgeräte für höchstens drei Stunden ausgeliehen werden. Bei diesem System ist im Gegensatz zur Sportbox eine Reservation nicht möglich. Man geht einfach hin zu den BoxUp-Stationen in Allschwil (Wegmattenpark), Biel-Benken (Fraumatten), Frenkendorf (Egg), Hölstein (Rübmatt) oder Reinach (Mischeli).

Material kann kostenlos benutzt werden

Beide Versionen sind massiv gebaut und mit Solarpanels autonom betrieben. Das Sportmaterial, das kostenlos benutzt werden kann, wird bildbasiert überwacht; dies um zu gewährleisten, dass die ausgeliehenen Utensilien wieder korrekt versorgt werden.

Die zwei Varianten wurden gestern in Münchenstein und Reinach präsentiert. An der Medienkonferenz sagte Regierungspräsidentin Monica Gschwind: «Mit der Sportbox- und BoxUp-Aktion ermöglichen wir eine weitere innovative Breitensportaktion für die ganze Bevölkerung und tragen damit den Trends Rechnung. Das System ist so simpel wie überzeugend.» Erfahrungen mit bestehenden Anlagen in der Schweiz hätten gezeigt, dass die Nutzungsbedingungen akzeptiert würden. Laut Hansruedi Winter von der Vertreiberfirma, die 2019 als Start-up gegründet worden ist und ihren Sitz in Crissier hat, stehen in der Schweiz momentan in 60 Ortschaften rund 100 ­BoxUp-Stationen. Diese werden von gut 17000 Nutzerinnen und Nutzern gebraucht. Die kleinste Station mit zwei Fächern befindet sich in Corgémont, die grösste mit zehn in Chur. BoxUp-Stationen gibt es ebenfalls in Frankreich und bald auch eine im kanadischen Québec, wo eine mit 20 Schliessfächern geplant ist. «Vandalismus ist bis jetzt ausgeblieben, höchstens kommt mal ein Ball weg», sagt Winter. Mit den Sportboxen und Box-Up-Stationen wartet das Sportamt Baselland mit einem weiteren Angebot auf, um die Bevölkerung vermehrt zum Bewegen zu animieren. Sie dürften jedoch primär von Personen genutzt werden, die sich ohnehin schon regelmässig sportlich betätigen. Denn mit solchen Aktionen die Leute zu erreichen, die sich zu wenig bewegen, ist alles andere als einfach.

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