Schwarzbubenland setzt beim Tourismus auf Klöster und Pilgerwege

Die Tourismusstrategie Schwarzbubenland rückt den sanften Freizeittourismus in den Fokus.

Vielversprechend: Die Region bietet mit ihren Klöstern, Burgen und Pilgerwegen eine Menge Möglichkeiten zur inneren Einkehr – wie hier das Kloster Beinwil. Foto: zVg

Die Schwarzbuben sind keine Angeber. Vielmehr ist ihnen eine sympathische Bescheidenheit eigen. Dieser Gedanke konnte jenem durch den Kopf gehen, der am vergangenen Montagabend der Präsentation Tourismusstrategie Schwarzbubenland im Hotel Kloster Dornach beiwohnte. Die zum Forum Schwarzbubenland gehörende Arbeitsgruppe Tourismus hatte die Strategie seit Frühling 2023 erarbeitet. «Sie ist kein 100‑seitiges Schriftwerk, das am Schluss niemand liest», sagte Urs Wagenseil, Co-Leiter Kompetenzzentrum Tourismus an der Hochschule Luzern, der das Projekt begleitet hatte.

Vielmehr gehe es darum, eine Richtung vorzugeben und Pfeiler der Tourismusvermarktung zu bestimmen. Dabei stellte er anfangs klar, was man nicht will: «Es geht nicht darum, Busladungen an Menschen ins Schwarzbubenland zu bringen.» Mit Schweizer Touristenhotspots könne und wolle man nicht mithalten. «Deshalb geht es auch nicht um eine klassische Tourismusstrategie mit grossen Hotels und dergleichen.» Vielmehr wolle man an die ­bestehenden Freizeitkomponenten, die von Einheimischen getragen und genutzt werden, ankoppeln. Das Angebot richte sich an Touristen, die von Basel einen Ausflug unternehmen, oder Biker, die neues Terrain erkunden wollen.

«Geniessen» und «Kultur erleben»

Die Arbeitsgruppe hat vier Geschäftsfelder erarbeitet: Unter «Natur erleben» sind etwa Angebote für Wanderer, Biker oder Kletterfans zusammengefasst, das Geschäftsfeld «Geniessen» soll auf die kulinarischen Angebote, Hofläden und Märkte aufmerksam machen, und bei «Kultur begegnen» finden sich Museen oder vertiefte Information zu Architektur, Land und Leute.

Als vielversprechend hat die Arbeitsgruppe das Geschäftsfeld «Innehalten» ausgearbeitet, biete das Schwarzbubenland mit seinen Klöstern, Burgen, Pilgerwegen und dem Goetheanum doch eine Menge Möglichkeiten zur inneren Einkehr. Seit Januar 2019 beherbergt etwa das Kloster Beinwil Gäste, schon im Mittelalter war es eine wichtige Station auf dem Pilgerweg Basel–Beinwil–Solothurn–Bern. ­Gerade im Bereich «Innehalten» diagnostiziert die Arbeitsgruppe eine Marktattraktivität, die es nun herauszuarbeiten gelte. Das Forum Schwarzbubenland verfüge nicht über grosse finanzielle Mittel: «Deshalb ist der Einbezug von Partnern bei der Umsetzung unserer Strategie entscheidend.»

Bestehendes erweitern

«Mit der Tourismusstrategie sind die Weichen gestellt. Nun gilt es, den weiteren Weg zu bestreiten», sagt Marcel Schenker, Geschäftsführer Tourismus. Vieles, was die Strategie definiert, ist im Forum Schwarzbubenland bereits vorhanden. Die bestehenden Aufgaben, Verantwortlichkeiten, die Finanzierung und die Struktur würden nun überprüft und, wo sinnvoll, an die Strategie angepasst.

«Für mich persönlich war es eine ­intensive, aber lohnende Zeit, denn ­neben all dem inhaltlichen Mehrwert ist man sich auch persönlich nähergekommen. Es konnte ein intensiver Austausch ­gepflegt werden. Mit diesem Schwung möchten wir nun das Schwarzbubenland als Tourismus- und Freizeitregion nachhaltig ­weiterentwickeln und die Wertschöpfung in der Region zu ­steigern», so Schenker gegenüber dem ­Wochenblatt. Das Forum Schwarzbubenland existiert seit 2015 und ging aus der Fusion der ­Organisationen Forum Regio Plus und Schwarzbubenland ­Tourismus hervor. Dem Verein gehören derzeit rund 500 Mitglieder an.

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