Pastoralraum Birstal nimmt Gestalt an

In den kommenden Wochen müssen die Kirchgemeindeversammlungen von neun Gemeinden des Birsecks und Dornecks einen Zusammenarbeitsvertrag im Rahmen des neuen Pastoralraumkonzepts verabschieden.

Kirche ist immer auf dem Weg: Hier ein Wegkreuz aus dem Norden Reinachs in der Nähe des Predigerhofs.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Kirche ist immer auf dem Weg: Hier ein Wegkreuz aus dem Norden Reinachs in der Nähe des Predigerhofs. Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Die Pastoral ist der spezifische Ausdruck für Seelsorge in der katholischen Kirche. Das Wort leitet sich vom lateinischen Wort «pastor» («Hirt») ab. Die gesellschaftlichen wie personalen Veränderungen zwingen auch die Kirche, neue Wege zu gehen, Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen. Daher wurde im März 2015 das Projekt «camino» buchstäblich auf den Weg gebracht. Projektleiter ist Pfarrer Felix Terrier aus Aesch. Die Ängste, das Pastoralraum-Projekt des Bistums sei in erster Linie eine Kopfgeburt und rein organisatorisch motiviert, sind laut Terrier unbegründet. «Es ist im Wesentlichen ein spiritueller Prozess, nicht ein organisatorischer», erklärt er. «Es ist ein Aufbruch, wobei das Ziel noch nicht scharf umrissen ist. Die eigentliche Arbeit wird erst im Laufe des Jahrs 2017 beginnen. Dann wird es darum gehen, die Zusammenarbeit da, wo es sinnvoll und bereichernd ist, konkret werden zu lassen.»

Ängste sind unbegründet

Nachdem das Bistum vor Kurzem den Namen «Pastoralraum Birstal» gutgeheissen hat, muss das Projekt nun in den Kirchgemeindeversammlungen der sechs Baselbieter und der drei Solothurner Kirchgemeinden (Münchenstein, Arlesheim, Reinach, Aesch, Pfeffingen, Duggingen, Dornach, Gempen und Hochwald) genehmigt werden. Der Pastorale Entwicklungsplan für das Bistum Basel (PEP) und der Entwurf für die Zusammensetzung der Pastoralräume stammen noch von Bischof Kurt Koch. Selbstverständlich bleiben die Gemeindestrukturen erhalten, aber die veränderte Lebensgestaltung der Menschen wie auch Personalknappheit, übergemeindliche Aufgaben (etwa die Migrations- oder Behindertenseelsorge sowie sonstige Spezialgebiete) fordern die Kirche heraus, sich neu auszurichten und zu positionieren.

Der neue Pastoralraum soll zu personellen Entlastungen und zu Freiräumen führen und so auch helfen, Dinge zu ermöglichen, die bisher nicht durchführbar waren. Es sei nie die Absicht gewesen, den Einzelgemeinden etwas wegzunehmen, so würden etwa die Gottesdienste immer noch von den einzelnen Gemeindeseelsorgern organisiert. Ziel ist es, die Seelsorge zu bestärken und die kirchlichen Angebote besser auf die Möglichkeiten und Bedürfnisse abzustimmen.

Die Zukunft will geplant sein

Die personelle Problematik betrifft laut Felix Terrier überdies nicht nur das Priesteramt, sondern alle kirchlichen Berufe. Eine Bündelung der Kräfte ist auch im Hinblick auf die tendenziell rückläufigen finanziellen Mittel der Kirche notwendig. Über 19 000 Katholiken leben im Pastoralraum Birstal. «Institutionen, die Werte bewahren und entwickeln, sind wichtig», sagt Felix Terrier, «aber man kann sich nicht darauf verlassen, dass alles so bleiben wird, wie es heute ist.» Da das Kloster Dornach ganz zentral im Pastoralraum liegt und vom öffentlichen Verkehr gut erschlossen ist, messen die Seelsorgenden und die Projektgruppe diesem Ort auch einen grossen Wert bei. Schon heute finden hier römisch-katholische, christkatholische und reformierte Gottesdienste statt. Auch für die Erwachsenenbildung und für eine überkonfessionelle Spiritualität ist das Kloster Dornach geeignet. Am 17. Dezember dieses Jahres findet im Dom zu Arlesheim in Anwesenheit von Bischof Felix Gmür die Errichtungsfeier mit der Einsetzung der Pastoralraumleitung und der Beauftragung aller Mitarbeitenden statt.

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