Mountainbiker verlieren ihr Mekka

Das Schänzli in Muttenz war seit Jahren ideal für das Bikefestival Basel. Doch dort wird jetzt ein Park erstellt.

Die Message im Mail des Bikefestivals Basel ist eindeutig: «Wir zählen auf euch – für einen letzten grossen Showdown!» Ein letztes Mal sollen die Amateurbiker der Region an der Baselbieter Bike Challenge auf drei Routen quer durch den Kanton fahren. Ein letztes Mal kann man verschiedene Parcours ausprobieren und der Elite beim Swiss Bike Cup zuschauen, ein letztes Mal trifft sich die ganze Mountainbiker-Szene der Region an einem Ort.

Denn das Bikefestival, das am 16. und 17. August stattfindet, wird es 2026 nicht mehr geben. Der Grund ist einfach: Der Veranstaltungsort, die ehemalige Reitsportanlage im Schänzli, fällt weg. Die Gemeinde Muttenz erstellt an diesem Ort einen öffentlichen Park. Die Pläne sind schon lange bekannt, aber nun fahren bald die Bagger auf.

Namhafte langjährige Sponsoren

Gegründet wurde das Festival 1996 von Christoph Jenzer, dem Metzgereibesitzer, der seit Jahren den Radsport auf ­verschiedene Arten fördert. Der Anlass wuchs stark, in den vergangenen Jahren zog es jeweils um die 10 000 Personen in die Ebene entlang der Birs. Das Schänzli war für den Riesenanlass ein Glücksfall. Hier ist vor allem eines ausreichend vorhanden: Platz. Es gibt viele Rasenflächen zum Biken, für Stände, für Anlagen wie Schanzen und für Erholung. Zudem ist die Infrastruktur vorhanden, zum Beispiel können die Sportler duschen.

«Wir haben nach alternativen Standorten gesucht, aber keinen gefunden», erklärt Pressesprecher Friedrich Dähler. «In dieser Grössenordnung gibt es in der ganzen Region nichts mit dem Schänzli Vergleichbares.»

Das Organisationskomitee sei offen dafür, einzelne Teile des Festivals weiterzuführen. Und man hoffe, das ganze Know-how in die Hände von Jüngeren übergeben zu können. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass es gar nichts mehr gibt», sagt Dähler. «Aber in der Form, in der wir es seit fast dreissig Jahren kennen, wird es das Festival nicht mehr geben.»

«Festival hatte Ausstrahlung»

Mit mangelnden Sponsoren hat das Ende des Festivals nichts zu tun. Das Bikefestival konnte in den vergangenen Jahren einige namhafte Partner langfristig an sich binden. Auch Basel-Stadt und Baselland unterstützten den Event. Und der Zuspruch des Publikums für diesen Gratisanlass war gegeben.

Ein harter Schlag ist der Wegfall des Bikefestivals nicht zuletzt für Baselland Tourismus. Die Organisation positioniert das Baselbiet seit einigen Jahren auch gezielt als Mountainbike-Geheimtipp und unterstützt entsprechend das Festival mit Mitteln aus dem Gasttaxen-Fonds. «Das Set‑up im Schänzli ist ideal», sagt Geschäftsführer Michael Kumli. Er lobt das Organisationskomitee, das seit Jahren diesen Event professionell zusammenstellt. «Das Festival hat eine riesige Ausstrahlung, die Veränderung ist sehr schade.»

Mit seiner Dimension habe das Bikefestival eine wichtige Rolle gespielt, um Botschaften zu verbreiten. Denn leider sei das Baselbiet punkto Rahmenbedingungen fürs Biken noch nicht so weit wie andere Regionen. «Dabei bietet die Topografie und das ganzjährige Ausüben eine super Ausgangslage.» Zumindest an Letzterem wird das Ende des Bikefestivals Basel nichts ändern.

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