Halligalli bei der alten Metalli

Fast 1000 Quadratmeter Platz für die Verwirk­lichung von Kindert­räumen: Der Verein ­Wydekraftwerk belebt das sich im Wandel befindende Areal der ehemaligen Dornacher Metallwerke mit einem bunten ­Angebot für Kinder und Familien.

Voller Tatendrang: (v. l.) René Burri, Thomas Gschwind und Michele Salvatore vom Vorstand des Vereins Wydekraftwerk. Foto: Florin Bürgler
Voller Tatendrang: (v. l.) René Burri, Thomas Gschwind und Michele Salvatore vom Vorstand des Vereins Wydekraftwerk. Foto: Florin Bürgler

Durch die Pforte der alten Metalli, vorbei an etwas heruntergekommenen Fabrikgebäuden, rechts eine kleine Treppe runter und schon ist man da: im farbigen Quartierpark beim sogenannten Wyden­eck, in dem der Verein Wydekraftwerk seit dem letzten Jahr daran ist, eine bunte Kinderoase zu verwirklichen. Doch alles der Reihe nach.

Die Überbleibsel der ehemaligen Dornacher Metallwerke gehören seit dem Jahr 2013 zu Swissmetal, während das Gelände und die Gebäude seit 2015 Eigentum der Hiag, eines Schweizer Immobilienunternehmens, sind. Hier soll im Zeithorizont der nächsten 15 bis 20 Jahre Wohnraum für etwa 1800 Menschen ­geschaffen werden. Dazu kommen Büroräume, Platz für Kultur sowie Gewer­beflächen mit allem, was dazugehört. Zwischen den industriellen Relikten und den künftigen modernen Wohnungen scheint es offensichtlich auch Raum für kreative Übergangsnutzungen zu geben.

Hier setzt der Verein Wydekraftwerk an: «Das Ganze soll ein nachhaltiges Projekt sein. Vorgesehen ist eine Laufzeit von zehn Jahren», meint Vereinspräsident Michele Salvatore.

Doch wie kam es dazu, inmitten von zwei riesigen ehemaligen Industrie-Silos eine Abenteuerstätte für Kinder zu errichten? «Immobilienfirmen merken, dass man heutzutage nicht nur die ‹Hardware›, also nur den Wohnraum, berücksichtigen darf. Man muss auch das ­Soziale, die ‹Software›, miteinbeziehen. Zukünftige Mieterinnen und Mieter sollten möglichst viel partizipieren können, am besten schon im Vorhinein.» Genau dafür brauche es die «soziokulturelle Animation», was gleichzeitig auch die ­Berufung Salvatores ist – so ging die Hiag auf ihn zu, und der Ball kam ins Rollen.

Viel Platz für neue Ideen auf dem alten Industrieareal

Beim Rundgang über das Areal erzählt Salvatore an fast jeder Ecke von seinen Ideen, die nur noch auf ihre Umsetzung zu warten scheinen. Von einem kinderfreundlichen Bungee-Jumping über ein Bienenhaus bis hin zum kleinen Skatepark – die Möglichkeiten seien vielfältig. «Das Ganze ist ein wenig wie ein Labor, und wir experimentieren noch viel», meint Salvatore enthusiastisch.

Die Lage auf dem ehemaligen Industrieareal scheint gleichermassen Fluch und Segen zu sein. So meint Vorstandsmitglied Thomas Gschwind: «Das ist die grosse Challenge, unser Angebot sichtbar zu machen. Wir sind etwas entfernt vom Dorf, und man läuft hier nicht zufällig vorbei.» Gleichzeitig biete der direkte Birszugang auch einige Möglichkeiten für spannende Aktivitäten, wie beispiels­weise das «Flössen» im Sommer, meint Präsident Salvatore.

Start in die neue Saison

Nach der erfolgreichen Lancierung im letzten Jahr liege der Schwerpunkt in diesem Jahr darin, die entstandenen Angebote regelmässig zu präsentieren, meint Gschwind. Vorgesehen ist, dass von Mitte März bis Ende Juni jeweils am Mittwoch- und am Samstagnachmittag eine Jugendarbeiterin oder ein Jugendarbeiter vom Verein vor Ort ist und ­zusammen mit den Kindern sowie den Eltern an der handwerklichen Umsetzung ihrer Ideen feilt. Dieses Angebot sei kostenlos und erfordere auch keine Voranmeldung. René Burri, Leiter der Werkstatt und des Bauspielplatzes, erklärt: «Wir haben ein gewisses Grundmaterial vor Ort, wie Werkzeuge, Holz oder Farben. Ansonsten kann ich auch fast alles aufs nächste Mal besorgen.» Zusätzlich zum begleitenden Werkspielplatz-Angebot stehen verschiedenste Spezialevents auf dem Programm: eine bunte Mischung aus Aktivitäten wie Strassenbemalung, Seifenkistenbau, Hörspiel-Workshops oder eben dem Flössen auf der Birs.

Am 12. März startet das Programm mit einem Familienbrunch in Zusammenarbeit mit der nebenan gelegenen «Wydekantine», wofür es noch einige freie Plätze gibt.

wydekraftwerk.ch

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