Grosse Bühne für die Blasmusik
18 Musikschulen organisieren am Samstag in Münchenstein den ersten Baselbieter Brass-Day. Auf den Nachwuchs warten Unterricht bei renommierten Musikern und ein Schlusskonzert.
Klavier, Gitarre und Violine boomen – während sich die Musikschulen in der Region Basel insgesamt über eine wachsende Nachfrage freuen können, bleiben die Blasinstrumente zunehmend auf der Strecke. Zwar sind die Trompete und das Waldhorn nach wie vor bei Kindern und Jugendlichen beliebt, doch Instrumente wie Althorn, Bariton, Eufonium, Posaune und Tuba geraten immer mehr ins Hintertreffen. Mit dem am kommenden Samstag im Kultur- und Sportzentrum (Kuspo) Münchenstein erstmals durchgeführten Baselbieter Brass-Day soll den Blasblechinstrumenten neuer Schub verliehen werden. Die Idee für den Brass-Day kam Lehrpersonen der Baselbieter Musikschulen im Rahmen einer Weiterbildung, erklärt Projektleiter Martin Burgunder. Der Brass-Day solle ein attraktives Angebot und Abwechslung für die Schülerinnen und Schüler bieten, betont Burgunder, der die Musikschule Leimental leitet.
Lernen von Musikgrössen
Weil Blasmusikinstrumente bei den Musikschulen in der Minderheit sind und einzelne Instrumente pro Musikschule gar nur von einer Person gespielt werden, bietet der Brass-Day den Schülerinnen und Schülern einen willkommenen und wichtigen Austausch unter Gleichgesinnten. Am Vormittag wird an verschiedenen Standorten in Münchenstein unter Anleitung von renommierten Musikerinnen und Musikern geübt. Nachmittags folgen Proben mit den Lehrpersonen in den zuvor vereinbarten Ensembles für das gemeinsame Schlusskonzert am Abend.
Wer sich in der Blasmusikszene auskennt, kommt ab den acht Musikerinnen und Musikern, die am Vormittag den jungen Musikerinnen und Musikern Tricks und Kniffs zeigen werden, ins Schwärmen: Da ist zum einen Huw Morgan, Gewinner von mehreren internationalen Trompetenwettbewerben, Solotrompeter des Sinfonieorchesters Basel und Gründungsmitglied des renommierten Londoner Blechbläserensembles Septura. Die Walliserin Kathleen Gaspoz ist mehrfache Schweizer Solistenmeisterin in der Kategorie Kornett und wurde 2017 bei den englischen Brass-Band-Meisterschaften in London mit dem Preis für die beste Solistin ausgezeichnet.
Domenico Catalano ist seit 2014 Bassposaunist im Sinfonieorchester Basel und zählt zu den profiliertesten Posaunisten seiner Generation. In gleicher Position war er im Gewandhausorchester zu Leipzig und im Tonhalle-Orchester Zürich tätig. Die vielseitig engagierte Tubistin Sophia Nidecker ist unter anderem festes Mitglied der Basel Sinfonietta. Zahlreiche Konzertengagements führten die gebürtige Baslerin zu renommierten Festivals. Dazu kommen Andrea Scherrer-Matter (Althorn), Alexandre Zanetta (Waldhorn), Irmgard Ripfel (Eufonium/Bariton) und Sebastian Schindler (Waldhorn).
150 Schüler, 500 Besucher
Bei den angefragten Musikerinnen und Musikern sei die Idee des Brass-Days auf offene Ohren gestossen, berichtet Martin Burgunder. Auch ihnen liege viel daran, dass es für die Blasmusikinstrumente genügend Nachwuchs gibt. Die Profimusikerinnen und -musiker könnten dem Nachwuchs auch als Vorbilder dienen und ihnen eine zusätzliche Perspektive bieten. «Es ist etwas anderes, wenn die Jungen von ihnen hören, dass sich Üben lohnt, und wenn sie erzählen, wie sie es so weit geschafft haben», ist Burgunder überzeugt. Insgesamt werden knapp 150 Schülerinnen und Schüler am ersten Baselbieter Brass-Day teilnehmen.
Sämtliche 15 Musikschulen aus dem Kanton Baselland sind dabei. Dazu kommen die Musikschule Dornach, die Musikschule Solothurnisches Leimental (MUSOL) und die Musikschule unteres Fricktal. Für das Schlusskonzert im Kuspo erwartet das Organisationskomitee rund 500 Besucherinnen und Besucher. Der Eintritt ist frei.


