Future Love, Knatsch und FCB

In der Museumsnacht von morgen Freitag zeigen sich 36 Museen der Region. Das Birseck und das Schwarzbubenland sind mit fünf Angeboten vertreten, wobei die Orthoklinik Dornach und das Musikautomatenmuseum Seewen in Basel zu Gast ist.

Digitale Männerfalle: Teil der diesjährigen Museumsnacht ist auch das Haus der elektronischen Künste mit seiner aktuellen Ausstellung «Future Love», hier eine Installation der Mediengruppe Bitnik.  Foto: ZVG/HEK
Digitale Männerfalle: Teil der diesjährigen Museumsnacht ist auch das Haus der elektronischen Künste mit seiner aktuellen Ausstellung «Future Love», hier eine Installation der Mediengruppe Bitnik. Foto: ZVG/HEK

Wer schon immer einen Kuss nicht nur spüren, sondern auch als neuronales Ereignis sehen, hören und erleben wollte, liegt bei Station 15 der Ausstellung «Future Love» im Haus der elektronischen Künste Basel richtig. Die ästhetisch

ansprechende Installation, die Küsse mittels E.E.G. in Biofeetback-Daten übersetzt, lädt Paare oder experimentierfreudige Singles zum synthetischen Kussritual ein. Die Ausstellung «Future Love» mit dem Untertitel «Begehren und Verbundenheit im Zeitalter geformter Natur» geht auf die Möglichkeiten der Technik ein und darauf, wie sie sich auch auf unsere sozialen, emotionalen, sexuellen und familiären Beziehungen auswirken. Biotechnologie, alternative Reproduktionsweisen und Industrieprodukte, die sexuelle Fantasien befriedigen, sind in dieser Ausstellung genauso ein Thema wie die weltweite Vernetzung mittels Dating-Plattformen, in denen Realität und Virtuelles immer mehr verschwimmen. Dies ist etwa in der Installation «Ashley Madison Angels At Work in Basel» der Mediengruppe Bitnik zu sehen, wo attraktive weibliche Bots das Online-Portal zur veritablen Männerfalle machen. Die 15 Positionen sind teils bunt und verspielt, teils artifiziell-nüchtern, in jedem Fall aber dazu anregend, über das Thema «Future Love» nachzudenken. Zwischen 12 Uhr mittags und 2 Uhr nachts finden Workshops, Performances und Führungen statt.

Spaziergänge durch die Geschichte

Im Mühlemuseum im Vorder Brüglingen 4 gibt es von 18 Uhr bis Mitternacht halbstündlich einen szenischen Ausflug ins Jahr 1775. Im Stück «Krach unterm Dach» kommt es zwischen dem redseligen Müller, dem bankrotten Patron und einem gewieften Kaufinteressenten in der Mühle und in der Villa zum Knatsch. Die Zuschauer stecken als Hausangestellte mittendrin. Zur Beruhigung der Nerven gibt es heissen Gewürzapfelsaft, Flammkuchen und Tarte Tatin. – Das Sportmuseum Schweiz in Münchenstein befindet sich im Umbruch. Ab 2019 gibt es keine Unterstützung mehr vom Bund und die weitere Finanzierung steht auf wackligen Füssen. Darum soll es Ende Januar einen Workshop geben, in dem man sich nach Auskunft des Museums «neu erfinden» möchte. In der Museumsnacht wird von diesen Schwierigkeiten nichts zu spüren sein, denn das Museum begeht mit der Schau «Mythos Rotblau» den 125. Geburtstag des FC Basel. Es werden historische Trikots und andere Exponate aus der Vereinsgeschichte gezeigt. Von 18 bis 2 Uhr nachts gewähren verschiedene Autoren mit ihren Texten Einblick in den «Mythos Rotblau» und im Begehlager werden Führungen angeboten.

Musik und Medizin

Unter dem Titel «Kurbelsound» präsentiert das Museum für Musikautomaten Instrumente mit Kurbelantrieb. Aber nicht etwa am Standort Seewen, sondern für einmal – als Gast – im Musikmuseum in der Leonhardskirche Basel. Bei einem Kurbel-Wettbewerb werden Songtitel gesucht und Paul Ragaz bietet ein vergnügliches Kurbel-Kurzprogramm mit Lochstreifen und abenteuerlichen Konstruktionen.

Schliesslich gewährt die Orthoklinik Dornach im anatomischen Museum Basel Einblicke in die Hüftprothetik. Weitere Detailinformationen und das ganze Programm der Museumsnacht 2018 gibts unter <link http: www.museumsnacht.ch>www.museumsnacht.ch.

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