Baselland und Solothurn einigen sich auf eine Variante

Längere Autofahrten, dafür wird ein Auenwald geschont: Die beiden Kantonsregierungen und die Gemeinden Aesch und Dornach wollen im Süden eine neue Birsquerung bauen.

Zwischen Aesch und Dornach soll eine neue Birsbrücke gebaut werden. Und zwar die sogenannte «Variante Süd», die beim Tenniscenter gleich an der Kantonsgrenze den Fluss quert und das Dornacher Quartier Apfelsee mit dem Aescher Gewerbegebiet und dem Gebiet um das Gartenbad verbindet. Die neue Birsbrücke ermöglicht es, die Dorfzentren von Aesch und bei der Dornachbrugg vom Verkehr zu entlasten.

Die Kantone Baselland und Solothurn haben sich gemeinsam mit den beiden Gemeinden auf diese Variante geeinigt. Wo genau zwischen Aesch und Dornach die Birs mit einer neuen Brücke für Autos überquert werden soll, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. «Ich meine, wir haben nun die Variante gewählt, die den geringsten Schaden anrichtet im Verhältnis zum Nutzen», sagt der Dornacher Gemeindepräsident Daniel Urech.

«Variante Mitte» und «Variante Nord» sind vom Tisch

Abstand nehmen die Kantone und die Gemeinde von der «Variante Mitte», die wenige hundert Meter flussabwärts einen ökologisch wertvollen Auenwald tangiert hätte. Vom Tisch ist zudem die «Variante Nord», die ein Wohngebiet durchschnitten hätte. Diskutiert wurde auch der Verzicht auf eine neue Strasse, was allerdings aufgrund der starken Verkehrsbelastung der Zentren in beiden Gemeinden nicht mehrheitsfähig war. Das Baselbieter Tiefbauamt wird nun die Planung vorantreiben und zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellen. Für den Aescher FDP-Landrat Rolf Blatter bleibt jedoch die «Variante Mitte» die bessere Option: «Sie nimmt den Verkehr gleich beim neuen Autobahnvollanschluss Aesch ab und bietet damit wesentlich direktere Wege.» Die nun gewählte «Variante Süd» bringe für die Verkehrsteilnehmenden längere Fahrten mit sich, was nicht im Sinne der Umwelt sei. Blatter hat eine Petition lanciert mit dem Ziel, das Projekt im Laufe des Planungsprozesses doch noch in Richtung seine Wunschvariante umbiegen zu können (das Wochenblatt berichtete). Die stösst wiederum beim Aescher SP-Landrat Jan Kirchmayr auf Kritik: Die vorliegende «Variante Süd» habe sich im Rahmen eines vorbildlich geführten Prozesses unter Einbezug der Bevölkerung als die beste herauskristallisiert; die beiden anderen seien nicht mehrheitsfähig. «Es ist gefährlich, jetzt wieder Nein zu sagen», warnt Kirchmayr: «Am Schluss stehen wir vor einem Scherbenhaufen.» Die Birsraum-Planung sieht zudem vor, dass bestehende Achsen für Fussgänger und Velofahrer aufgewertet werden sollen. So könnte etwa der bereits bestehende Metalli-Steg über die Birs mit der Aufwertung des Wydeneck-Areals und dem Bau der neuen S‑Bahn-Station Apfelsee in Zukunft wesentlich an Bedeutung gewinnen.

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