Auf einmal fehlen die Bahnen

Der Portiunkula-Markt muss ohne Lunapark auskommen. Bei den Organisatoren sorgt dies für Unverständnis.

Fehlen dieses Jahr: In Aesch waren am Portiunkula-Markt vor allem Fahrgeschäfte angesiedelt. Foto: Archiv / Juri Junkov

Der Portiunkula-Markt verbindet seit Jahrzehnten die Gemeinden Dornach und Aesch. Während auf Dornacher Boden eher Marktstände dominieren, ist im Aescher Teil ein Lunapark mit Fahrgeschäften angesiedelt. An der diesjäh­rigen Ausgabe des Jahrmarkts am kommenden Wochenende bleibt jedoch Aesch für einmal aussen vor.

«Das tut uns sehr weh», sagt Remy Waltzer. Der frühere Marktchef ist heute einer der Organisatoren des Events, der traditionell Anfang August über die Bühne geht. «Uns wurde mitgeteilt, dass wir den grossen Parkplatz auf dem ehemaligen ­Stöcklin-Areal in Aesch nicht nutzen können.» Gerade für Kinder und Jugendliche sei der dortige Lunapark attraktiv, weshalb der Wegfall schmerze. Ohne den Parkplatz habe man entschieden, auch auf die sonstigen Stände in Aesch zwischen Nepomukbrücke und Parkplatz zu verzichten.

Gemeinde und Kantonnutzen Parkplatz

Remy Waltzer ist mit seinem Unternehmen Gwürzegge nicht betroffen. Sein Stand befindet sich seit jeher im grösseren Dornacher Teil des Jahrmarkts. Anders sieht es bei Franz Jonasch aus, der mit seinem Confiserie-Betrieb sowohl in Dornach als auch in Aesch vertreten ist. Auch Jonasch gehört seit Jahren zu den Organisatoren des Portiunkula-Markts. Er sagt: «Die Bedeutung des Lunaparks ist riesig. Er ist ein integraler Bestandteil des Markts und nicht wegzudenken.» Wie sich der Wegfall auswirke, werde sich erst nach dem Portiunggeli, wie der Jahrmarkt im Volksmund genannt wird, zeigen. Dieses findet jeweils von Freitag bis Sonntag statt. Bei Waltzer und Jonasch ist das Unverständnis darüber, dass nicht wenigstens ein Teil des Parkplatzes verwendet werden kann, gross. Sowohl die Gemeinde Aesch als auch der Kanton Baselland benötigen den Parkplatz: Für den Ausbau der Bruggstrasse auf vier Spuren und ein Abwasserprojekt braucht der Kanton rund einen Drittel des Platzes. «Es wurde ein Installationsplatz eingerichtet, weshalb dieser Teil nicht für den Lunapark genutzt werden kann», sagt Andrea Tschopp, Sprecherin der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion. Mit der Nutzung der restlichen zwei Drittel habe der Kanton aber keine Probleme. Dort sei hingegen die Gemeinde Aesch zuständig.

Den restlichen Parkplatz stellt die Gemeinde Aesch der Firma HRS zur Verfügung. Die Bauherrin und Projektentwicklerin realisiert auf den Gemeindegebieten von Aesch und Reinach derzeit die Wohnüberbauung Aere. Das Projekt sorgte in der Vergangenheit aufgrund von Hochhäusern, die Pfeifgeräusche ­erzeugen, für Schlagzeilen. Anwohnerinnen und Anwohner beschwerten sich über Lärmbelästigungen.

In diesem Jahr nur wenige Fahrgeschäfte

«Die HRS nutzt die Parkplätze vor allem für ihre Mitarbeitenden und für Liefe­ranten», sagt der Aescher Gemeindeverwalter Roman Cueni. Es sei seit längerer Zeit bekannt, dass der Parkplatz ab 2025 nicht für den Lunapark zur Verfügung stehen werde. «Aber jetzt ist es so weit und die Aufregung ist gross», sagt Cueni. Ab welchem Jahr und ob überhaupt auf dem Parkplatz wieder Fahrgeschäfte stehen werden können, könne aktuell nicht gesagt werden.

Die Verantwortlichen müssen damit rechnen, auch in den kommenden Jahren nicht auf das ursprüngliche Gebiet in Aesch zurückgreifen zu können. Organisator Remy Waltzer sagt dazu: «Ich bin seit 50 Jahren dabei und der Portiunkula-Markt war immer in Dornach und Aesch. Dass dem nicht mehr so ist, finden wir sehr schade.» Ganz verzichten auf Fahrgeschäfte müssen die Besuchenden in diesem Jahr aber doch nicht. Die wohl attraktivsten, nämlich die Putschautos, das Raupenkarussell und die lange Rutsche, fehlen jedoch. In Dornach sind immerhin ein Kinder­karussell und ein Bungee-Trampolin zu finden.

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