Auch das Birseck ist eine essbare Stadt

In diesen Tagen diskutieren das Urban Agriculture Netz Basel und die Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum über die Thematik «Unsere Erde – ein globaler Garten?». Die dort erörterten Fragen gehen auch diese Region etwas an.

Im Frühling Blumen, im Sommer dann Gemüse.
Im Frühling Blumen, im Sommer dann Gemüse.

Thomas Brunnschweiler

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo unsere Peperoni herkommen und unter welchen Umständen sie produziert wurden oder wie viele Kilometer unsere Lebensmittel im Durchschnitt hinter sich haben? Viele Ressourcen könnten global geschont werden, wenn wir Lebensmittel wieder vermehrt selbst produzieren würden. Auf den ersten Blick scheint dies für einen Balkonbesitzer oder den Eigentümer eines Kleingartens kein Thema zu sein. Seit einigen Jahren haben aber die Konzepte von Urban Gardening und Urban Agriculture die Menschen in den Städten und Agglomerationen wieder vermehrt sensibilisiert, die kleinsten Flächen wirtschaftlich zu nutzen.

Bastiaan Frich, Biologe und Mitbegründer von Urban Agriculture Netz Basel (UANB), stellt die Institution in einen grösseren Zusammenhang. Der Verein betreut momentan 50 Projekte und ist gut vernetzt. Ziel sind geschlossene Produktions-, Verteil- und Recyclingkreisläufe, mit denen die Menschen in der Region eine gewisse Ernährungssouveränität zurückgewinnen können.

Konkrete Möglichkeiten

Jean-Michel Florin, Co-Leiter der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum, wies auch auf die seelische Bedeutung von Gärten und begrünten Balkonoasen hin. Für Frich ist die konkrete Umsetzung des Gedankens von Urban Agriculture auch eng verbunden mit

einem veränderten Konsumverhalten. Wenn jemand einen Garten habe, soll er heimische Pflanzen – seien es Blumen, Kräuter, Beeren, Fruchtbäume oder Gemüse – anpflanzen. Dies gilt auch für Pflanzungen auf Balkonen, wo auch kleinere Bäume sowie Tomaten, Bohnen oder andere essbare Pflanzen gedeihen. Insbesondere Kräuter eignen sich für Topfbepflanzungen. Frich gibt zu bedenken, dass es ein Umdenken hinsichtlich der «Unkräuter» geben müsse. Viele dieser Pflanzen – wie Brennnessel, Huflattich, Ehrenpreis oder Mädesüss – sind eigentlich Heilkräuter oder können in der Küche Verwendung finden. Hier gilt es, sich in einschlägigen Büchern oder im Internet kundig zu machen. Wer die Möglichkeit hat, kann auch die Fassade begrünen, was Vögeln und anderen Tieren Lebensraum gibt. Beim Saatgut sollte man auf saatfeste (nicht-hybride) Sorten achten, um wieder brauchbare Samen zu gewinnen. Wer auf dem Balkon kein Gemüse anbauen möchte, kann mit Blumenblüten auch etwas für die Bienen tun.

Weiterbildung ist wichtig

Bastiaan Frich betonte, seine Organisation wolle nicht von oben herab beraten, sondern vielmehr Menschen zum Ausprobieren und zum Sichvernetzen animieren. Auf der Webseite von Urban Agriculture Netz Basel gibt es viele konkrete Tipps (Balkonbepflanzung, Gemeinschaftsgärten …) und Hinweise auf aktuelle Projekte. Wer am Freitag und Samstag noch an der landwirtschaftlichen Tagung «Unsere Erde – ein globaler Garten?» am Goetheanum teilnehmen möchte, kann auch Tageskarten erstehen.  www.urbanagriculturebasel.ch

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