Schachtrainer mit Visionen

Für seine grosse Leidenschaft Schach hat Peter Hug aus Aesch das Architektenmetier an den Nagel gehängt. Er ist von der eminenten Bedeutung des Brettspiels für die Entwicklung wichtiger Kompetenzen überzeugt.

Sitzt auch bei grösster Hitze vor dem Brett: Peter Hug ist dem königlichen Spiel seit früher Kindheit an verfallen.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Sitzt auch bei grösster Hitze vor dem Brett: Peter Hug ist dem königlichen Spiel seit früher Kindheit an verfallen. Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Der 26-jährige Peter Hug weiss, was er will. Nach der Schreinerlehre schloss er 2014 mit dem Bachelor in Architektur an der FHNW Muttenz ab. Parallel zu seiner Schul- und Ausbildungskarriere lief aber seit seiner Kindheit die Begeisterung für das Schachspiel mit. Schon mit sieben Jahren trat er in den Schachclub Therwil ein, wo er seit vier Jahren die Kinder als Trainer in das königliche Spiel einführt. «In Arlesheim bin ich schon länger als Trainer tätig», sagt er. Peter Hug hat 2006 erfolgreich das Trainerseminar des Schweizerischen Schachbundes abgeschlossen. Sich selbst bezeichnet Hug als «mittelmässigen Vereinsspieler». Aber seine Erfolge als Schachtrainer lassen sich sehen. So trainierte er anfänglich den Aescher Max Lo Presti, den amtierenden Vize-Schweizer-Meister U14 im Schnellschach.

An der diesjährigen Delegiertenversammlung des SSB wurde Hug für seine Verdienste in der Region sowie für sein nationales Engagement im Schulschach ausgezeichnet. Seit diesem Frühling trägt er gar den vom Schachweltverband anerkannten Titel eines Instruktors. Es verwundert daher nicht, dass der Blondschopf sich entschieden hat, sein Hobby zum Beruf zu machen.

Viel mehr als ein Spiel
Hug war bis Ende Mai 2015 am Projekt «Chess4Kids» in Zürich beteiligt und hat schon diverse Schulprojekte geleitet. «Schach an Schulen ist en vogue», sagt er, «denn Schach wirkt der anfänglich noch wenig ausgeprägten Konzentra-
tion bei Kindern entgegen.» Im solothurnischen Däniken habe man Schach in den ersten und zweiten Klassen auf Kosten einer Mathematikstunde sogar zum Pflichtfach gemacht. Eine Auswertung der FHNW habe gezeigt, dass die Fortschritte in Mathematik darunter nicht gelitten hätten. «Schach vermittelt Auffassungsgabe und Konzentrations-fähigkeit, fördert Fairplay und ist gut für das strategische Denken», erklärt Hug, «das Einprägen von Zügen, Schemata und Stellungen hilft später auch im Job.» Peter Hugs Vision sind Schulschachprojekte, Erwachsenen- und Seniorenkurse, die das Spiel noch mehr im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern. Derzeit arbeitet Hug auch als Leiter und Trainer mehrerer Kinderschachclubs. Das Schulprojekt des SC Therwil mit über 115 besuchten Schulklassen mit 2300 Schülern ist eine Erfolgsstory. In der Region Genf sei das Schulschach verbreiteter als in der Deutschschweiz. «Eigentlich sollte an jedem Ort, wo es eine Musikschule gibt, auch eine Schachschule geben.»

Pädagogische Pläne
Welche Voraussetzungen muss ein Schachtrainer mitbringen, wenn gar der beste Spieler Vadim Milov (Schweizer Meister 2015) im Land keine Trainerstelle bekommt? «Er muss ein gewisses Schachniveau haben, aber fast wichtiger sind Zuverlässigkeit, die Fähigkeit, auf Kinder eingehen zu können, Organisa-tionstalent und das Gespür dafür, welchen Trainer junge Talente brauchen.» Peter Hug ist derzeit mit dem Verein «die schulschachprofis» daran, einen ganzen Lehrgang mit Lehrmitteln aufzubauen und einen Methodenkoffer für die Schule zu schaffen.

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