Das Münchensteiner Jugi lebt wieder

Am vergangenen Freitag feierten die Gemeinde Münchenstein und das neue Team offiziell die Wiedereröffnung des Jugendhauses an der Tramstrasse.

Freuen sich über den Andrang: (v. l.) Anna Kaufmann, David Meier (der zuständige Gemeinderat), Babli Müller, Samuel Aeschlimann (Leiter der Jugendarbeit) und Natascha Thomi. Fotos: Tobias Gfeller

Freuen sich über den Andrang: (v. l.) Anna Kaufmann, David Meier (der zuständige Gemeinderat), Babli Müller, Samuel Aeschlimann (Leiter der Jugendarbeit) und Natascha Thomi. Fotos: Tobias Gfeller

Neu eingerichtet: Ein Kinosaal, der auch zum Gamen oder Tanzen genutzt werden kann.

Neu eingerichtet: Ein Kinosaal, der auch zum Gamen oder Tanzen genutzt werden kann.

Um Punkt 19 Uhr drehen Jugendliche wie zuvor mit dem Leitungsteam vereinbart die Musik auf. Es wird Billard gespielt und vor allem: gechillt. Seit Mitte Juni herrscht wieder Leben im Jugendhaus in Münchenstein. Bereits am ersten Abend zählte der neue Leiter der Jugendarbeit, Samuel Aeschlimann, 25 Jugendliche. «Ich dachte eigentlich, dass dies am ersten Abend liege und wieder abnehmen würde. Aber das war trotz Sommerferien überhaupt nicht der Fall.» Zurzeit seien es pro Abend durchschnittlich bis zu 30 Jugendliche, die ins Jugi kämen.

Wie wichtig das Jugendhaus für die Jugendlichen ist, unterstreichen an der offiziellen Eröffnungsfeier Nicolas (15) und Jonas (14), die schon vor der Schliessung regelmässig im Jugi waren. «Wir haben uns sehr auf die Wiederöffnung gefreut. Für uns ist das Jugi ein wichtiger Ort, um Freunde zu treffen, zu spielen oder einfach nur abzuhängen.» Das Jugi biete viele Möglichkeiten, auch dank dem grosszügigen Aussenraum, schwärmt Jonas. Mit dem neuen Team sind die beiden Jugendlichen sehr zufrieden. Die Teammitglieder seien für einige Jugendliche wichtige Ansprechpartner, wenn sie Probleme hätten, die sie mit anderen Erwachsenen nicht besprechen wollten oder könnten.

Ein neuer Ruheraum

Vor der Wiedereröffnung war dieser für Generationen von Münchensteiner Jugendlichen zentrale Ort während über zehn Monaten geschlossen, weil das frühere Leitungsteam gekündigt hatte. Die Gemeinde nutzte die Pause, um die Jugendarbeit neu zu denken. Beim Jugendhaus wurde nur sanft baulich eingegriffen. Neu eingerichtet wurde unter anderem der grosse Raum im ersten Obergeschoss. Dieser kann wahlweise als Tanzraum, Game-Raum oder zum Filmeschauen genutzt werden. Neu ist der Ruheraum, in den sich Jugendliche in kleiner Zahl bei Bedarf zurückziehen können. Das werde heutzutage immer mehr gewünscht, weil die Jugendlichen sonst sehr viel um die Ohren hätten, verrät Aeschlimann.

Es habe Eltern gegeben, die sich während der Schliessung Sorgen machten, was ihre Kinder in ihrer Freizeit ohne das Jugi als «sicheren Hafen» machen könnten, berichtete der für die Jugendarbeit verantwortliche Gemeinderat David Meier (FDP) in seiner Ansprache. Der Vorsteher des Departements Bildung/Kind, Jugend und Familie sprach von einem Weckruf für die Gemeinde und einem neuen Kapitel in Sachen Jugendarbeit. Die Jugendarbeit solle in ganz Münchenstein vernetzt sein und nicht nur aus dem Treffpunkt bestehen.

Jugendarbeit auf drei Säulen aufgebaut

Während Aeschlimann als neuer Leiter bereits im Mai, als das Jugendhaus noch geschlossen war, seine Arbeit aufnahm, wurde das gesamte Team bestehend aus vier Mitgliedern zum Schulstart im August komplettiert.

«Wir spürten vonseiten der Jugendlichen von Beginn weg ein grosses Vertrauen. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich, wenn ein Team ganz neu anfängt», betont Aeschlimann. Das Team habe schnell Zugang zu den Jugendlichen gefunden. Die grosse Resonanz unterstreiche die Bedeutung des Treffpunkts für die Jugend in Münchenstein.

Das Jugendhaus sei aber nur eine der drei Säulen der Jugendarbeit, unterstreicht Aeschlimann. Dazu gehörten auch die mobile Jugendarbeit und die Projektarbeit, wenn gemeinsam mit Jugendlichen Einzelanlässe oder eben spezielle Projekte in Angriff genommen würden. Ziel sei es immer, die Jugendlichen zu bestärken und anzuleiten, damit sie selbst etwas auf die Beine stellen könnten.

Samuel Aeschlimann (33) arbeitete zuvor bei der Jugendarbeit Pratteln und Therwil. Für ihn persönlich bedeutet die Anstellung in Münchenstein auch eine Rückkehr zu den Wurzeln. «Ich absolvierte hier mein erstes Praktikum als Sozialpädagoge. Ich kenne den Ort wirklich gut. Das ist toll.»

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