Wortgefecht um Gut und Böse

Die Schweizer Erstaufführung von «Heilig Abend» von Daniel Kehlmann in der Inszenierung von Georg Darvas ist ein Glanzlicht in der laufenden Saison von neuestheater.ch. Die Besetzung ist hoch- karätig, heute Donnerstag findet die Premiere statt.

Ein Stück für zwei Schauspieler und eine Uhr: Emanuela von Frankenberg und Manfred Kägi in «Heilig Abend». Foto: ZVG/Valentin Köhler
Ein Stück für zwei Schauspieler und eine Uhr: Emanuela von Frankenberg und Manfred Kägi in «Heilig Abend». Foto: ZVG/Valentin Köhler

Was geschieht, wenn an Heiligabend eine Frau zu einem Verhör gebeten wird, die mutmasslich um Mitternacht eine Bombe hochgehen lässt? Diese Ausgangslage könnte brisanter nicht sein und ist durchaus nicht an den Haaren herbeigezogen. Das Zweipersonenstück «Heilig Abend» stammt vom Erfolgsautor Daniel Kehlmann und feiert heute Donnerstag um 19.30 Uhr in Dornach seine Schweizer Erstaufführung. Die Eigenproduktion von neuestheater.ch in Zusammenarbeit mit TOBS (Theater Orchester Biel Solothurn) nimmt nicht nur ein spannendes Stück auf, sondern dieses ist auch hochkarätig besetzt durch eine Schauspielerin und einen Schauspieler, die den meisten Zuschauern wohl durch Fernsehauftritte bekannt sein dürften.

Marcus Signer spielt die Rolle des Ermittlers, eines Mannes aus der Unterschicht, der sich hochgearbeitet hat. Signers Gesicht ist seit seiner Rolle als Bundespolizist Manfred Kägi in «Wilder» einer grösseren Öffentlichkeit bekannt. Sein schauspielerisches Talent wurde mit dem Film «Der Goalie bin ig» als bester Darsteller mit dem Schweizer Filmpreis und erst vor kurzem für «Wilder» mit dem Schweizer Fernsehfilmpreis 2018 ausgezeichnet. Ursprünglich war für die Rolle des Ermittlers Stefan Gubser vorgesehen. Aus familiären Gründen musste der «Tatort»-Kommissar jedoch absagen. Emanuela von Frankenberg, die in «Heilig Abend» eine Philosophie-Professorin aus gutem Hause spielt, ist von Deutschen Theaterbühnen bekannt. Den meisten ist sie vertraut als Schwester Agnes aus der Fernsehserie «Um Himmels Willen».

«High Noon» um Mitternacht

Zurück zur Handlung: Judith, die Philosophie-Professorin, soll hinter dem bevorstehenden Anschlag stehen. Der Verhörer Thomas hat nur wenig Zeit, herauszufinden, wo die Bombe hochgehen soll und wie dies zu verhindern ist. Das verbale «High Noon»-Duell der beiden entwickelt sich zu einem komplexen Frage- und Antwortspiel. Die Grenzen zwischen Verhörer und Verhörter beginnen sich zu verwischen. Die Uhr läuft unerbittlich.

Der Dialog zeigt, dass es überall Gewalt gibt, individuelle und strukturelle. Letztlich gibt es im Stück keine Guten und keine Bösen. «Die Inszenierung ist eine Herausforderung, da die Figuren komplex aufgebaut sind», sagt Haus-Regisseur Georg Darvas, «es geht um die Moral der Gewalt, die Frage des Terrors und die Gefahr eines totalen Überwachungsstaates.» Sowohl das Stück als auch die beiden Darsteller machen «Heilig Abend» zu einem sehenswerten Theaterereignis, das man wirklich nicht verpassen sollte. Am 12. April folgt dann die Premiere von «Hamlet» des Jugendtheaters Junges M, und am 17. April jene der Stückbox 12, «Glück» von Dragica Rajcic.

2×2 Tickets gewinnen

Als Medienpartner verlost das «Wochenblatt» für die Aufführung vom kommenden Samstag, 3. März, 19.30 Uhr 2 × 2 Tickets. Einfach eine E-Mail an <link mail>wettbewerb@wochenblatt.ch mit dem Stichwort «Heilig Abend» senden. Viel Glück!

<link http: www.neuestheater.ch>www.neuestheater.ch

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