«Wirst du geschlagen, musst du es sagen»

Die Klasse 4b der Primarschule Dornach hat sich intensiv mit erzieherischen Körperstrafen beschäftigt. In kurzen Präsentationen stellten die Schüler/-innen vergangene Woche ihre Erkenntnisse vor.

«Keine Daheimnisse!»
«Keine Daheimnisse!»

Jedes sechste Kind zwischen zwei und vierzehn Jahren erlebt regelmässig körperliche Gewalt, das sind weltweit eine Milliarde Kinder. Auch in der Schweiz sind erzieherische Körperstrafen für viele Kinder an der Tagesordnung. Die meisten von ihnen trauen sich nicht, Hilfe zu holen oder sind sich nicht einmal bewusst, dass sie ein Recht auf eine Erziehung ohne Gewalt haben. Denn auch wenn es in der Schweiz bis heute kein Gesetz gibt, das Gewalt an Kindern verbietet, so verpflichtet doch die UNO-Kinderrechtskonvention, Kinder vor Gewaltanwendungen zu schützen.


Körperstrafen sind nicht Ordnung

Die Klasse 4b hat sich im Rahmen des Projekts «keine Daheimnisse – erhebe deine Stimme gegen Körperstrafen und hole Hilfe!» zweieinhalb Monate lang mit dem Thema Gewalt gegen Kinder auseinandergesetzt. Das von der Schulsozialarbeit initiierte Projekt ist durch das NCBI (National Coalition Building Institute), einer gemeinnützigen Organisation, die sich für die Gewaltprävention einsetzt, unterstützt worden. Nach einem halbtägigen Einführungsworkshop haben die Schüler in Gruppen das Thema bearbeitet. Dabei haben sie Flyers gestalteten, Interviews geführt, ein Theater erarbeitet und Fallbeispiele studiert. Selbstbewusst und engagiert zeigten die Schüler an zwei Nachmittagen Eltern und Mitschülern, dass Körperstrafen nicht in Ordnung sind und sich die Betroffenen Hilfe holen sollten, sei es bei einer Schulsozialarbeiterin oder beim Sorgentelefon 147.


Selbstbewusstsein gestärkt

Ein aufrüttelnder Tatsachenbericht sensibilisierte die Zuhörer für das Thema und zeigte, wie wichtig es ist, dass sich die Betroffenen jemandem anvertrauen können und die Sicherheit bekommen, dass ihr Vertrauen nicht missbraucht wird und sie nicht automatisch von den Eltern getrennt werden. Danach erläuterte die Interviewgruppe, dass die Eltern meist aus Überforderung handgreiflich werden und danach von einem schlechten Gewissen geplagt würden. Mit einem kleinen Theater schliesslich stellte eine andere Gruppe gewaltlose Erziehung einer Bestrafung mit Schlägen gegenüber. Die Ideen zu den Präsentationen haben die Kinder selber entwickelt, wie die Schulsozialarbeiterin Susanne Krüger erklärte. Besucher, Schüler und Lehrpersonen waren durchwegs begeistert. «Das Theater haben wir selber geschrieben, es war toll!», erzählt Michèle, 10 Jahre, stolz. Auch der stellvertretende Klassenlehrer Elia Lutz und Susanne Krüger sind zufrieden: «Es war sehr beeindruckend, wie sich die Kinder eingesetzt haben. Das Projekt hat ihnen sehr viel Selbstbewusstsein gegeben.»

Weitere Artikel zu «Dornach und Dorneckberg», die sie interessieren könnten

Sammelt Unterschriften: Die angehende Psychologiestudentin Delia Speiser aus Dornachfordert einen Nachteilsausgleich für Menschen mit Angststörungen. Foto: Désirée Bellwald
Dornach und Dorneckberg19.08.2026

Chancengleichheit mit Angststörungen

Delia Speiser startete im Rahmen ihrer Matura-Arbeit eine Petition für mehr Chancengleichheit bei Angststörungen. Im Gespräch erzählt die Dornacherin, worum es…
Brüder im Einsatz: Während Dario Christ (im Vordergrund) um den Kranz kämpfen konnte, das Duell jedoch verlor, gewann Marino im Hintergrund seinen letzten Kampf und klassierte sich knapp vor seinem Bruder.Foto: eh-presse
Dornach und Dorneckberg19.08.2026

Die Kranzsaison ist zu Ende: Zufriedene Schwinger aus Gempen trotz verpasster Kränze

Am Sonntag endete die Kranzsaison mit dem Nordwestschweizer Teilverbandsfest in Mümliswil und dem Schwägalp-Bergfest. Dabei zeigten die Gebrüder Dario und…
Grosse Unterstützung: Neben über 100 Freiwilligen unterstützen auch zahlreiche Sponsoren das Dorffest. Foto: zVg
Dornach und Dorneckberg12.08.2026

Ein Dorf feiert sich gross

800 Jahre Hobel: Das Organisationskomitee verspricht einen bunten Mix an Attraktionen und Informationen. Über hundert Freiwillige sind im Einsatz.