«Wir haben Sachen, die man sonst nirgendwo bekommt»

Die Eisenwarenhandlung Max Sutter feierte kürzlich ein doppeltes Jubiläum: Das Geschäft gibt es seit 130 Jahren. Und seit 30 Jahren wird es von Max Sutter in vierter Generation geführt.

Kundschaft aus der ganzen Region: Max Sutter hat in seinem Laden rund 30000 Artikel im Angebot. Foto: Tobias Gfeller
Kundschaft aus der ganzen Region: Max Sutter hat in seinem Laden rund 30000 Artikel im Angebot. Foto: Tobias Gfeller

Rund 30000 Artikel habe er im Angebot, schätzt Max Sutter. Neben bekannten Marken bei Kaffeemaschinen, Reinigungsgeräten und Trinkflaschen sind auch viele Raritäten darunter. Im zylinderförmigen Gestell aus Holz liegen in den kleinen Schubladen noch immer einzelne Schrauben. Feinsäuberlich sind sie angeschrieben. «Diese beiden Gestelle stammen noch von meinem Vater», erklärt Sutter.

Bei einem Rundgang durch den Laden zeigt Max Sutter eine rund ein Meter lange ausziehbare Teleskopstange, auf der man entweder einen Spiegel, ein Magnet oder eine Greifzange befestigen kann. «Damit kann man in den hintersten Ecken Gegenstände finden und aufheben, die sonst vielleicht ewig dort bleiben würden. Wir haben Sachen, die man sonst nirgendwo bekommt.»

Vor 30 Jahren hat Max Sutter das Geschäft als ältester Sohn von vier Kindern von seinem Vater übernommen. Am vergangenen Samstag lud er seine treue Kundschaft, Freunde und Bekannten zum Anstossen am Nepomukplatz ein. Dass das 130-jährige Bestehen des ganzen Geschäfts mit seinem persönlichen Jubiläum zusammenfällt, sei Zufall.

1893 gründete Adolf Sutter-Stöcklin die Eisenwarenhandlung, indem er die damalige Schmiede in ein Ladengeschäft umwandelte. Der Pferdekopf zeugt heute noch davon, dass hier früher Pferde beschlagen wurden. Das Haus war damals schon fast 400 Jahre alt. Adolf Sutter-­Stöcklin verkaufte zu Beginn vorwiegend landwirtschaftliche Geräte.

Ladenfläche vergrössert

Über Jahrzehnte hinweg veränderte sich der Laden immer weiter. Die vier Generationen Sutter verstanden es, sich laufend den Bedürfnissen und dem Markt anzupassen. «Das ist wohl der Grund, weshalb es uns als einzigen Laden in dieser Form und Art in der Umgebung noch gibt», glaubt Max Sutter. Heute nehmen Werkzeuge und Schrauben nur noch eine Ecke im Laden ein. Als erster Akt vergrösserte Max Sutter 1993 die Ladenfläche, in dem er eine Trennwand entfernen liess. «Der Grossteil der heutigen Ladenfläche diente bei meinem Vater als Lager für allerlei Werkzeuge, Schrauben, Nägel und Ösen.» Der Kontakt zu den Kundinnen und Kunden, die persönliche Beratung und auch mal versuchen, einen speziellen Wunsch zu erfüllen, seien bis heute die tragenden Elemente des Geschäfts geblieben.

Max Sutter erlebte in seinen 30 Jahren selber grosse Umwälzungen. Als er angefangen hat, habe es fast in allen Gemeinden eine Eisenwarenhandlung gegeben. Weil heute Werkzeug- und Befestigungsproduzenten sogar kleine Mengen an die Endverbraucher direkt liefern können, fiel das Geschäft mit den Handwerkern immer mehr weg. Die Eisenwarenhandlung wurde immer mehr zum Geschäft für Haushaltartikel. Entsprechend hat Max Sutter die Geschäftsbezeichnung geändert. «Bei uns findet man heute alles, was man so im Alltag braucht.»

Haushaltsgeschäft wird zum Dorfladen

Unterdessen kommt die Kundschaft aus der ganzen Region. Es sei die Kundentreue, die es heute noch ermöglicht, ein solches Geschäft zu führen. Das Haushaltgeschäft Max Sutter ist längst zu einer Art Dorfladen geworden.

Neben Inhaber Max Sutter arbeiten seine Frau Ursula Sutter in der Buchhaltung und seit 16 Jahren Paula Mohler im Verkauf im Geschäft mit. Während vieler Jahre konnte Max Sutter auch auf die Unterstützung seiner Eltern zählen. In den 30 Jahren wurden in der Eisenwarenhandlung fünf Lehrlinge ausgebildet.

Noch will Max Sutter ein paar Jahre weitermachen. Wie es danach mit dem Geschäft weitergeht, sei unklar. Der Verkauf der rund 30000 Artikel verlange ein breites Wissen und die Hingabe, sich mit den Waren, deren Vertretern und Lieferanten im Detail zu befassen.

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