Violinkonzert vom feinsten

Am Sonntagabend sorgte das von Edouard Mätzener und dem Orchester Dornach hervorragend interpretierte Violinkonzert von Felix Mendelssohn für einen glanzvollen Höhepunkt.

Brillante Violinklänge: Das Orchester Dornach und Solist Edouard Mätzener (l.) sorgten unter der Leitung von Jonathan Brett Harrison für grosse Begeisterung.  Foto: I. Hitz
Brillante Violinklänge: Das Orchester Dornach und Solist Edouard Mätzener (l.) sorgten unter der Leitung von Jonathan Brett Harrison für grosse Begeisterung. Foto: I. Hitz

Mit dem 1989 geborenen Zürcher Violinisten Edouard Mätzener präsentierte das Orchester Dornach am Sonntagabend im Grossen Saal des Goetheanums seinem Publikum einen herausragenden jungen Künstler: Der Geigenvirtuose beeindruckte mit der Darbietung von Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll op. 64 das Publikum. Gefühlsstark und mit bestechender Reinheit und Präzision begeisterte der Solist unter der Leitung von Dirigent Jonathan Brett Harrison die Zuhörer. Der junge Musiker meisterte das technisch anspruchsvolle Werk mit Doppelgriffen, rasanten Sechzehntelläufen und einer grossen Kadenz souverän und erntete Bravo-Rufe und tosenden Applaus. Auch das Orchester gefiel mit klanglicher Homogenität und einem fein abgestimmten Zusammenspiel mit dem Solisten.


Mendelssohns 1844 vollendetes Violinkonzert gehört zu den populärsten Werken des deutschen Komponisten. Geschrieben hat er es für den befreundeten Geiger Ferdinand David, der damit sein technisches Können beweisen wollte. Für den Solisten Edouard Mätzener ist das Konzert «eines der grossartigsten Konzerte überhaupt». Als Dank für den lang anhaltenden Applaus gab Mätzener mit dem Rezitativ und Scherzo-Caprice von Fritz Kreisler eine weiter Kostprobe seines mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Könnens.


Kuckuck und Taubengurren

Eingerahmt wurde das Violinkonzert von der Orchestersuite «Gli Uccelli» (die Vögel) des in Bologna geborenen Komponisten Ottorino Respighi und Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonie in C-Dur KV 551. In beiden Werken überzeugte das Orchester Dornach unter der schwungvollen Führung seines Dirigenten mit einer sicheren und gefühlvollen Interpretation. In der weniger bekannten «Vogelsuite» ertönen verspielte Vogellaute wie etwa der Ruf des Kuckucks, das Gackern der Hennen oder das Gurren der Tauben. Mit Mozarts ausdrucksstark dargebrachten Jupiter-Sinfonie fand der reiche musikalische Abend seinen Abschluss.


Für Edouard Mätzener war die Zusammenarbeit und das Konzert mit dem Orchester Dornach unter Jonathan Brett Harrison «eine ganz grosse Freude». Neben der tollen Atmosphäre während der Proben schätzte der Geiger vor allem auch den grossen Freiraum, der ihm zur solistischen Entfaltung gelassen wurde: «Ich konnte mich voll und ganz einbringen», so Mätzener. «Schade, dass es schon zu Ende ist.»

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