Startschuss für die Erneuerungspläne am Bruggweg

Die Dornacher Verwaltung soll die Grundlagen für die geplante Erneuerung der Schulhausinfrastruktur Bruggweg aktualisieren. Auch die Option der Schwimmhalle soll geprüft werden.

Muss erneuert werden: Das Schulhaus, in dem sich das Lehrschwimmbecken, die Turnhalle und die Kochschule befinden, stammt aus dem Jahr 1972. Foto: Archiv / Jeannette Weingartner

Vor rund sieben Jahren, im November 2018, sprach sich die Mehrheit der Stimmberechtigten an einer Gemeindeversammlung für die Planung einer neuen Schwimmhalle aus. Der Gemeinderat hatte zuvor beschlossen, bei der Erneuerung der Schulanlage Bruggweg auf das schon bestehende Schwimmbad zu verzichten und stattdessen auf eine Dreifach-Turnhalle zu setzen. Dagegen wehrte sich ein Teil der Bevölkerung erfolgreich mittels Motion. Der Schwimmhallenentscheid war Teil der Grundlagen für die weitere Planung. Das erklärte Ziel war die Erneuerung der Schul- und Sportanlage Bruggweg. Diese Planung verzögert sich seither, weil in einem ersten Schritt die Schulraumerweiterung Brühl mit dem Bau von Tagesstrukturen aufgegleist wurde und einen zweiten Anlauf benötigte. Das erste Projekt scheiterte 2021 an der Urne. Derzeit läuft zur Erneuerung und Erweiterung der Schulanlage Brühl der Projektwettbewerb.

Nun beschliesst der Gemeinderat, die Planung für die Erneuerung der Sekundarschule und der Sportinfrastruktur am Bruggweg wieder aufzunehmen. Die Arbeitsgruppe, die in einem ersten Schritt die Grundlagen aktualisieren soll, bestehe aus der Verwaltungsleiterin, dem Schulleiter und dem Bauverwalter, hiess es an der Gemeinderatssitzung vom Montag. Wie Bildungschefin Maria Montero Immeli (die Mitte) und Gemeindepräsident Daniel Urech (FWD/Grüne) ausführten, soll das Raumprogramm folgende Aspekte berücksichtigen: die Beschulung der Sekundarstufe der Niveaus B + E, die Möglichkeit der Beschulung einer Sekundarstufe des Niveaus P, eine Kochschule, Aufenthalts- und Arbeitsräume für Lehrpersonen, ein Arbeitsraum für die Schulverwaltung, eine Sporthalle, eine Schwimmhalle und weitere Infrastruktur.

Die Verwaltung soll dem Gemeinderat eine Bedarfsanalyse sowie einen Zeitplan unterbreiten. Dazu gehört auch ein Vorschlag, wie das Projekt partizipativ begleitet werden soll. «Die Arbeit durch die Verwaltung werde im Rahmen ihrer Anstellung getätigt, so dass hierfür keine Zusatzkosten anfallen», erklärte Verwaltungsleiterin Sarah-Maria Kaisser. Die Kosten für die Einsetzung einer Begleitgruppe und für eine externe Unterstützung sollen im Rahmen des Budgetprozesses für das Jahr 2026 dargelegt werden. In einem weiteren Schritt würde der Gemeinderat dann über die Machbarkeitsstudie entscheiden.

Die Planung muss eine Variante mit Schwimmbad enthalten

«Aufgrund des damaligen Gemeindeversammlungsbeschlusses muss die Planung eine Variante mit Schwimmbad enthalten», hielt Urech fest. Er war schon Mitglied der Exekutive, als der Gemeinderat unter dem Präsidium von Christian Schlatter zum Schluss gekommen war, man sollte nicht an der Schwimmhalle festhalten. Zum einen aufgrund der errechneten Investitionskosten von 14 Millionen Franken, zum andern wegen der hohen Betriebskosten. Damals wies Dornachs Erfolgsrechnung einen Ertragsüberschuss von über zwei Millionen Franken aus. Inzwischen kämpft die Gemeinde gegen ein strukturelles Defizit von knapp drei Millionen Franken an und steht vor der Frage, wie sie den Investitionsbedarf der nächsten zehn Jahre von über 70 Millionen Franken finanzieren will. Dass das über 100-jährige Schulhaus der Sekundarschule erneuert werden müsse, sei indes unbestritten, hiess es an der Sitzung. Das Gebäude, in dem sich das Lehrschwimmbecken, die Turnhalle und die Kochschule befinden, stammt aus dem Jahr 1972.

Die heutigen Räumlichkeiten weisen mehrere Defizite aus

Die heutigen Gebäude sollen einem Neubau weichen. Die Planung soll zügig angegangen werden, meinte Statthalter Daniel Müller (FDP). Man ist sich einig: Die Räumlichkeiten der Sekundarschule weisen funktionale, technische und pädagogische Defizite aus. «In den Gebäuden ist kaum ein anderer Unterricht als Frontalunterricht möglich. Es besteht keine Flexibilität für Gruppenarbeit, Inklusion oder interdisziplinäre Unterrichtsformen», gab Montero zu bedenken. Die Licht-, Klima- und Akustikverhältnisse seien suboptimal. Zudem wurden die Gebäude für deutlich tiefere Schülerzahlen konzipiert als heute beschult werden. Schliesslich haben die Gebäude einen hohen Energieverbrauch, weisen keine geeigneten Installationen für moderne IT-Infrastruktur aus, die Sanitäranlagen sind veraltet, die Räume nicht barrierefrei, und der Brandschutz sollte optimiert werden.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, die Planung an die Hand zu nehmen und später – unter anderem im Budget-Prozess – über das weitere Vorgehen zu beraten.

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