Schliff für die Nepomukbrücke

Der Kanton Basel-­Landschaft möchte die historische Nepomuk­brücke für den Velo­verkehr freigeben. Der Dornacher Gemeinderat möchte noch zuwarten.

Noch herrscht ein Fahrverbot: Auf der basellandschaftlichen Seite der Nepomukbrücke wurden bereits Probearbeiten an Pflastersteinen durchgeführt. Foto: Jeannette Weingartner
Noch herrscht ein Fahrverbot: Auf der basellandschaftlichen Seite der Nepomukbrücke wurden bereits Probearbeiten an Pflastersteinen durchgeführt. Foto: Jeannette Weingartner

Die Nepomukbrücke, ein ehemaliges ­Solothurner Hoheitszeichen, hat eine ­bedeutungsvolle Geschichte. Über Jahrhunderte hinweg war die Brücke mit dem Bogenbau weit und breit die einzige Birsquerung. 1613 ist die baufällige Holzbrücke durch eine steinerne ersetzt worden. 1735 erlaubte der Rat von Solothurn dem Arlesheimer Dom­kaplan die Aufstellung des Brückenheiligen Nepomuk. Heute befindet sich der grösste Teil der Brücke im Besitz des Kantons Basel-Landschaft. Dieser möchte, dass die Gemeinde Dornach einwilligt, die Brücke für den Veloverkehr freizugeben. Das allgemeine Fahrverbot abzuändern, sei ein lang ­gehegter Wunsch, heisst es in den Erläuterungen zum Ausbau der Velorouten.

Bisher war die Forderung nach einem Geländer an den Seitenrändern der Brücke dem Denkmalschutz ein Dorn im Auge. Im Hinblick auf die Überbauung im Stöcklin-Areal hat das Thema an ­Bedeutung gewonnen. Die Nepomukbrücke bildet die Schlüsselstelle zwischen Reinach und dem Bahnhof Dornach-­Arlesheim.

Nach einer Besichtigung vor Ort und technischen Abklärungen hätten sich die Vertreter der kantonalen Fachstellen nun auf einen Lösungsvorschlag geeinigt, verkündete vor kurzem Dornachs Gemeindepräsident Daniel Urech. «Das grobe Kopfsteinpflaster wird so abgeschliffen, dass es gut befahrbar wird. Rechts und links der Fahrbahn wird je ein Streifen von 80 Zentimetern Breite nicht geschliffen. Damit wird sichergestellt, dass Fahrradfahrer nicht zu nahe an die Brüstung kommen und sich folglich ein Geländer erübrigt.» Die geschliffene Fläche der Brücke würde dann eine Breite von 3,5 Metern aufweisen.


Geschäft zurückgewiesen

«Entsprechende Probearbeiten sind auf der Seite des Kantons Basel-Landschaft bereits erfolgt», sagt die Ressortverantwortliche Janine Eggs. Das erklärte Ziel sei, die Brücke für den Mischverkehr (Fussgänger-/Langsamverkehr) zu nutzen. Durch das Abschleifen des Kopfsteinpflasters werde die Brücke auch für Fussgänger attraktiver – speziell für Nutzende mit Rollstühlen, Kinderwagen oder Rollatoren. Eggs empfahl ihren Ratskollegen, dem Vorhaben und dem Kostenteiler, der für Dornach einen Anteil von 63000 Franken vorsieht, zuzustimmen. Die Mehrheit des Dornacher Gemeinderates hat an ­ihrer Sitzung vor der Sommerpause das Geschäft jedoch zurückgewiesen. Zum einen wünschten sich Vertreter der bürgerlichen Fraktion, dass die Vorlage ­zuerst von der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission beraten wird. Zum anderen möchte man abklären, wie sich die offizielle Veloroute auf den Nepomukplatz auswirken würde.


Nepomukplatz als Begegnungszone
So hat der Gemeinderat in seinen Legislaturzielen in Aussicht gestellt, die öffentlichen Plätze aufzuwerten und zu beleben. Gemäss Eggs ist derzeit noch offen, ob der Nepomukplatz gestalterische Massnahmen erhalten soll. Vorschläge, wie der Platz als Begegnungszone belebt werden könnte, seien erst am entstehen. Eggs zeigte sich zuversichtlich, dass der Gemeinderat letztlich grünes Licht geben wird für den Langsamverkehr auf der Nepomukbrücke. «Ich kann aber auch nachvollziehen, dass man die Stellungnahme der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission abwarten will», sagt sie.

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